Soziales

„Schule zu haben ist wahres Glück“

26.06.2012 | 11:08 Uhr
„Schule zu haben ist wahres Glück“
Linn Marie Schütze und Kira Lena Zerwer sind die Unicef Junior Botschafterinnen des Jahres 2012. Foto: Draub

Frankfurt am Main.   Die zwei Schülerinnen Linn Marie Schütze und Kira Lena Zerwer haben mutig ein Projekt auf die Beine, um auf das Kinderrecht auf Bildung hinzuweisen. Mit den frisch von Unicef gekürten Junior Botschafterinnen sprach Katharina Draub.

Da hat sich die Arbeit sichtlich gelohnt: Über ein halbes Jahr lang haben Linn Marie Schütze, 16 Jahre alt aus Buchholz in der Nordheide, und Kira Lena Zerwer, 17 Jahre aus Rosengarten, an ihrem Projekt für Kinderrechte, insbesondere das Recht auf Bildung, gearbeitet. Die beiden Mädchen veranstalteten in ihrer Schule für die fünften und sechsten Klassen Projekttage. An diesen informierten sie die Schüler über die Lebenssituation der Kinder in Afrika, welche beim Recht auf Bildung besonders benachteiligt sind – mit Musik, Sport und ganz viel Kreativität. Zudem wurden an einem Tag der offenen Tür selbstgeknüpfte Bänder, auf denen die Kinderrechte abgebildet sind, verkauft und das eingenommene Geld gespendet.

Belohnt wurde ihr Engagement auf der Unicef Preisverleihung in Frankfurt mit der Auszeichnung „Unicef Junior Botschafter des Jahres 2012“. ZeusPower sprach mit Linn Marie und Kira Lena kurz nach der Preisübergabe.

Wie habt ihr von der Juniorbotschafter-Aktion erfahren?

Kira: Als kleines Kind habe ich schon immer die Zeitschrift Geolino gelesen und es wurde dort schon öfters darüber berichtet. Da wir beide uns schon immer für Kinderrechte, insbesondere auf das Recht für Bildung einsetzen wollten, dachten wir, wir könnten in diesem Rahmen, der ja schon offiziell ist, eine Aktion durchführen.

Wie kamt ihr auf die Idee eures Projektes?

Linn: Wir arbeiten beide gerne mit Kindern zusammen und da wir ja selber noch Schülerinnen sind, haben wir uns sofort auf das Thema Bildung geeinigt. Da es natürlich effektiver ist, den Kindern dieses Thema zu vermitteln und nicht den Eltern, haben wir uns entschieden dieses Projekt in der Schule durchzuführen, in dem wir für die Fünft- und Sechstklässler Projekttage eingeführt haben. Anschließend folgten ein halbes Jahr lang Vorbereitungen, welche wir trotz der Schule und den Zwischenprüfungen geschafft haben.

Was hat euch zu eurer Arbeit motiviert?

Kira: Zu Beginn hat uns einfach der Wille, den Kindern etwas beizubringen motiviert. Und am Ende war es wirklich so, dass uns die Kinder motiviert haben, weil sie oft zu uns kamen und gesagt haben, wie schön und toll es doch sei.

Linn: Am Anfang hatten wir natürlich ein wenig Angst und Zweifel selber andere Schüler zu unterrichten, aber es hat zum Glück alles ohne Probleme geklappt.

Gab es irgendwelche Schwierigkeiten?

Kira: Am Anfang waren einige Lehrer ein wenig skeptisch und haben es uns nicht zugetraut, dass wir wirklich in den Klassen produktive Sachen erstellen.

Linn: Aber nach den ersten Tagen waren sie dann doch begeistert und haben uns sogar gefragt, ob wir es nicht noch einmal machen würden, wie zum Beispiel in Vertretungsstunden.

Hat Euch jemand bei eurem Projekt unterstützt?

Linn: Hauptsächlich haben wir alles alleine gemacht, aber unsere Eltern haben uns auch unterstützt und Fahrdienste geleistet oder für den Tag der offenen Tür Kuchen gebacken. Zudem haben auch zwei gute Freunde von uns unsere Arbeitsschritte mit Videos und Fotos festgehalten. Aber das Projekt an sich haben wir alleine gemacht.

Was wolltet ihr mit dem Projekt erreichen?

Kira: Unser Hauptziel war es, dass die Kinder begreifen, wie wichtig die Bildung ist und was es für ein Glück ist, zur Schule gehen zu dürfen!

Linn: Wir wollten auch, dass sie durch das kreative Arbeiten begeistert sind und sich später auch einmal für Kinderrechte einsetzen werden.

Was nehmt ihr für die Zukunft mit?

Linn: Wir haben durch das Projekt sehr viel gelernt, dass hätten wir zu anfangs gar nicht gedacht. Aber es war wirklich schön mit den Kindern zu arbeiten und eine tolle Erfahrung. Natürlich war es zwischendurch mal anstrengend, aber es hat trotzdem unglaublich viel Spaß gemacht.

Kira: Wir haben auch viel über die Kinderrechte gelernt und wir hatten sogar einige Kinder dabei, welche aufgrund ihrer Migrationshintergründe Erfahrungen in diesem Bereich gemacht haben und uns dann auch was zum Thema erzählt haben.

Habt ihr vor in der Zukunft auch ehrenamtlich zu arbeiten?

Kira: Ich kann es mir gut vorstellen im sozialen Bereich tätig zu sein, weil es auch Spaß bringt und man auch etwas wieder bekommt.

Linn: Man merkt einfach, dass man etwas erreicht hat.

Wie wird es mit eurem Projekt weitergehen?

Kira: Wir haben eine Indien-AG in unserer Schule und da eröffnen wir gerade einen Kinderrechtszweig, weil wir eine Patenschule in Indien haben und dort ist es ja auch noch sehr kritisch mit den Kinderrechten.

Linn: So haben wir dann praktisch eine eigene AG und wollen dort natürlich auch die Projekttage weiterführen. Es haben uns sogar schon andere Schulen gefragt, ob wir ihnen nicht auch die Materialien geben könnten. Wir helfen natürlich, denn das Thema muss auf jeden Fall weitergetragen werden!

Katharina Draub, 17 Jahre, Duisburg

ZeusPower-Reporterin

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