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RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise

14.11.2012 | 14:20 Uhr
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
Der Energieversorger RWE wird 2013 seine Strompreise erhöhen.Foto: rts

Essen.  Der Energieversorger RWE wird 2013 seine Strompreise erhöhen. Auch in den kommenden Jahren soll der Strompreis merklich ansteigen. Das erklärte der Konzernchef Peter Terium am Mittwoch. Gleichzeitig machte RWE einen Gewinn von 4,6 Milliarden Euro und korrigierte seine Prognose für 2012 nach oben.

Millionen Kunden des zweitgrößten deutschen Energieversorgers RWE müssen sich für 2013 auf Strompreiserhöhungen einstellen . Konzernchef Peter Terium kündigte an: "Es wird im Laufe des Jahres sicher eine Preisanpassung geben müssen."

Auch in den nächsten Jahren rechnet der Manager mit einem weiteren generellen Anstieg der Strompreise, wie er in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten "Stern"-Interview sagte. Preistreiber seien neben der Ökostrom-Umlage die Netzgebühren, die Kosten der Offshore-Windparks und der notwendigen Reservekapazitäten für wind- und sonnenarme Zeiten.

Während der Konkurrent E.on die Börse am Dienstag mit einer Gewinnwarnung schockierte, sieht Terium das eigene Unternehmen weiter auf Kurs. "Trotz schwieriger Rahmenbedingungen war 2012 bisher ein gutes Geschäftsjahr", schrieb er in einem am Mittwoch veröffentlichten Aktionärsbrief.

RWE verbessert Handelsgeschäft

In den ersten drei Quartalen steigerte RWE das betriebliche Ergebnis um acht Prozent auf 4,6 Milliarden Euro. Das nachhaltige Nettoergebnis, an dem sich die Dividende orientiert, verbesserte sich um sechs Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Der Außenumsatz lag mit 38,4 Milliarden Euro um 0,5 Prozent über dem Vorjahresniveau.

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Im Vorjahr hatten allerdings hohe Sonderbelastungen aus dem Atomausstieg in Deutschland den Konzern belastet. Doch spiegelt das Ergebnis laut Terium auch "echte operative Verbesserungen" wider. Als Beispiel nannte er das Handelsgeschäft. Auch mit seinen Braunkohlekraftwerken profitierte der Konzern vom Atomausstieg. Die Stromerzeugung aus Braunkohle erhöhte sich in den ersten neun Monaten 2012 um neun Prozent.

Wegen guten Geschäftsverlauf hob RWE seine Prognose für 2012 leicht an

Dennoch sieht der Manager große Herausforderungen vor dem Konzern liegen. Im "Stern"-Interview betonte er: "Wir sind in einem Unternehmen, das um seine Zukunft hart kämpfen muss. Die Energiewende hat zum ersten Mal deutlich gemacht, es geht auch ohne uns." Der geplante Abbau von 10.000 Stellen im Rahmen des Programms "RWE 2015" werde deshalb nicht das Ende der Fahnenstange sein. "Wir werden uns auch nach 2015 jeden Tag, jede Woche, jeden Monat selbst auf unsere Leistung überprüfen müssen und immer wieder die Taktzahl noch ein bisschen erhöhen."

Angesichts des guten Geschäftsverlaufs in den ersten neun Monaten hob RWE seine Prognose für 2012 leicht an. Der Konzern rechnet nun damit, beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) und beim betrieblichen Ergebnis "mindestens das Niveau von 2011 zu erreichen". Bisher war RWE davon ausgegangen, beide Werte würden "etwa so hoch sein wie im Vorjahr". Das nachhaltige Nettoergebnis soll unverändert in der Größenordnung des Vorjahres liegen. Außerdem bekräftigte der Konzern - im Gegensatz zu E.on - seine Prognose für 2013.

An der Börse notierte die RWE-Aktie am Mittwochmittag knapp unter Vortagesniveau. (dapd)


Kommentare
15.11.2012
12:19
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von Brecht | #9

Es gibt nicht nur andere Parteien, sondern auch andere Stromlieferanten. Dort gibt es fairen Strom zu fairen Preisen, ohne dass die Unternehmen Milliardengewinne machen, die sie an ihr Management verteilen.

1 Antwort
Was ist denn ein fairer Preis für Sie?
von Finnjet | #9-1

Ich zahle für meinen Öko-Strom aus 100 % regenrativen Quellen ab Januar 26,75 ct. Ist das "Fair" zum RWE-Preis von 26,18 ct???

