10 Tipps für ein entspanntes erstes Semester

Volle Hörsäle, viele neue Infos – besonders zu Anfang sind viele Studienanfänger überfordert.
Volle Hörsäle, viele neue Infos – besonders zu Anfang sind viele Studienanfänger überfordert.
Foto: Bernd Lauter/WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das Sommersemester hat begonnen und damit für viele Erstsemester-Studenten ein neuer Lebensabschnitt. Besonders am Anfang haben viele „Erstis“ Schwierigkeiten damit, den Wust an neuen Eindrücken und Infos zu überblicken. Wir geben Tipps zu Stundenplänen, Orientierung und mehr.

Essen.. Am kommenden Montag beginnt die Vorlesungszeit und damit für viele junge Erwachsene ein neuer Lebensabschnitt. Wer allerdings noch immer glaubt, als Student bis mittags schlafen zu können, wird leider schwer enttäuscht werden. Wie Sie gut durch die erste Woche kommen, was Sie tun und was Sie besser lassen sollten, lesen Sie hier.

Stundenplan optimieren

Häufig können Studierende ihre Kurse frei wählen und schießen dabei gerne übers Ziel hinaus. Gerade Erstsemester sollten sich nicht zu viel Arbeit aufladen. 20 Semesterwochenstunden gelten als Richtwert im Hinblick auf die Regelstudienzeit. Ganz wichtig sind längere Pausen für ein Mittagessen oder die mitunter langen Wegzeiten zwischen den Gebäuden. Je nach Hochschule und Fächerkombination bedeutet das manchmal sogar eine Fahrt ans andere Ende der Stadt.

Auto stehen lassen

Unerfahrene Studierende sollten das Auto in jedem Fall zu Hause stehen lassen. Wer die geheimen Schleichwege im chronisch überfüllten Parkhaus nicht kennt, ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln besser bedient. Auch wenn Züge nicht immer pünktlich fahren und es schon mal eng werden kann, sind Bus und Bahn meist schneller und in jedem Fall günstiger. Außerdem kommt man am Bahnsteig schnell miteinander ins Gespräch. Viele Studierende verabreden sich und fahren gemeinsam bis zum Hörsaal.

Lageplan ausdrucken

Es klingt banal, aber der wichtigste Gegenstand für Erstsemester ist der Lageplan der Hochschule. Wer nicht schon immer mal auf einer spontanen Wanderung den Botanischen Garten erkunden wollte, sollte sich an die kleine Landkarte halten, die es auf der Internetseite der Uni zu finden gibt. Menschen mit durchschnittlichem Orientierungssinn sollten die Wege im Idealfall einmal vorher ablaufen und sich dabei bereits nach Toiletten und Süßigkeitenautomaten umsehen.

Stoffbeutel mitbringen

Der gute alte Stoffbeutel ist nicht nur bei Hipstern hoch im Kurs. Auch Studierende sollten immer ein Exemplar im Rucksack mitführen. Immer mal wieder verschenken Firmen Zeitungen, Getränke oder sogar Rasierapparate auf dem Campus. Plötzlich zu warm gewordene Kleidung lässt sich ebenfalls im Beutel verstauen und spätestens nach einem Bibliotheksbesuch lernt ein jeder den wahren Wert so einer Tasche zu schätzen. Zur absoluten Pflichtausstattung gehören auch ein paar Münzen für die Schließfächer.

Handy auf lautlos stellen

Wer nicht gleich am ersten Tag negativ auffallen will, der sollte sein Handy unbedingt auf lautlos stellen. Manche Unis haben zwar mit monströsen Betondachkonstruktionen vorgesorgt (gilt leider auch für WLAN), aber auch darauf kann man sich nicht verlassen. Dozenten reagieren oft empfindlich auf Störungen und auch die kichernden Blicke von 300 Kommilitonen sind einem sicher, wenn plötzlich ein ausgefallener Klingelton aus der Tasche ertönt. Auch den Laptop sollte man nicht unbedingt mit in den Hörsaal nehmen – das gilt übrigens auch für Haustiere.

Rechtzeitig Sitzplatz suchen

Mit den Sitzplätzen in Hörsälen ist es wie mit den Rettungsboten auf „unsinkbaren“ Kreuzfahrtdampfern – es gibt einfach zu wenige. Daher empfiehlt es sich, immer ein paar Minuten früher an Ort und Stelle zu sein. Nach einigen Wochen ist die Masse dann auf einen überschaubaren Rest zusammengeschrumpft, der erst kurz vor Beginn der Klausurphase wieder sprunghaft anwächst. Wer es eilig hat, der setzt sich außerdem in eine der vordersten Reihen. Viele Dozenten lassen Anwesenheitslisten durch den Saal gehen und beginnen damit immer in Nähe zum Rednerpult.

Fachschaftsrat besuchen

Eine der besten Adressen für neue Freundschaften ist der Fachschaftsraum. Oft gut versteckt zwischen Treppenhaus und Büros, findet sich in jedem Fachbereich eine Art Wohnzimmer mit abgenutzten Sofas und einer oft kostenlosen Kaffeestation. Der Fachschaftsrat ist so etwas wie die Schülervertretung und besteht fast immer aus älteren Studierenden, die viel über Dozenten und Studentenpartys erzählen können. Für kleines Geld bekommt man hier meist auch gebrauchte Bücher und Klausurensammlungen. Wer einen Job an der Uni sucht, kann sich hier ebenfalls bei den Kommilitonen umhören.

Dokumente einstecken

Eine Hochschule ist eine Selbstverwaltungskörperschaft des öffentlichen Rechts und damit eine Behörde. An vielen Türen steht leider groß „Bürokratie“, weshalb ohne die richtigen Dokumente häufig nichts funktioniert. Gerade bei Dozenten und Prüfungsämtern empfiehlt es sich, die Zeiten für Sprechstunden im Internet oder telefonisch zu erfragen. Überlebenswichtiger Gegenstand ist der Studierendenausweis, der an vielen Unis zugleich das Semesterticket ist. Auch Bücher und vergünstigtes Essen gibt es oft nur mit der Plastikkarte.

Fehlzeiten beachten

Zugegeben, alles ist Verhandlungssache, aber wer im Ernstfall keine guten Ausreden parat hat, der sollte sich vorzeitig an Regeln gewöhnen. Sicherlich gibt es das Akademische Viertel und mit vielen Dozenten kann man nach (!) der Veranstaltung in Ruhe über Fehlzeiten sprechen, grundsätzlich gilt aber: Wer mehr als zwei Mal unentschuldigt abwesend ist, der fliegt aus dem Kurs. Vor allem an der ersten Sitzung sollte man unbedingt teilnehmen, da hier meistens auch Referatsthemen vergeben werden. Studierende, die nicht erscheinen, werden häufig sofort von der Liste gestrichen um Platz für wartende Nachrücker zu machen.

Augenarzt aufsuchen

Ja, Sie haben richtig gelesen. Erstsemestern raten wir zu einem Besuch beim Augenarzt. Oft bemerkt man es selbst nicht, aber die Sehkraft lässt gerade bei Teenagern ein wenig nach (etwa jeder achte unter 20 Jahren). Wenn man die Tafel nicht mehr klar erkennen kann, liegt das meistens nicht nur an der schlechten Handschrift des Professors. Da im Studium viel gelesen wird, sollte man nicht warten bis ständige Müdigkeit und Kopfschmerzen einen ausbremsen.