20 Grad im Januar - Deutschland vor neuem Rekordwinter?

20 Grad im Januar. Darunter leiden vor allem die Betreiber von Wintersport-Anlagen (im Bild: Oberstdorf).
20 Grad im Januar. Darunter leiden vor allem die Betreiber von Wintersport-Anlagen (im Bild: Oberstdorf).
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Warme Luft statt Schnee und Eis. Der aktuelle Winter gehört zu den wärmsten aller Zeiten. Er konnte sogar den Winter des vergangenen Jahres toppen.

Essen.. Wann wird's mal wieder richtig Winter? Diese Frage dürften sich viele Deutsche angesichts der vergangenen Tage gestellt haben. Denn anstatt frostiger Temperaturen, Schnee und Eis prägen bisher Regen und zweistellige Temperaturen den Januar. Schuld ist eine kräftige Strömung, die warme Atlantikluft nach Europa pustet.

"Im Berchtesgadener Land wurden am Sonntag sogar über 20 Grad gemessen. Ein neuer Allzeit-Rekord für den Januar", sagt Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst. "Viele andere Stationen haben ebenfalls neue, regionale, Rekorde aufgestellt." Auch im Revier war es ungewöhnlich warm.

Weihnachtswetter Neuer Rekordwinter?

In Duisburg und Bochum wurden 13 Grad gemessen, in Essen waren es immerhin noch zwölf Grad. Auch die übrigen Januartage waren bisher ungewöhnlich warm. Normalerweise liegt die Durchschnittstemperatur im Januar bei 0,7 Grad, 2015 liegt sie bisher bei 3,1 Grad. Mit einem warmen Februar könnte der aktuelle Winter sogar das vergangene Jahr übertreffen. Schon damals war die kalte Jahreszeit ungewöhnlich warm.

Seinerzeit lag die Temperatur 3,1 Grad über dem Mittel der Jahre 1961 als 1990, das von Meteorologen als Richtwert genutzt wird. Den Rekord hält allerdings der Winter 2006/2007. Damals betrug die Abweichung vom Richtwert 4,4 Grad. Dieser Wert dürfte kaum zu knacken sein.

Auch in Moskau ist es ungewöhnlich warm

Trotzdem erleben auch andere europäische Länder einen ungewöhnlich warmen Januar. Selbst Polen, Weißrussland und die Ukraine sind bisher fast komplett frostfrei. Und Moskau meldete sogar Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Und an den warmen Wintertemperaturen wird sich in naher Zukunft nichts ändern. Frühestens ab der kommenden Woche werde es etwas kühler, sagt Kirchhübel.

"Trotzdem müssen solche Winter nicht zur Normalität werden. Zwischen 1990 und 1995 hatten wir ebenfalls viele warme Winter. Anschließend hatten wir trotzdem einige sehr kalte Winter."