38.000 Neuntklässler sind computerspielsüchtig oder gefährdet
15.03.2009 | 23:55 Uhr 2009-03-15T23:55:00+0100
Hamburg. Rund 38.000 Neuntklässler in Deutschland sind computerspielsüchtig oder zumindest stark suchtgefährdet. Das geht aus der bislang größten deutschen Jugendstudie zur Nutzung von Computerspielen hervor. 15-jährige Jungen sitzen derzeit siebeneinhalb Stunden täglich vor den Flimmerkisten.
Rund 38.000 Neuntklässler in Deutschland sind computerspielsüchtig oder zumindest stark suchtgefährdet. Das geht aus der bislang größten deutschen Jugendstudie zur Nutzung von Computerspielen hervor. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hatte dazu bundesweit 44.610 Jugendliche im Alter von 15 Jahren befragt.
Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler sind hochgerechnet rund 14.300 Jugendliche dieses Alters in Deutschland computerspielsüchtig. Bei den Jungen entspreche dies einem Anteil von drei Prozent ihres Jahrgangs, bei den Mädchen rund 0,3 Prozent. Weitere 23.600 gelten demnach als stark suchtgefährdet. «Wir haben es hier mit echten Suchtexistenzen zu tun und allen Symptomen des Verfalls, sagte KFN-Leiter Christian Pfeiffer dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel».
Bei der Studie zeigte sich dem Bericht zufolge, dass Jugendliche heute deutlich länger am Computer spielen als noch im Jahr 2005. Hatten Jungen damals an Schultagen noch im Schnitt 91 Minuten lang solche Spiele genutzt, waren es bei der aktuellen Befragung 130 Minuten. An Wochenendtagen steige die Zahl von 140 auf 167 Minuten.
Zwar liegen die Spielzeiten bei Mädchen nach Erkenntnissen der Forscher deutlich niedriger. Aber auch hier sei es fast zu einer Verdreifachung an den Schultagen und zu einer Verdoppelung an den Wochenenden gekommen. Fast jeder sechste Junge spiele am Tag sogar länger als viereinhalb Stunden.
Mehr als sechs Stunden täglich vor dem Bildschirm
Alle «Flimmerkisten» zusammengenommen, also Computer, Fernseher und Spielekonsolen, sitzen 15-jährige Jungen derzeit siebeneinhalb Stunden vor dem Bildschirm, Mädchen mehr als sechs Stunden. Dieser Konsum werde von den Eltern geduldet, häufig sogar gesponsert: 70 Prozent der Neuntklässler hätten einen Fernseher im Zimmer, ebensoviele einen eigenen Computer.
Nach Angaben des Forschungsinstituts führt selbst exzessives Spielen allein noch nicht automatisch zu einer suchtartigen Abhängigkeit. Gefährdet seien, wie auch bei anderen Drogen, vor allem Jugendliche, die mit dem echten Leben nicht klarkommen, mit der Schule, mit Freunden. Jedoch seien Online-Rollenspiele ein risikoverstärkender Faktor. Dies gelte besonders für «World of Warcraft» (WoW), das mit 11,5 Millionen Nutzern weltweit das meistverkaufte Spiel in diesem Genre sei.
Suchtartiges Verhalten bei jedem zwölften «WoW»-Nutzer
«World of Warcraft»-Nutzer unter den befragten 15-jährigen Jungen spielten im Schnitt 3,9 Stunden am Tag, stellten die Experten laut «Spiegel» fest. Der Anteil der Schüler, die dabei ein suchtartiges Verhalten mit Kontrollverlust und Entzugserscheinungen zeigten, liege demnach bei 8,5 Prozent der Nutzer. KFN-Leiter Pfeiffer forderte daher, die Alterseinstufung für das Spiel von 12 auf 18 Jahre heraufzusetzen. «Es ist doch unverantwortlich, dass ein Neunklässler, der ,WoW' spielt, im Durchschnitt mehr Zeit in der Spielwelt verbringt als in der Schule», erklärte der Forscher. (ap)
23:14
Yo, warum wird bei Videospielen eigentlich immer negativ berichtet und diskutiert. Das schon mal jemanden aufgefallen? Wer aus der Geschichte lernt; früher waren Bücher schlecht, dann Filme und Kino, dann der Rock´n Roll, dann Comics..........
Uns Bürgern wird durch eine teilweise gleichgeschaltete Presse und einseitig berichtende Medien eine Stimmung und Meinung eingeflößt!!! Nein, das ist keine Verschwörungstheorie sondern Realität !
Internet und Videospiele sind ein neues, hoch innovatives Medium, dass Zeitungen, Zeitschriften und Fernsehen verdrängt. So und wie berichten diese alten Medien über Videospiele!?! 1+1=2 wenn ich mich nicht irre ;))
11:26
Hey, muss man auch mal positiv sehen. Wenns nach den Politikern geht, ist die jugend doch total verblödet, aber anscheinend gibts doch noch sehr viele, die es bis in die neunte Klasse geschafft haben^^
Jetzt mal im Ernst. Wenn man einige Comments liest, fällt sofort auf, dass einige wirklich ernsthaft glauben, was für ein Quark durch solche News verbreitet wird.
15:26
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15:24
Ja, ja, der liebe Herr Pfeiffer. Immer noch auf seinem Kreuzzug gegen Computerspiele. Um seine fachlichen Qualitäten besser beurteilen zu können, verweise ich mal auf:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/art772,2020737
Nach dem Betrachten von Fotos aus DDR-Krippen wusste er, warum in Ostdeutschland vo viele Rechtsradikale rumlaufen. Die armen Kinder sassen dort alle gleichzeitig(!) auf dem Topf.
