Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Verbraucherschutz

Windkraftkonzern "Prokon" lockt mit risikoreichem Ökostrom-Zinsversprechen

14.06.2012 | 08:08 Uhr
Windkraftkonzern "Prokon" lockt mit risikoreichem Ökostrom-Zinsversprechen
Die "Prokon Unternehmensgruppe" wirbt in NRW derzeit per Brief für ihr 'Genussrecht', mit dem man Geld in Öko-Projekte stecken kann und viele Zinsen in Aussicht gestellt bekommt. Die Verbraucherzentrale NRW hat ein allgemeines Schreiben aufgelegt, das bei der Einschätzung des Finanzinstruments hilft.

Essen.  Satte acht Prozent Zinsen mit Öko-Investitionen abräumen - diese lukrative Werbebotschaft der "Prokon Unternehmensgruppe" landete jüngst in Briefkästen in ganz NRW. Doch das Risiko ist enorm. Anleger können ihr gesamtes Geld verlieren.

Die Vision einer grünen Zukunft, mit traumhaften acht Prozent Zinsen - sie prangt groß auf der Werbebroschüre die jüngst in allen NRW-Haushalten landete. Das klingt positiv und ungefährlich: Einfach sein Geld in Öko-Strom investieren und für sein Erspartes höhere Zinsen als bei der Bank einkassieren. Allerdings wurde der Windkraftkonzern "Prokon Regenerative Energien GmbH & Co. KG" mit Sitz in Itzehoe bereits mehrfach unter die Lupe genommen, von Ökotest, Finanztest oder dem Infodienst ECOreporter. Worauf zu achten ist, das weiß die Verbraucherzentrale NRW.

"Wir äußern uns nicht konkret zu einzelnen Anbietern. Weil es aber durchaus Verbraucheranfragen beispielsweise zu Prokon gibt, haben wir ein Musterschreiben zum Thema 'Genussrechte im Bereich der erneuerbaren Energien' zusammengestellt", sagt Thomas Pfister. Pfister hält bei der Verbraucherzentrale NRW den Bereich 'Markt und Recht' im Blick.

(Total) Verlustrisiken bedenken

Ganz allgemein lautet das Fazit der Verbraucherzentrale NRW folgendermaßen: "Anleger sollten sich insbesondere mit den bestehenden (Total)Verlustrisiken (...) kritisch auseinandersetzen" und weiter "Als Altersvorsorge sind solche Investitionen ebenfalls nicht geeignet."

Das Unternehmen Prokon betreibt vor allem Windkraftanlagen und gibt dafür sogenannte Genussrechte im Bereich Erneuerbare Energie heraus. Gut 700 Millionen konnte es so -  wohl auch über die hohen Zinsversprechen - von Privatanlegern einsammeln.

  1. Seite 1: Windkraftkonzern "Prokon" lockt mit risikoreichem Ökostrom-Zinsversprechen
    Seite 2: Bei Genussrechten müssen Anleger aufmerksam sein
    Seite 3: Bei Insolvenz steht Anleger am Ende der Gläubigerliste

1 | 2 | 3



Kommentare
07.08.2012
18:40
Windkraftkonzern
von Barske | #4

Ich bin seit 2005 überzeugter Kunde bei der Prokon! Alle Geschäftsberichte und Zahlen werden offen mitgeteilt! Ich erhalte pünktlich halbährlich 8% Zinsen gutgeschrieben. Als ich kürzlich Kapital benötigte, habe ich die Hälfte meines eingesetzten Kapitals zurück geordert und unproblematisch zurückerhalten! Ich kann mich aufregen über die Kommentare mancher Menschen, die ohne sich vorher zu informieren, so unqualifizierte Kommentare abgeben! Sollen sie doch weiter den Banken glauben und ihr Geld dort abgeben, die dafür sorgen, dass sie weniger Rendite erhalten, als die Inflationsrate!

16.06.2012
12:16
Windkraftkonzern
von wilbec | #3

Das ist eine unverschämte Bereicherung der Heuschrecken zu Lasten der Stromkunden.

