50. Goldene Kamera - Hollywood-Flair in Hamburg

Der US-Schauspieler Kevin Spacey wurde als bester Schauspieler International mit einer "Goldenen Kamera" geehrt.
Der US-Schauspieler Kevin Spacey wurde als bester Schauspieler International mit einer "Goldenen Kamera" geehrt.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Bei der 50. Verleihung der Goldenen Kamera traf sich am Freitagabend jede Menge Prominenz der Film- und Fernsehwelt in Hamburg.

Hamburg.. Natürlich regnete es. Zumindest weite Strecken des Tages - damit machte Hamburg seinem Klischee alle Ehre. Immerhin, die Hollywood-Größen sollten keinen falschen Eindruck von der Gastgeber-Stadt bekommen. Doch gegen 17 Uhr, als angekündigt war, dass die ersten geladenen Stars über den roten Teppich flanieren würden, riss der Himmel auf. Golden war das Licht zwar nicht, dafür das fünf Meter hohe Kamera-Modell, welches vor dem Eingang der Messehalle A1 den Gästen den richtigen Weg wies.

Als die ersten die Fotowand und Teppich passierten, rauchte Klaus J. Behrendt vor seinem Hotel in der Nähe noch schnell eine Zigarette. Der Kölner Tatort-Komissar Ballauf sagte: „Eigentlich bin ich ein alter Hamburger“, nach der Schauspielschule hatte er zwölf Jahre hier gelebt und freute sich, für die Verleihung der 50. Goldenen Kamera wieder einmal in seiner alten Heimat zu sein. Sein Teamkollege Dietmar Bär lobte bei der Ankunft auf dem roten Teppich, dass die Goldene Kamera auch optisch einer der schönsten Preise sei. Bär hat eine besondere Beziehung zu Hamburg: 1980 machte er hier seine erste Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule - und fiel durch. „Das war Schicksal, mein Leben wäre sonst anders verlaufen. Aber an diesem Rosenmontag 1980 habe ich mich unsterblich in diese Stadt verliebt.“

Heimspiel für Hamburger Promis

Herbert Grönemeyer, der an diesem Abend mit einem Preis für die beste Musik National ausgezeichnet wurde und drei Jahre in der Nähe der Grindelallee wohnte, schwärmte ebenfalls über Hamburg: „Diese Stadt hat eine große Würde. Mir gefällt diese Mischung aus England und Skandinavien.“ Keiner blieb so lange auf dem roten Teppich wie er.

Die Hamburger Prominenten freuten sich über ihr Heimspiel. Cosma Shiva Hagen sagte, dass sie alle Türsteher kenne und noch ganz viele Freunde zur Party reinholen wolle. Hannelore Hoger sagte: „Das ist ein tolles Aushängeschild für diese Stadt, die ich so sehr liebe. Und schauen Sie sich das Ambiente hier an, wie toll. Ich schmeiße mich jetzt ins Vergnügen.“ Sascha bemerkte, wie wunderbar es sei, dass er zu Fuß nach Hause gehen könne. Dieter Wedel berichtete, dass von seinen zwei Goldenen Kameras, die er gewonnen hat, eine schon schwarz angelaufen sei.

"Echter Politiker trifft Fake-Politiker"

Erstmals bei der Verleihung waren zwei Hollywood-Größen: Kevin Spacey und Arnold Schwarzenegger. Die beiden waren Ehrengäste auf dem Vorempfang, der in einer Bar hinter der Bühne stattfand. „Real politician meets fake politician“, begrüßte Spacey (der in der Hauptrolle in der vielfach ausgezeichneten Politserie „House of Cards“ brilliert), Schwarzenegger mit Lachen und Handschlag. Die beiden waren sehr entspannt, genossen die eher ruhigen Minuten vor der Aufzeichnung der Gala und tranken mit ihrer Entourage Cola und Weißwein.

Spacey bedauerte, dass er nur so kurz in Hamburg bleiben können würde: „Ich muss schon in zwei Stunden wieder los, da ich weiter nach London fliege.“ Dort in Großbritannien spielt er aktuell in einem Theaterstück. Auch deutsche Fernsehgrößen outeten sich als Fans Spaceys, darunter Jan Josef Liefers, der als erster mit ihm plauschte. Jochen Beckmann, Verlagsgeschäftsführer Funke Zeitschriften, der gemeinsam mit Hörzu-Chefredakteur Christian Hellmann Gastgeber war, freute sich sichtlich: „Das ist auch ein Highlight für mich, das ist Hollywood!“ Auch kenne er den Stellenwert der „Goldenen Kamera“, der Ruf des Preise schalle also auch bis nach Amerika.

Katja Flint hat sich auf der Goldenen Kamera "noch nie gelangweilt"

Mit Übersee kennt sich Sternekoch Karlheinz Hauser aus, der für das kulinarische Wohl der Veranstaltung verantwortlich war - Prominente aus aller Welt hat er schon bekocht. „Auch Arnie, das war 1995 in Santa Monica. Deshalb bekommt er auch von mir heute einen Kaiserschmarrn, er ist ja Österreicher“, so der Süllberg-Chef. Das gemeinsame Foto war obligatorisch.

Katja Flint, in einem schwarzen Traumkleid von Designer Guido Maria Kretschmar, winkte den Hollywoodschauspielern kurz zu, bevor sie in den Saal zur Gala ging. „Ich freue mich sehr darauf, denn diese Preisverleihung ist immer sehr unterhaltsam und ich habe mich noch nie gelangweilt.“ Die Schauspielerin ist oft in Hamburg, da ihr Bruder hier mit seiner Familie lebt, ihr Patenkind inklusive.

Ebenfalls gern in der Stadt ist Musikproduzent und Preisträger Nile Rodgers: „Ich war schon oft in Hamburg, schon seit ich 21 bin. Jetzt bin ich so froh, wieder hier zu sein. Gerade war ich mit Beyonce auf der Bühne. Mit Daft Punk und Pharell habe ich im letzten Jahr so viele Preise bekommen. Dann jetzt die Grammys. Vor drei Tage habe ich mit Elton John gearbeitet. Ich habe keine Rede vorbereitet, mache ich nie!“ Da hält er es übrigens wie Charly Hübner, der im nominierten Film „Bornholmer Straße“ einen Grenzer spielt. Er habe sich keine Rede überlegt. Hübner lebt seit nun 13 Jahren im Westen Hamburgs. Es sei toll, dass die Goldene Kamera nun wieder hier verliehen würde. Fand auch der Bürgermeister, der scherzte, dass ein roter Teppich gut zur roten Flagge über dem Rathaus passe.