Interessant ist hierbei auch, dass jede Zeitung eigene Zahlen (mal 14000, mal 38000) nennt.
Sehr seriös;-)
Aber das passt ja in die allgemeine Berichterstattung:
- Angela Merkel fordert mehr Kontrollen bei Waffenbesitzern. Fragt sich nur durch wen? Polizei ist Ländersache und dort werden eher Stellen gestrichen. Viel Spass bei den Verhandlungen mit den Ministerpräsidenten. Oder ist dem BKA gerade langweilig.
- schön auch ein Artikel bei SPIEGEL Online: erst wird beschrieben, dass auf dem Computer des Schützen Fotos von gefesslten Frauen gefunden wurden. Im nächsten Abschnitt des gleichen Artikels wird dann über Frau von der Leyen und ihren Kampf gegen Kinderpornographie berichtet; zum Ende des Artikels ist man dann wieder bei der Kanzlerin:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,613395,00.html
Eigentlich fehlen jetzt nur noch zwei Dinge:
- die gespielten Spiele waren Raubkopien
- er ist vor Kurzem zum Islam übergetreten
Dann haben wir ja wieder alles zusammen.
PS: Welche Musik hörte er eigentlich?
PS II: an den Vater mit dem spielsüchtigen Kind: wie wärs mit Wegschliessen des PCs? Ach, das war ja einfach...
13:24
Das Schlimme ist, dass Computerspiele von den wahren Werten des Lebens ablenken - vom Belügen und Betrügen.
Allerdings ist der Mob hier in Deutschland so verblödet, dass er nicht in der Lage ist, sich dagegen zu wehren. Deshalb wird einfach verinnerlicht, was die gekauften, verlogenen Medien verbreiten. Mein Prinzip: hilf Dir selbst, sonst hilft Dir keiner!
12:27
Zu wenige reale Angebote, die den Anforderungen - die eben mit jeder Generation und der modernisierten Gesellschaft steigen - gerecht werden.
Ich hänge auch meistens entweder vor dem Rechner, stundenlang...vor dem Fernseher oder oder. Was soll man bei schlechtem Wetter machen? Was sollen viele machen, die sich manch Freizeitspaß nicht mehr leisten können oder wollen?
Wer kann denn heute noch mit 2 oder 3 Kindern in den Zoo?
Viele Familien, gerade in meinem Umfeld, leben gerade so an der Grenze. Da soll sich niemand wundern...
12:14
Der großteil der Kommentatoren hier sieht Spiele als Feind der Bildung, was meiner Meinung nach Falsch ist. Man sollte Spiele auch als Chance sehen Wissen zu vermitteln. Ich meine jetzt nicht die Programme die heute als Lernprogramme gehandelt werden. Die Dinger sind zum grossen Teil schlecht gemacht und todlangweilig, damit lockt man keinen hinter dem Ofen vor. Ich meine solche Spiele wie z.B. Civilization. Ich war immer sehr stolz auf mein Volk wenn ich ein Weltwunder oder eine Errungenschaft vor den anderen Spielern fertig hatte. Für alle die es nicht kennen dann folgt ein kleiner Film und eine Erklärung welche Vorteile dir z.B. der Koloss von Rhodos im Spiel bringt, mit einer Erklärung wie wo und wann in der Geschichte er wirklich gebaut wurde. Allerdings das geb ich zu etwas knapp gehalten (hab mich immer gefragt warum). Solche Konzepte halte ich für ausbaufähig, den wenn man motiviert ist und Spass daran hat lernt es sich doppelt so gut, über die Zeiten die man dafür dann opfert kann wieder vortrefflich gestritten werden.
00:03
Eine der vorrangigen Aufgaben eines Kindes/Jugendlichen ist es Grenzen auszuloten, zu überschreiten. Eine der vorrangigen Aufgaben der Eltern sind die oftmals anstrengenden Grenzpatrouillen.
Klare Regeln aufstellen ! Bei Nichteinhaltung folgt Sanktion !
Kind bekommt Tobsuchtsanfall..liegt quietschend auf dem Rücken ? Macht nichts ...Kopfhörer auf und Das rote Pferd anhören!
23:21
@ thetruthis
Sorry, doch so einfach, wie Sie es sich vorstellen, habe ich es mir nicht gemacht. Natürlich habe ich den Computer durch Passwort gesichert und dadurch verhindert, dass mein Kind ohne meine Kontrolle spielen kann.
Was war das Ergebnis. Als unerfahrener Computernutzer ist man stets im Nachteil. Die Kids unterhalten sich über Chats und tauschen sich aus, wie solche Sperren umgangen werden können. Manches Mal habe ich die Tricks durchschaut, aber auch nicht immer und manches Mal eben erst nach einigen Tagen.
Erinnern wir uns an unsere eigene Kindheit. Wir haben unter der Decke gelesen. Jetzt sitzen die Kids an der Kiste.
In meiner Verzweiflung habe ich mich an einen Suchtberater gewendet und hatte das Gefühl, dass dieser sich zwar mit Tabletten- Alkohol- Spiel- und was weiß ich sonst für Süchten auskennt, doch dass die Kenntnis von der Computersucht noch nicht bis in die Beratungszimmer gedrungen ist.
23:12
Blablabla, anders kann man den Bericht der WP nicht bezeichnen!