Meine zweite Heimat
02.11.2009 | 15:32 Uhr 2009-11-02T15:32:00+0100Zeus-Reporterin Larissa berichtet über Kolumbien und die Hauptstadt Bogota
Alle zwei Jahre fliegen wir in die Heimat meiner Mutter: Kolumbien. Wir besuchen dort die Familie. Vom Flughafen in Deutschland geht es erst einmal nach Madrid. Dort müssen wir in ein Flugzeug nach Kolumbien umsteigen. Es ist immer eine sehr anstrengende Reise. Es dauert viele Stunden, bis man in Bogota, Kolumbiens Hauptstadt, ankommt. Wir müssen sogar im Flugzeug übernachten.
Wenn wir aus dem Flughafen kommen, erstrecken sich hinter den vielen Häusern riesengroß und majestätisch die Anden. Die grünen Berge sehen wunderschön aus, Bogota liegt nämlich direkt in den Anden. Egal in welchem Teil der Stadt man sich befindet, überall sieht man im Hintergrund die atemberaubende Bergkette des Gebierges.
Weit
verstreut
Die Eltern meiner Mutter, meine Großeltern „Abuelita” und „Abuelito”, erwarten uns immer überglücklich. Außerdem hat meine Mutter noch drei Schwestern. „Marinita” in Kolumbien, „Sandrini” in Kanada und „Claudia” in den USA. Da wir so weit entfernt voneinander wohnen, sehen wir uns fast nie. Genau deshalb ist die Reise nach Kolumbien immer etwas ganz Besonderes. Es ist immer wieder ein fröhliches Wiedersehen.
Ich genieße jedesmal die Sprache. Die Kolumbianer sprechen ein sehr sanftes, schönes Spanisch, ganz anders als die Spanier. Es tut richtig gut, die ganze Zeit spanisch zu sprechen. Irgendwie kommen mir die Kolumbianer viel freundlicher und offener vor als die Deutschen.
Der Fahrstil auf den Straßen der Stadt ist allerdings etwas beängstigend. Jeder fährt in jede Lücke, Verkehrsregeln werden nicht so beachtet wie hier und es wird viel gehupt. Ein totales Chaos. Trotzdem liebe ich es. Wenn man an einer Ampel im Auto wartet, kommen Leute ans Fenster und verkaufen einem Essen oder Sonstiges. In Deutschland wäre das ausgeschlossen, dabei ist es manchmal ganz praktisch.
Einmal fuhr ich mit meiner Mutter in einem Bus. Ein Mann kam herein und sang irgendwelche Kirchenlieder in der Hoffnung, die Leute würden ihm dafür Geld geben. Das klingt so, als ob es in Kolumbien nur arme Menschen gibt, doch das stimmt nicht. Genau wie in anderen Ländern auch gibt es jede Sorte von Menschen. Reiche und arme Leute.
Da Bogota die Hauptstadt ist, gibt es dort viele große Einkaufszentren und Geschäfte. „Santafe” ist ein riesiges Einkaufszentrum und „Exito” ist ein ebenfalls sehr beliebtes Geschäft. Das „Museo del oro” ist das größte Goldmuseum der Welt. Alle möglichen Objekte aus Gold sind hier ausgestellt. Von Waffen bis zu Schmuck. Es ist sehr interessant sich das anzusehen.
Ich liebe Kolumbien, die Menschen, das Essen, die Sprache, einfach alles. Es ist toll, in ein anderes Land zu reisen und eine komplett andere Kultur kennen zu lernen. Und das nicht nur von einem Hotel aus als Tourist, sondern mitten im Leben – als Teil einer großen Familie.
Larissa Kersting, 8 e, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

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