Kultur

Theaterstück „Next Level“ ist willkommene Abwechselung

11.07.2012 | 10:59 Uhr
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Theaterstück „Next Level“ ist willkommene Abwechselung
Die Schüler lernten, das Schauspielerei ein hartes Stück Arbeit sei. Foto: Schlegel

Mülheim.   Manche Zuschauer blieben zwar mit Fragezeichen im Gesicht zurück. Doch mit dem Theaterstück „Next Level“ landete der Literaturkurs der Mülheimer Luisenschule trotzdem einen großen Erfolg.

Next Level was? - Über ein Theaterstück der besonderen ArtIn der Tat. Das, was der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 der Luisenschule am vergangen Mittwochabend in der Stadthalle Mülheim an der Ruhr auf die Bühne gebracht hatte, sorgte für große Verwunderung aber nicht weniger Begeisterung. Das Stück: „Next Level Parzival“ nach Tim Staffel.

Doch worum geht es eigentlich? Für viele blieb die Frage selbst nach der Vorstellung zumindest teilweise ungeklärt. Denn mit den Begriffen wie „LAN-Party“, „Avatar“ und „Server“ konnten die älteren Zuschauer wohl eher weniger etwas mit anfangen.

Dem Erfolg tat dies jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Gerade die älteren Lehrer der Luisenschule empfanden das „komplett andere Stück, das keiner auf dem Schirm hatte“ nach all den Jahren klassischer Aufführungen als etwas Erfrischendes.

Es geht um sieben Jugendliche, die sich regelmäßig treffen, um ihr gemeinsames Lieblingsvideospiel „Arthus“ zu spielen. Jeder Spieler besitzt in diesem Spiel eine Figur, einen so genannten „Avatar“. Während die Freunde sich in der virtuellen Welt nach und nach für ihre „Avatare“ „Tugend-, Kampf-, oder Erfahrungspunkte“ sammeln, taucht plötzlich ein unbekannter fremder Mitspieler namens „Parzival“ auf, welcher offenbar völlig eigenständig und ohne jegliche Regeln bzw. „Tugenden“ in der Fantasywelt eine anarchische Rolle spielt.

Keine Schüler sondern Künstler

Zwischen Witz, Selbstironie und einer professionellen Darstellung zweier Welten, die im Verlauf des Stückes mehr und mehr zu verschmelzen scheinen, schaffte es der Literaturkurs das Bild einer Generation darzustellen, welche „nicht mehr zwischen Realität und digitaler Welt unterscheiden kann“, so Lukas Skubatz, Darsteller von „Parzival“.

Das virtuelle Dasein rückt völlig in den Mittelpunkt und die Auseinandersetzungen der Jugendlichen eskalieren. Für die Darsteller bzw. Schüler ist aber vorrangig nicht nur die Botschaft des Stücks von Bedeutung, sondern viel mehr die Erfahrung, die dieses Literaturprojekt mit sich brachte.

„Das Projekt hat uns total zusammengeschweißt, wir haben alle ein ganzes Jahr auf den Tag hingearbeitet, sowas bleibt einem in Erinnerung.“ Auch habe man jetzt ein viel größeres Verständnis, was Theateraufführungen oder schauspielerische Leistung angeht. „Durch dieses Projekt kann ich jetzt erst begreifen, wie schwierig das Schauspielern eigentlich ist“, so Chiara Wenning.

Insofern lässt sich dem Schulleiter Bernd Troost nur noch zustimmen: „Das waren keine Schüler mehr. Das waren Künstler.“ Die Erwartungen auf das nächste Theaterprojekt im folgenden Jahr sind selbstverständlich jetzt schon sehr hoch. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich dies bestätigen wird und ob es erneut eine solche Überraschung geben wird.

Maximilian Schlegel

ZeusPower-Reporter

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