Zu hohe Telefonrechnung - Vodafone erleidet Shitstorm
01.08.2012 | 17:49 Uhr 2012-08-01T17:49:00+0200
Essen. Eine Kundin beschwert sich auf Facebook über eine zu hohe Telefonrechnung, die ihr Vodafone geschickt hat. Tausende schließen sich ihr an. So entsteht ein Shitstorm, dessen Intensität für Vodafone etwas völlig Neues ist. Doch auch andere Unternehmen sind schon in diesen Strudel geraten.
Wenn es nicht an der Telefon-Hotline klappt, dann doch vielleicht im Internet, dachte sich Anni Roc, als sie sich über das soziale Netzwerk Facebook an Vodafone wandte, um sich über eine zu hohe Telefonrechnung zu beschweren. Roc löste damit einen Proteststurm aus, einen Shitstorm, wie die Netzgemeinde das nennt. Tausende andere Nutzer des sozialen Netzwerks machten ihrem Ärger über Vodafone ebenfalls Luft. Und zwangen das Unternehmen zu reagieren. Kein Einzelfall.
Der Fall Vodafone
Anni Roc behauptet, sie habe mit ihrem Handy überhaupt nicht telefoniert. Vodafone stellte trotzdem 275 Euro in Rechnung. Das wollte sich die Facebook-Nutzerin nicht gefallen lassen und machte ihrem Ärger Luft im sozialen Netzwerk. Das rief wiederum andere auf den Plan. Ein Sturm der Entrüstung kam auf – und zwang Vodafone zu reagieren.
„Es gibt jedoch besondere Situationen – manche nennen es Shitstorm – in denen es mit dem Dialog nicht immer einfach ist. Umso ernster nehmen wir diesen Kanal in solchen besonderen Situationen“, erklärte Sprecher Christian Rapp auf der Facebook-Seite von Vodafone. „Wir wollen die Verantwortung auch gar nicht wegschieben, wenn bei uns Fehler gemacht werden“, so der Sprecher weiter.
„Wir waren überrascht. Das ist völlig neu für uns gewesen“, war auch Rapp von der Massivität der Kritik überrascht, die dem Unternehmen entgegenschlug. Dabei, so der Sprecher, versuche das Unternehmen zeitnah auf Facebook-Beiträge zu reagieren. Mittlerweile sei man auch im Kontakt mit Anni Roc. „Und wir versuchen, das Problem so schnell wie möglich zu lösen.“
Der Fall Schlecker
Das war wohl nichts: Als sich die mittlerweile insolvente Drogeriekette Schlecker im Frühjahr 2011 ein neues Image verpassen wollte, entwickelte die Werbeagentur Grey den passenden Slogan dazu: „For You. Vor Ort“. Ein bisschen Englisch der Internationalität wegen, ein wenig Deutsch, der Verbundenheit zum Kunden wegen. Dem „Verein für Sprachpflege“ gefiel der neue Werbespruch trotzdem nicht. In einem Schreiben an Schlecker äußerten die Kritiker ihren Unmut. Doch anstatt den eigenen Slogan zu verteidigen, hatte ein Schlecker-Sprecher nichts besseres zu tun, als in seiner Antwort die eigenen Kunden zu verunglimpfen. Diese seien „niederen bis mittleren Bildungsniveaus zuzuordnen“, deshalb habe man sich für den Spruch entschieden. Die Sprachpfleger veröffentlichten das Antwortschreiben. Über Schlecker brach der Shitstorm herein.
Ein angebliches Sitzverbot und lange Zeit fehlende feste Sanitäre-Anlagen in einem Lager des Internet-Versandhändlers rufen Kritik hervor. Einige Kunden wollen das Unternehmen sogar boykottieren.
Der Fall Zalando
„Schrei vor Glück“ heißt es in den skurrilen Werbefilmen des Versandhändlers Zalando. Momentan schreien die Kunden des großen Online-Modemarkts allerdings nicht vor Begeisterung, sondern vor Empörung. Nach der Ausstrahlung einer Reportage der ZDF-Doku-Reihe „Zoom“ hagelte es harsche Kritik: Der Sender hatte von unwürdigen Arbeitsbedingungen und verdreckten Toiletten im Zentrallager im brandenburgischen Großbeeren berichtet. Tausende Facebook-Nutzer reagierten entsetzt, riefen zum Boykott des Internet-Kaufhauses auf. Im Firmen-Blog gelobt Zalando zaghaft Besserung – und ging auf die Abertausend Facebook-Kommentare nicht weiter ein.