15.06.2012
16:56
Windkraftkonzern
von meinemeinungdazu | #2

Seit vielen Jahren habe ich einen überschaubaren Genussrechteanteil bei Prokon. Alles läuft bestens: die Zinsen kommen halbjährlich ohne Verzögerung (schon länger 8 %). Das ist die andere Seite der Medaille. Durch die neuen Energien wurde Prokon für die Zukunft gestärkt. Negative Schlagzeilen scheinen von anderen Lobbyistengruppen, vor allem von Banken, zu kommen.

1 Antwort
Windkraftkonzern
von Barske | #2-1

Genau so ist es!!!

14.06.2012
08:40
Windkraftkonzern
von dumper | #1

Wer auf diese "Rattenfänger" reinfällt und meint , das ganz große Geschäft zu machen ,ist selbst schuld wenn er seinem Geld lebewohl sagen muss .
In der heutigen Zeit von Renditen die weit über das Dreifache der zur Zeit gültigen Anlagezinsen zu reden ist unseriös und geht geht schon leicht in die Richtung Übervorteilung . Von Betrug zu reden wäre jetzt etwas überspitzt.
Aber die Gier kann schon einmal das Hirn auffressen .

1 Antwort
Windkraftkonzern
von Barske | #1-1

Erst informieren und dann schreiben! Ich bin seit 2005 zufriedener Kunde bei Prokon und erhalte seitdem Pünktlich halbjährlich meine Zinsen! In den letzten Jahren 8%! Das Unternehmen ist sehr umweltbewusst und unterstützt Hilfsprojekte in Afrika! Kürzlich habe ich die Hälfte meines eingesetzten Kapitals für eine Investition benötigt und problemlos zurückbekommen! Wovon sprechen Sie eigentlich??? Rattenfänger sind die Banken! Aber das scheinen manche bis heute noch nicht gemerkt zu haben!

Aus dem Ressort
Ärzte im Ruhrgebiet fühlen sich finanziell benachteiligt
Ärzte
Die niedergelassenen Ärzte fordern deutlich mehr Geld von den gesetzlichen Krankenkassen – allen voran die Mediziner an Rhein und Ruhr. Sie beklagen, dass ein Arzt für die gleiche Leistung in fast jeder anderen Region Deutschlands mehr Honorar von den Kassen erhält als am Nordrhein und in Westfalen.
Alltours verlässt Duisburg - Volksbank zieht in die Zentrale
Wirtschaft
Die Mitarbeiter des Reiseveranstalters Alltours sitzen praktisch auf gepackten Koffern. Im September zieht das Unternehmen von Duisburg nach Düsseldorf. Ein Verlust für den Standort Duisburg. In das leer stehende Gebäude am Innenhafen wird die Volksbank Rhein-Ruhr mit ihrer Zentrale einziehen.
Mars ruft aus Angst vor Bakterien mehrere Milchdrinks zurück
Rückruf
Weil sie möglicherweise mit Bakterien belastet sind, ruft Mars zahlreiche Milchgetränke aus der Reihe "Mars Chocolate Drinks" zurück. Es geht um Flaschen von Mars Milk, Bounty Drink, Snickers Shake und Milky Way Milk. Betroffen sind aber nur Getränke mit einem bestimmten Haltbarkeitsdatum.
Schalke geht auf Distanz zu Russland - China als neuer Markt
Wirtschaft
Wegen der Krise in der Ukraine will Fußball-Bundesligist Schalke 04 vorerst kein Marketing mehr in Russland betreiben. Stattdessen konzentriert sich der Verein jetzt auf China als Zukunftsmarkt. Teil des Strategiewechsels soll auch eine PR-Reise in das Land sein - womöglich schon im kommenden Jahr.
Interims-Chef von Karstadt muss nach zwei Monaten gehen
Karstadt
Der Interims-Chef des krisengeschüttelten Warenhaus-Konzerns Karstadt, Kai-Uwe Weitz, verlässt laut einem Medienbericht das Essener Unternehmen. Weitz hatte nur zwei Monate an der Karstadt-Spitze gestanden. Unterdessen hat der Aufsichtsrat seine Beratungen über den Sanierungsplan verschoben.
Umfrage
Nach Sommer fühlt sich der August in diesen Tagen nicht mehr an. Schlägt Ihnen das Wetter auf die Stimmung?

Nach Sommer fühlt sich der August in diesen Tagen nicht mehr an. Schlägt Ihnen das Wetter auf die Stimmung?