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Erst im Männerjob gearbeitet, nun als Ministerin

05.06.2012 | 15:51 Uhr
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Erst im Männerjob gearbeitet, nun als Ministerin
Die ZeusPower-Reporter Daniel Klump und Melanie Schäfer führen ein Live-Interview mit Ministerin Barbara Steffens an der Ruhr-Universität Bochum. Foto: Gero Helm

Bochum.   Als Frau in einem Männerberuf Fuß zu fassen, das wollte Ministerin Barbara Steffens vor 25 Jahren unbedingt, als sie nach einer Ausbildung Chemie studierte. Die ZeusPower-Reporter Melanie und Daniel trafen sie an der Ruhr-Universität Bochum im Rahmen des Girls’ & Boys’ Day zum Gespräch.

Steffens ist  heute Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen. Im Interview erzählt sie, warum sie sich gewünscht hätte, auch in ihrer Jugend eine Veranstaltung dieser Art zur Berufsorientierung nutzen zu können.

Hätten Sie sich den Girls‘ Day, den es erst seit 2001 gibt, für ihre eigene Berufswahl gewünscht?

Ja, denn früher war es noch schwieriger für Mädchen in so genannten Männerberufen Fuß zu fassen.

In welche Bereiche hätten Sie gerne Einblick erhalten, wenn es den Girls‘ Day schon gegeben hätte?

In alles, was mit Chemie zu tun hat, denn das hat mich interessiert. Aber ich habe mir das nicht wirklich zugetraut.

Barbara Steffens absolvierte eine Ausbildung als biologisch-technische Assistentin, bevor sie Chemie studierte. Heute ist sie in NRW Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter. Foto: Gero Helm .

Warum ist es notwendig, dass auch Frauen im Bereich Technik, IT und Handwerk arbeiten?

Weil es in diesen Berufen viele neue Chancen für Frauen gibt. Die Chance zum Beispiel, die eigene Kreativität einzubringen und Technik nach eigenen Vorstellungen mitzugestalten. Außerdem handelt es sich um Berufe mit guten Verdienstchancen. Und auch die Gesellschaft insgesamt profitiert, denn alle Fachkräfte werden gebraucht.

Wie kam es dazu, dass Sie biologisch-technische Assistentin wurden, was gerade vor 25 Jahren nicht als traditioneller Beruf für Frauen galt?

Ich habe zuerst mit eher ‚typischen’ Frauenfächern ein Studium begonnen, aber gemerkt: das ist nichts für mich. Direkt in ein anderes Studium wechseln wollte ich auch nicht, also habe ich die Ausbildung zur BTA gemacht und dann endlich Chemie studiert. Vielleicht wäre das mit einem Girls’ Day schneller gegangen.

Sie sind auch die Schirmherrin von MINTrelation, einem Projekt, das junge Frauen für Berufe im MINT-Bereich begeistern möchte. Inwiefern glauben Sie, wirken sich all diese Projekte wirklich in dieser Richtung auf die Berufswahl aus?

Von Projekten wie MINTrelation oder auch dem Girls’ Day und Boys’ Day können Impulse ausgehen, gute Beispiele können inspirieren und Mut machen.

Kann man seit der Einführung des Girls‘ und Boys‘ Day eine positive Entwicklung der Frauen im Berufsfeld IT und Technik erkennen?

Ja, es gibt einen positiven Trend. Vor gut zehn Jahren haben nur wenige Frauen MINT-Fächer studiert. Heute sind es wesentlich mehr mit zum Teil deutlichen Steigerungsraten. So hat sich die Zahl der Studienanfängerinnen im Fachbereich Elektrotechnik von 1995 bis 2009 bundesweit mehr als verdreifacht, von 568 auf 2023. In Mathematik und den Naturwissenschaften hat sie sich im selben Zeitraum bundesweit mehr als verdoppelt, von 20.744 auf 43.559. Dennoch: Die traditionelle Berufswahl hat noch immer nicht ausgedient.

ZeusPower-Reporter Melanie Schäfer und Daniel Klump

 

ZeusPower-Reporter

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