Ein "Shitstorm" ist die Entrüstung der Internet-Gemeinde über Firmen oder Politiker. Aktuell hat es Vodafone getroffen. Konstruktiv ist ein solcher Shitstorm zwar selten, aber er kann dazu führen, dass Unternehmen ihre Geschäftspolitik überdenken. Ein Kommentar.
Der Fall Patrick Döring
Um einem Politiker einen bösen Brief zu schreiben, dazu gehört schon eine gewisse Entschlossenheit. Im Internet hingegen kann geschimpft werden, was das Zeug hält, anonym und kostenlos. FDP-Generalsekretär Patrick Döring löste einen klassischen Shitstorm aus, als er die Piratenpartei angriff und ihr unterstellte, sie propagiere eine „Tyrannei der Masse“. Ergebnis: Döring wurde auf Facebook beleidigt, bei Twitter, er bekam private Mails mit Beleidigungen – Shitstorm auf allen Kanälen.

19:39
Shitstorms sind genau die richtige Massnahme um Unternehemn zum Einlenken und Umdenken zu bewegen....
Mehr davon....
01:39
Ist Vodafone auch selbst schuld. Ich hab das letzte Jahr bei einer Bekannten erlebt. Da tauchten Drückerkolonnen auf, es wurde nicht alles gesagt und da wieder rauszukommen war auch ganz toll. Da wird man auch nur von A nach B geschickt und dabei hab ich an einer Niederlassung mitbekommen, das da direkt 2 Beschwerden deswegen abliefen, aber dort wieder abgeblockt wurden. Ein guter Anbieter oder generell ein guter Geschäftsmann überzeugt durch ein gutes Preis/Leistungs/Service Verhältnis. Wer schon Drückerkolonnen beauftragt, hat irgendwo einen kompetenten Mangel !
07:44
Ich halte es dabei mittlerweile mit der 1:1 Übersetzung. Ein Sturm voller Sch....ße!!! Geistige und schön gequirlt. Und sonst nix!!!
18:48
Das Schlimme an einem Shitstorm ist nicht die Tatsache, dass es ihn gibt. Das Schlimme ist, dass sich das ganze asoziale **** dieser Welt anonym austoben kann.
Man kann in einem "Shitstorm" seinen Protest auch zivilisiert ausdrücken. Dann kann man seinen Namen drunter setzen und die Wirkung tritt auch ein.
15:26
Schlechtester und Arogantester Kundenservice von allen Anbietern! Nicht Anwerben lassen, Vodafone ist das Grauen!
12:10
Tja, so ist das in der vernetzten Welt heutzutage.
Wenn Großunternehmen schlechten Service bieten oder auf Beschwerden und Reklamationen nicht reagieren, wendet man sich eben an die Öffentlichkeit.
Scheinbar scheint es ja einige unzufriedenen Vodafone Kunden zu geben.
Gab es früher mit Sendungen ala "Wie bitte?" aber auch schon und ist im Prinzip nichts neues.
Jedoch sollte auch ein Großunternehmen immer eine faire Chance bekommen, die Sache klar zu stellen und am Service zu arbeiten.
11:45
jaja
das böse unternehmen vodafone
einige hier reden solch ein blödes zeug das ich mich frage wo diese eigendlich ihre handyauch so ein unwortund internetverträge haben.
warum macht ihr eigendlich kein unternehmen auf und zeigt es den anderen unternehmen das ihr es besser könnt.
11:31
Wer Kunde bei vodafone ist,
ist doch selber schuld :-)
Ick würde nie zu vodafone gehen...
oder einen OPEL kaufen...
oder jemals wieder ein NOKIA Handy nutzen...
oder gar bei der ERGO eine Versicherung abschliessen...
oder bei ZALANDO Schuhe kaufen...
oder am Nordmarkt Drogen kaufen...
oder hinter Hornbach mir für 5 Euro einen Blow Job kaufen...
oder...
10:54
In der Tat darf man gespannt sein, was dieses Massenhysterie über facebook und andere noch so alles auslösen wird. Mir wird übel, wenn ich an den sog. arabischen Frühling denke, wo sich inzwischen die Islamisten die Macht gekrallt zu haben scheinen. Ein shitstorm der Salafisten - das wäre der Anfang vom Ende.
10:43
Facobook hat schon mehrere Diktatoren zu Fall gebracht, den arabischen Frühling ausgelöst und vieles mehr. Da wird noch einiges kommen, auch in Deutschland. So schnell kann man das Volk nicht mehr hinters Licht führen und ausnutzen. Das wird auch als nächstes das Finanzsystem und danach die Politik zu spüren bekommen. Die Menschen merken das man was bewegen kann, und der unmut und somit die Motivation was zu bewegen wächst! Mehr und mehr!
Man darf gespannt sein.