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Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht

30.10.2012 | 16:48 Uhr
Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht
Die Düsseldorfer Metro-Gruppe, Deutschlands größter Handelskonzern, spürt die Folgen der Euro-Krise.Foto: Roberto Pfeil/dapd

Düsseldorf.   Die Unternehmen des Handelskonzerns Metro bekommen die Folgen der Euro-Krise zu spüren. „Das Konsumklima hat sich weiter eingetrübt“, sagte Metro-Chef Olaf Koch in einer Telefonkonferenz. In der Düsseldorfer Konzernzentrale gibt es Stellenabbau.

Media Markt, Saturn, Kaufhof und Real – sie alle gehören zur Düsseldorfer Metro-Gruppe. An den Ergebnissen von Deutschlands größtem Handelskonzern lässt sich gut ablesen, wie es um die Kauflaune in Deutschland und Europa bestellt ist.

Tatsächlich hinterlässt die Euro-Krise tiefe Spuren in der Bilanz. Media Markt und Saturn schreiben ebenso rote Zahlen wie die SB-Warenhäuser von Real.

Für die ersten neun Monate des Jahres wies der Konzern unter dem Strich einen Verlust von 21 Millionen Euro aus. Im Vorjahr hatte die Metro-Gruppe noch einen Gewinn von 266 Millionen Euro erwirtschaftet. „Das Konsumklima hat sich weiter eingetrübt“, sagte Metro-Chef Olaf Koch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Ein Überblick:

Real

Olaf Koch, der seit Anfang des Jahres an der Konzernspitze steht, zeigte sich unzufrieden mit der Entwicklung der SB-Warenhäuser. Zwar sei das Unternehmertum vor Ort gestärkt und die Bedeutung von gewinnbringenden Eigenmarken erhöht worden, aber der Ertrag sei „immer noch unbefriedigend“. Der Manager ließ die Zukunft von Real offen.

Eine Entscheidung solle bis zum Jahresende fallen. Real zählt mehr als 50.000 Mitarbeiter weltweit. 312 SB-Warenhäuser befinden sich in Deutschland, 108 Häuser in Polen, Rumänien, Russland, in der Türkei und der Ukraine. Als möglich gilt, dass sich der Konzern von seinen Real-Märkten in Osteuropa trennt.

Media Markt und Saturn

Gerichtsurteil
Metro setzt sich im Machtkampf um Media-Saturn durch

Meilenstein für Metro: Der Handelskonzern kann künftig leichter unternehmerische Entscheidungen treffen. Nun plant die Metro eine neue Ausrichtung seiner Ketten Media Markt und Saturn, beispielsweise einen Onlinehandel. Der Aktienkurs des Konzerns stieg nach Bekanntgabe des Urteils bereits.

Viele Jahre lang befanden sich die Elektronik-Märkte auf Expansionskurs. Rund 670 Media-Markt-Standorte und 240 Saturn-Filialen gibt es. Insgesamt arbeiten mehr als 58.000 Menschen für die Metro-Tochterfirmen. Doch die einst überaus lukrativen Unternehmen haben schwer unter der scharfen Konkurrenz aus dem Internet gelitten.

Nun setzt der Konzern verstärkt auf den Online-Handel. Bis zum Jahresende sollen Media Markt und Saturn in ihren Online-Shops rund 10.000 Artikel anbieten. Das langfristige Ziel sei es, im Internet mehr Artikel im Angebot zu haben als in den Filialen.

Galeria-Kaufhof

Ein Lichtblick für Metro: Galeria-Kaufhof, der Konkurrent der Essener Warenhauskette Karstadt, nimmt nach Einschätzung von Metro-Chef Koch eine „hervorragende Entwicklung“. Mit seinen 137 Standorten und mehr als 19.000 Mitarbeitern sei Galeria-Kaufhof „kerngesund und auf dem Weg zu neuer Stärke“.

Zuvor hat es Einschnitte und Veränderungen gegeben: In den vergangenen Monaten wurden elf Filialen grundlegend modernisiert und vier Häuser geschlossen – darunter das Geschäft in der Oberhausener Innenstadt. Auch Galeria-Kaufhof befindet sich nach drei Geschäftsquartalen in der Verlustzone, der größte Gewinnbringer ist aber traditionell das Weihnachtsgeschäft im vierten Quartal.

Großmärkt Cash & Carry

Mit 722 Standorte und mehr als 116.000 Mitarbeitern weltweit hat der Selbstbedienungs-Großhandel eine herausragende Bedeutung für den Metro-Konzern. Doch der wirtschaftliche Abschwung in Südeuropa und Teilen Osteuropas belastete das Geschäft.

Der Konzern reagiert unter anderem mit einem Umbau des Sortiments, der Stärkung von Eigenmarken, einer gezielten Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Handels und einem neuen Bonus-System für Führungskräfte.

