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Eine Haushaltshilfe anstellen - was man beachten muss

25.01.2013 | 05:45 Uhr
Eine Haushaltshilfe anstellen - was man beachten muss
Ende 2012 waren erstmals 250.000 Minijobber in Privathaushalten gemeldet.Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Haushaltshilfen sind oft nicht teuer. Allerdings arbeiten sie oft schwarz. Dabei ist es aber für den Arbeitgeber sogar günstiger, die Haushaltshilfe korrekt anzumelden: Einen Teil der Ausgaben kann abgesetzt werden. Wie die Anmeldung funktioniert, erklärt ein Experte von der Minijobzentrale.

Ob zum Putzen, Kochen oder für die Kinderbetreuung - immer mehr Haushalte holen sich eine bezahlte Hilfe. Ende 2012 waren erstmals mehr als 250.000 Minijobber in Privathaushalten gemeldet. So viele Arbeitsverhältnisse zählte die Minjob-Zentrale in Essen. Tatsächlich dürften noch weit mehr Menschen als Haushaltshilfen arbeiten: "Wir gehen bei Privathaushalten von einer Schwarzarbeitsquote von weit über 50 Prozent aus", sagt Christian Schirk von der Minijob-Zentrale.

Auch deshalb hat der Gesetzgeber eine großzügige steuerliche Abzugsfähigkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen vorgesehen: "Der Arbeitgeber kann 20 Prozent seiner Kosten direkt von seiner Steuerschuld abziehen", sagt Schirk. Bis zu 510 Euro könnten Privathaushalte so jährlich absetzen. Für Kinderbetreuung könnten sogar zwei Drittel der Aufwendungen, maximal jedoch 4000 Euro pro Kind und Jahr, als Sonderausgaben geltend gemacht werden.

Vereinfachtes Meldeverfahren

"Unterm Strich bringt das mehr als die Sozialabgaben, die für einen Minijob abgeführt werden müssen", sagt Elke Wieczorek, Geschäftsführerin des Berufsverbands der Haushaltführenden (DHB) in Bonn. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt werden: "Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Tätigkeiten, die man auch selbst erledigen kann", erläutert Wieczorek. Also beispielsweise Reinigungs- oder Gartenarbeiten, nicht aber die Reparatur des Dachstuhls. Als Minijob galt eine Arbeit bislang, wenn dabei nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient wurden. Seit dem 1. Januar sind 450 Euro monatlich erlaubt .

Ein Vorteil von Minijobs ist das vereinfachte Meldeverfahren für Privathaushalte: "Wer auf 450-Euro-Basis im Haushalt beschäftigt ist, muss an die Minijob-Zentrale gemeldet werden", sagt Schirk. "Wir melden den Beschäftigten dann bei den Sozialversicherungen an." Das gelte auch für die Reinigungskraft, die nur 100 Euro im Monat bekomme. Dafür gibt es auf der Website der Minijob-Zentrale ein Formular, den sogenannten Haushaltsscheck, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam ausfüllen und unterschrieben einschicken müssen. (dpa)



Kommentare
25.01.2013
10:09
Eine Haushaltshilfe anstellen - was man beachten muss
von Syndikus | #1

Was nutzen die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten, wenn sich keine Haushaltshilfe findet, die sozialversicherungspflichtig arbeiten will? Das Problem an den Minijobs in diesem Sektor ist ja gerade, das man nur einen Minijob haben darf - mit dem zweiten werden beide Minijobs voll sozialversicherungspflichtig. Und da kaum eine Haushaltshilfe auf einer vollen Stelle arbeitet, haben die meisten mehrere Minijobs, von denen maximal einer ordnungsgemäß gemeldet ist. Diesen Unsinn verdanken wir letztlich der SPD, die die steuergünstige Beschäftigung im Privathaushalt als "Dienstmädchenprivileg" anprangert anstatt eine pragmatische Lösung zu suchen, die allen Beteiligten (einschließlich der Haushaltshilfen !!!) gerecht wird und Schwarzarbeit möglichst vermeidet.

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