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Amok-Alarm

14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters

23.05.2012 | 12:21 Uhr
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14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
Der Tag nach dem Amok-Alarm in der Memminger Lindenschule: Der 14-jährige Schüler, der einen Amok-Alarm auslöste, knackte den Tresor seines Vaters.

Memmingen.  Nach dem Amok-Alarm in Memmingen hat sich herausgestellt, dass der 14-jährige Schüler mit der Waffe seines Vaters geschossen hat. Ein Fehlverhalten des Vaters gebe es aber nicht, hieß es. Der Leiter der Hauptschule beschrieb den Jungen als unauffällig und sympathisch.

Die Waffen des 14-jährigen Schützen von Memmingen stammen aus dem Besitz seines Vaters. Der 53-jährige Sportschütze hatte sie ordnungsgemäß in einem Tresorraum aufbewahrt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Es gebe keinen Hinweis auf ein Fehlverhalten des Vaters.

Der Schüler bleibt unterdessen vorerst in einer psychiatrischen Fachklinik. Gegen den Jungen erging am Mittwoch ein sogenannter Unterbringungsbefehl, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Johann Kreuzpointner sagte. Vor dem Ermittlungsrichter habe der Schüler von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Er habe sich mit seinem Anwalt beraten und entschieden, zu den Vorwürfen zu schweigen.

Der Junge hatte ersten Ermittlungen zufolge die elektronische Sicherung geknackt und sich dadurch Zugang zu den Waffen verschafft. Bei der Tat führte er eine großkalibrige Pistole, eine kleinkalibrige Pistole sowie eine Luftdruckpistole mit sich.

Am Dienstag hatte der 14-Jährige an der Lindenschule mit einer scharfen Waffe geschossen und war dann geflohen. Später feuerte er an einem Sportplatz um sich. Die Polizei konnte ihn nach Stunden überwältigen. Verletzt wurde niemand .

Unauffälliger Schüler

Der Achtklässler ist vor der Tat nicht als gewalttätig aufgefallen. Schulleiter Franz Schneider sagte am Mittwoch in Memmingen, er habe den Achtklässler als einen "sehr sympathischen jungen Mann" wahrgenommen und ihn sehr geschätzt. "Es ist ein ganz normaler Junge unserer achten Klasse, ein Mittelschüler, wie wir sehr viele an der Schule haben." Schneider sprach von einer Einzeltat. Ein Schüler habe, aus welchen persönlichen Gründen auch immer, überreagiert. Das habe nichts mit der Schule zu tun.

Kommentare
24.05.2012
11:41
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von Elfentraum | #7

Der Junge hat die elektronische Sicherung geknackt ... dann hätte der Vater vielleicht nicht einfach sowas Banales wie sein Geburtsdaum nehmen sollen oder den Hochzeitstag, etc. ...

Apropos Killerspiele und andere Gemeinsamkeiten, da gibts nämlich noch welche: Alle Schüler, die in der Vergangenheit Amok gelaufen sind, gingen zur SCHULE! Man sollte also überlegen, ob man Schule nicht einfach verbietet, die scheint Kinder ja so richtig aggressiv zu machen

23.05.2012
16:00
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von 1980yann | #6

Jetzt drückt die Waffenlobby natürlich die Daumen, dass der Junge irgendetwas auf seinem Rechner hat, was sich als Killerspiel bezeichnen lässt! Damit lässt sich nämlich prima davon ablenken, dass er tatsächlich mit einer Schusswaffe die Stadt in Angst und Schrecken versetzt hat.
Ablenkungsstrategie Nummer 2 ist bereits aktiv: die illegalen Waffen wären ja schließlich das viel größere Problem - seltsamerweise haben depressive Teenager selten Kontakte zu Menschen, die ihnen illegale Waffen verkaufen, die greifen lieber zu Vatis Wumme! Und wenn Papa kein "Sport"schütze ist, dann fällt der Amoklauf eben aus!

Das mit der ORDNUNGSGEMÄSSEN LAGERUNG ist übrigens reichlich albern: entweder ist das grob unwahr oder wir brauchen eine neue Ordnung! Fakt ist: die Lagerung hat es dem Jungen ermöglicht, auf die Waffen zuzugreifen! Und wenn dieser Zugriff nicht gegen eine gesetzliche Regelung zur ordnungsgemäßen Lagerung verstößt, dann erfüllt die Regelung nicht ihren Zweck!

2 Antworten
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von gatagorda | #6-1

Warum hatte der Vater seine Waffen ueberhaupt zu Hause? Hat der etwa zu Huse geuebt?
Sportwaffen sollten nur in entsrechenden Raeumlichkeiten bei den Vereinen aufbewhrt wrden duerfen

14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von 1980yann | #6-2

@6-1
Eine zentrale Lagerung sorgt auch für Probleme, weil ein Lager mit den Waffen von hunderten von Vereinsmitgliedern, professionelle Diebe anlocken könnte.

Waffenschränke sind Tresore - und für Tresore gibt es Sicherheitsnormen: je höher die Sicherheitsstufe, desto schwerer zu knacken.
Und es gehört eine Norm ins Gesetz, die etliche Stufen über dem Standard des Tresors liegt, der hier von dem Jungen geknackt wurde. Munition muss getrennt weggeschlossen werden, und auch die Anzahl der Waffen pro Tresor muss begrenzt werden ... das wird so teuer, dass ein Großteil der Waffenbesitzer sich so etwas gar nicht leisten kann!

23.05.2012
15:31
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von DrDr | #5

Jedes Jahr der gleiche Mist, jedes Jahr ein Amoklauf, jedes Jahr mit Beteiligung einer Waffe von einem Sportschützen, jedes Jahr wird die Diskussion darüber, ob sog. Sprortschützen wirklich großkalibriege Waffen besitzen dürfen, mit scheinheiligen Elementen verhindert.

23.05.2012
15:13
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von okapi | #4

Die Waffen des 14-jährigen Schützen von Memmingen stammen aus dem Besitz seines Vaters. Der 53-jährige Sportschütze hatte sie ordnungsgemäß in einem Tresorraum aufbewahrt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten.

Das zeigt doch nur, dass Waffen und Verschluß an unterschiedlichen Orten aufbewahrt werden müssen, wenn die Sportschützen ihre Waffen unbedingt mit nach Hause nehmen müssen

23.05.2012
13:47
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von wonko2 | #3

Und da haben wir wieder das verbindende Element, das all diesen Vorfällen gemein ist - der leichte Zugang zu Waffen. Aber ich möchte wetten, daß wir schon bald wieder über sog. "Killerspiele" diskutieren.

23.05.2012
13:42
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von rudizehner | #2


Wie kann es einem 14jährigen gelingen - und ich gehe davon aus, dass er kein Nachwuchs-Safeknacker ist - einen Tresorraum zu -knacken-? Das ist bei korrekter Aufbewahrung der Waffen wohl eher auszuschliessen.....

23.05.2012
12:50
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von TVtotal | #1

"Der 53-jährige Sportschütze hatte sie ordnungsgemäß in einem Tresorraum aufbewahrt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten. Es gebe keinen Hinweis auf ein Fehlverhalten des Vaters."

ui mit 14 Jahren schon in der Lage einen Tresoraum zu knacken?

1 Antwort
14-jähriger Schütze schoss mit der Waffe seines Vaters
von roadrunner1 | #1-1

Korrekt!
Und jetzt werden wieder die Schlaumeier auf den Plan kommen, die behaupten Schusswaffen seien nicht gefährlich und es hätte auch alles mit einem Brotmesser passieren können.

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