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27-Jähriger wollte sich von der Polizei erschießen lassen

15.11.2011 | 14:40 Uhr
27-Jähriger wollte sich von der Polizei erschießen lassen
Ein 27-Jähriger schoss in Rheda mit Karabinern um sich - mit dem Ziel, sich selbst erschießen zu lassen. (Foto: dapd)

Rheda-Wiedenbrück.   In der Nacht zum Dienstag hatte der Mann mit zwei Karabinern um sich geschossen. Ein Zeuge erlitt ein Knalltrauma. Da der 27-Jährige eine Binde mit Hakenkreuz trug, ermittelt nun der Staatsschutz, ob die Tat einen politischen Hintergrund hat.

Ein offenbar lebensmüder und bewaffneter Mann hat in der Nacht zum Dienstag nahe dem Bahnhof in Rheda (Kreis Gütersloh) für Aufregung gesorgt. Der 27-Jährige hatte mit zwei Karabinern um sich geschossen - dabei feuerte er auch auf ein türkisches Lebensmittelgeschäft, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Ein Zeuge erlitt ein Knalltrauma, weitere Menschen wurden nicht verletzt. Der Mann hatte außerdem selbstgebastelte Sprengstoffpakete um den Körper gelegt, die mit Feuer zur Explosion hätten gebracht werden können.

Die Polizei konnte den vermutlich geistig verwirrten Mann in einem offenstehenden Bahnwaggon, in den er nach den Schüssen geflüchtet war, überwältigen und festnehmen. Der 27-Jährige erklärte, dass er die Tat begangen habe, um sich von der Polizei erschießen zu lassen. Sollte dies scheitern, wollte er sich in die Luft sprengen. Dazu hatte er auch einen Abschiedsbrief hinterlassen.

Staatsschutz prüft einen politischen Hintergrund der Tat

Vor der Tat hatte der Mann noch die Leitstelle der Polizei in Gütersloh alarmiert. Er wollte bei seiner Tat niemanden verletzen, sagte er. Allerdings räumte die Polizei ein, dass die Aussagen des Festgenommenen widersprüchlich seien.

Laut den Ermittlungsbehörden trug der Schütze bei der Tat eine Armbinde mit Hakenkreuz. Dies tat er nach eigenen Angaben, um Aufsehen in der Öffentlichkeit zu erregen. Der 27-Jährige betonte bei der Vernehmung, dass er kein rechtsextremes Gedankengut hege. Der Staatsschutz wurde eingeschaltet. Bislang hatte es keine Anzeichen für rechtsextremistische Aktivitäten des Mannes gegeben. Bei den weiteren Untersuchungen wurde in der Ems auch ein Rucksack mit Sprengstoffzubehör und einem SS-Helm entdeckt.

Den Angaben zufolge ist der 27-Jährige wegen seiner psychischen Probleme seit längerer Zeit in Behandlung. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung wurden zwei weitere Gewehre sichergestellt. Rechtsextremistisches Propagandamaterial wurde nicht entdeckt. Der Staatsschutz prüft nun einen politischen Hintergrund für die Taten. (dapd)

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