15.11.2012
01:09
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von Herbert57 | #8

Punkt 1) Die Strompreise werden erhöht.
Punkt 2) Die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten wird eiskalt in Kauf genommen.
Punkt 3) Die Renten in Westdeutschland sollen 2013 um 1% erhöht werden.
Punkt 4) Diese demütigende Rentenerhöhung wird sofort durch die Strompreiserhöhungen aufgefressen. Der Verarmung wird Vorschub geleistet.
Punkt 5) 20 Millionen Rentner müssen bei den Wahlen ein Exempel statuieren.
Punkt 5) Es giebt auch andere Parteien wie SPD.CDU,GRÜNE,FDP.
Wenn nicht kommen schwere Zeiten auf Deutschland zu.
Zwischen CDU und SPD giebt es keine Unterschiede mehr.
Die 20ger und 30ger Jahre lassen Grüßen.Massenarbeitslosigkeit,Verelendung
und Politisches Kaos!

15.11.2012
00:11
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von astor97 | #7

es ist einfach unfassbar...... schönen Tag noch

14.11.2012
18:59
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von wolfgang123 | #6

Das grüne EEG gibt RWE doch die Steilvorlage für höhere Preise. Wer grün wählt, sollte sich jetzt auch nicht beklagen. Gerade schreien noch alle, dass die AKWs abgeschaltet werden sollen, und jetzt will keiner die Kosten tragen.

Die schlechteste Nachricht des Artikels ist doch, dass die Braunkohlevertromung boomt.

Tolle Energiewende!

1 Antwort
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von wkah | #6-1

und würden die AKW´s noch laufen - wären die Preise nicht erhöht worden.

und die Erde ist eine Scheibe.

14.11.2012
18:43
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von pego55 | #5

Habe heute die Benachrichtigung von RWE bekommen. Macht Mehrkocten von 15 € im Monat. Wennda nicht bald jemand eingreift, zahelen wir uns dusselig. Hauptsache , den Oberen geht´s gut, das mir die nicht verhungern.

14.11.2012
17:26
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von elementauscrime | #4

eben nicht weil man betriebswirtschaftlich muss, sondern weil man bürger und politik abstrafen will. die viel effizientere und ökologisch deutlich bessere dezentrale energieversorgung ist diesem giganten natürlich ein dorn im auge. langfristig sieht man die felle fortschwimmen. da spielt man dann gerne mit den preis-muskeln, um zukunftsentscheidungen auf diesem markt - die aus vielerlei gründen gegen rwe & co. fallen müssen - durch den druck verunsicherter, eingeschüchterter verbraucher wieder in die eigene richtung zu lenken. ein zunehmend perverses spiel, wie ich finde.

14.11.2012
17:23
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von michalek | #3


Es kann und darf nicht sein das in unserem Land Energie für die Bürger zu einem nicht mehr bezahlbaren Luxusgut wird und sie kein Geld mehr für den Erwerb andere lebenswichtige Produkte haben.
Die großen Energieerzeuger haben mit Atomstrom über Jahrzehnte Milliardengewinnen eingefahren und hatten die Möglichkeiten für eine absehbare spätere Energiewende Rücklagen zu schaffen.

14.11.2012
15:26
RWE macht Milliardengewinn und erhöht Strompreise
von Pit01 | #2

Wenn ich hier lese, dass sich das Unternehmen, laut Terium, auf schwerem Kurs befindet, dann fühle ich mich als RWE Kunde verspottet. Doch leider ist der Druck der Kunden zu gering, als dass man erwarten könnte dass sich was ändert. Auch schöpfen die Kommunen oder Kreis ( Wesel ) als Aktionäre den Rahm ab. Da sind die Sponsorbeträge des RWE für öffentliche Veranstaltungen nun wirklich weniger als Peanuts.

14.11.2012
14:58
Profite sind ein Wesenszug des Kapitalismus!
von DerRheinberger | #1

Wer das nicht will, muss für die Abschaffung des Kapitalismus kämpfen!

Karl Marx hat schon Thomas Dunning zitiert, der die Kapitalisten wie folgt beschrieb:

"Kapital", sagt der Quarterly Reviewer, "flieht Tumult und Streit und ist ängstlicher Natur. Das ist sehr wahr, aber doch nicht die ganze Wahrheit. Das Kapital hat einen horror vor Abwesenheit von Profit oder sehr kleinem Profit, wie die Natur vor der Leere. Mit entsprechendem Profit wird Kapital kühn. Zehn Prozent sicher, und man kann es überall anwenden; 20 Prozent, es wird lebhaft; 50 Prozent, positiv waghalsig; für 100 Prozent stampft es alle menschlichen Gesetze unter seinen Fuß; 300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens. Wenn Tumult und Streit Profit bringen, wird es sie beide encouragieren. Beweis: Schmuggel und Sklavenhandel." - P. J. Dunning, zitiert in Das Kapital, Band I, S. 801

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