Die Mitarbeiter in der Verwaltung von Cash & Carry in Düsseldorf müssen sich auf Arbeitsplatzabbau einstellen. Von rund 900 Stellen soll jede dritte wegfallen. Darauf habe sich der Konzern mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt, erklärte Koch.

Fazit

Die Situation der Metro sei zuletzt „alles andere als erfreulich“ gewesen, räumte der Metro-Chef ein. Der größte deutsche Handelskonzern musste unlängst den Abstieg seiner Aktie aus dem renommierten Deutschen Aktienindex (Dax) verkraften, Anfang Oktober schraubte Koch sein Gewinnziel für 2012 herunter, wichtige Rating-Agenturen stuften den Konzern auch noch herunter.

Koch sagt selbst, dass der Konzern „eine Baustelle“ sei. Es werde eine gewisse Zeit brauchen, um die Probleme zu lösen.

Ulf Meinke

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Kommentare
31.10.2012
09:47
Schlechte Aufstellung ...
von Partik | #5

Metro hat mit seinen Marken ja auch nicht gerade die Burner im Programm.

Real ist deutlich teurer als vergleichbare Supermärkte, wenn auch mit guter Auswahl.

Der Mediamarkt ist nach der Kundenverblödung der letzten Jahre auf dem absteigenden Ast. Als zahlungskräftige Mittelschicht ist es einem mittlerweile fast peinlich, in dem Laden etwas zu kaufen.

Saturn ist der teurere Mediamarkt, bringt also auch nichts.

Kaufhof hat nicht gerade den Ruf eines Einkaufs mit Flair.


Metro hat demnach eigentlich nur Sorgenkinder im Programm, die unter der Umstrukturierung des Marktes der örtlichen Geschäfte auf das Internet leiden. Und Galeria Kaufhof als neues Zugpferd - naja. Vor einiger Zeit sah das aber noch ganz anders aus.

Insgesamt ist der Absturz von plus 226 Millionen auf minus 21 Millionen innherhalb eines Geschäftsjahres aber eher unter anderen Gesichtspunkten zu sehen. Das dürfte weniger am Kundenverhalten liegen, sondern eher an internen Strukturen.

30.10.2012
23:07
Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht
von wollmilchsau | #4

Real
Heute wieder mal 15 Minuten an der Kasse angestanden,
Samstags meistens bis zu 25 Minuten.
Viele Kassen sind nicht besetzt
Scanner liest schlecht, Payback-Karte, Sammelpunkte, alles dauert.
Schlimmer als bei Aldi vor 30 Jahren.
Bei Real macht einkaufen kein Spaß mehr.
Ich gehe immer seltener dahin.
-
Media Markt & Saturn

Geiz ist Geil und deshalb kaufe ich woanders
und nicht in den völlig überteuerten Läden von
Media-Saturn.

30.10.2012
20:04
Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht
von derSAMMY | #3

Ich schreibe nur zwei Auszüge aus dem Artikel:

1. ...einem neuen Bonus-System für Führungskräfte
2. ...Von rund 900 Stellen soll jede dritte wegfallen

Man sollte Herrn Koch mal an seine soziale Verantwortung erinnern.
Schade nur, daß der Handel gewerkschaftlich nicht wirklich organisiert ist....

der SAMMY

30.10.2012
19:55
Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht
von DerMerkerNRW | #2

Ich Denk immer Geiz ist Geil und Ich bin doch nicht Blöd, das stimmt deshalb Kauf ich auch nicht bei Media Markt und Saturn! Die mit ihren Apothekerpreisen außerhalb ihrer Angebote können ruhig in die Knie gehen! Andere Ketten, Einzelhändler und Internet sind 100 mal Besser!

30.10.2012
18:39
Wie es um Real, Kaufhof, Media Markt und Saturn steht
von Der.Luedenscheider | #1

Na, dann kann Kaufhof ja endlich an einen Investoren verkauft werden. Vielleicht an Bergruen? real,- kann das defizitäre Osteuropageschäft verscherbeln und dann die deutschen Märkte auch an einen Wettbewerber von real,- verkaufen. Media/Saturn sind eh raus, trotz des Beirates.

Die AG kann aufgelöst werden und C&C geht an Haniel. Die Familie Haniel kann durch den Verkauf einzelner Sparten den Verlust durch die Aktie einigermassen begrenzen und sich dann daruf konzentrieren, nur den C&C wieder wettbewerbsfähig zu machen. Die Metro AG mit ihren unterschiedlichen Vertriebsschienen bindet viel zu viel Kapital für den Geschmack der Haniels. So kriegen sie wenigestens Kapital wieder freigesetzt und können die andauernden Verluste durch die Metro AG stoppen.

Die "altgedienten" Handelsvorstände sind ja auch alle weg, da wird wenig Kontra seitens des Finanzmannes Koch (er ist kein Händler wie damals Körber) und seiner Kollegen kommen.

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