Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Mietrecht

Rückzahlungsanspruch bei zu kleiner Wohnung auch nach Jahren

22.03.2013 | 11:45 Uhr
Rückzahlungsanspruch bei zu kleiner Wohnung auch nach Jahren
Meist eher zufällig bemerken Mieter, dass die Quadratmeterzahl im Mietvertrag nicht korrekt angegeben ist.Foto: dapd

Krefeld.  Immer wieder stellen Mieter fest, dass die im Mietvertrag angegebene Quadratmeterzahl der Wohnung nicht der Realität entspricht. Auch wenn die Flächendifferenz erst nach einigen Jahren auffällt, kann der Mieter eine Rückerstattung zu viel gezahlter Miete vom Vermieter verlangen.

Ist eine Wohnung kleiner als im Mietvertrag angegeben, können Mieter auch noch nach Jahren zu viel gezahlte Miete zurückfordern. Dieser Anspruch verjährt nicht automatisch, entschied das Landgericht Krefeld (Az.: 2 S 23/12), wie die "Neue Juristische Wochenschrift" (Heft 6/2013) berichtet. Für die Verjährung entscheidend ist der Zeitpunkt, an dem der Mieter von diesem Mangel wusste.

In dem verhandelten Fall hatte ein Mieter bei Bodenarbeiten in seiner Wohnung festgestellt, dass sie gut 13 Quadratmeter kleiner war, als im Mietvertrag angegeben. Der Mieter verlangte daraufhin die Rückerstattung zu viel gezahlter Miete. Der Vermieter argumentierte dagegen, die Rückforderung sei verjährt, da der Mieter schon jahrelang dort wohne.

Das Landgericht gab dem Mieter Recht: Eine Verjährung wäre nur denkbar, wenn der Mieter von der Flächendifferenz gewusst hätte, befanden die Richter. Das sei hier nicht bewiesen. Kaum ein Mieter vermesse die gemietete Wohnung ohne weiteres. Völlig unerheblich sei es hierbei, wie lange ein Mieter schon in der Wohnung lebe. (dpa)


Kommentare
Aus dem Ressort
Keine Mitwirkungspflicht bei Modernisierungen für Mieter
Urteil
Mieter haben keine Mitwirkungspflicht bei notwendig gewordenen Modernisierungsarbeiten. Durchaus müssten Mieter die Arbeiten dulden, sie seien aber nicht verpflichtet, für sogenannte Baufreiheit zu sorgen. Damit bewertete das Landgericht eine Kündigung in einem verhandelten Fall als unwirksam.
Bauherren sind auch bei Baumängeln zur Abnahme verpflichtet
Wohnanlage
Bauherren dürfen die Abnahme nicht wegen unwesentlicher Mängel einfach verweigern. Wurde die Wohnung oder das Haus vertragsgemäß hergestellt, ist der Bauherr zur Abnahme verpflichtet. Vorhandene Mängel sollten schriftlich dokumentiert werden. Darauf weist der Bauherren Schutzbund hin.
Hecke aus Feuerdorn im August zurückschneiden
Immergrün
Die orange-leuchtenden Beeren des immergrünen Feuerdorns sind vor allem im Winter ein bunter Farbtupfer im Garten. Hobbygärtner sollten den Strauch jetzt im August noch zurückschneiden, wenn er als Hecke dienen soll. Darauf weist der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau hin.
Verbraucher müssen Schlüsseldienst nicht vor Ort zahlen
Rechnung
Verbraucher müssen den Schlüsseldienst nicht vor Ort bezahlen. Selbst wenn der Techniker auf eine Sofortzahlung besteht, können Verbraucher auf eine Rechnung pochen. Generell gilt, dass Verbraucher wucherisch überhöhte Preise nicht akzeptieren müssen. Sie sollten die Rechnung prüfen lassen.
Private Stromerzeuger sind von EEG-Umlage ausgeschlossen
Solarstrom
Ab August müssen Verbraucher, die Solarstrom selbst erzeugen und verbrauchen, Anteile der EEG-Umlage zahlen. Private Stromerzeuger sind davon aber ausgeschlossen. Auch Eigenheime mit einer Leistung von maximal zehn Kilowatt sind von der Regel ausgenommen. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin.
Umfrage
Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

Die Bundesregierung erwägt, Arzttermine zentral zu vergeben , um lange Wartezeiten zu verhindern. Eine gute Idee?

 
Fotos und Videos
Neue Trends beim Küchendesign
Bildgalerie
Fotostrecke
Wandbilder von Essen
Bildgalerie
XXL-Fotos
Kölner Möbelmesse
Bildgalerie
Fotostrecke
Tapetentrends im Herbst
Bildgalerie
Fotostrecke