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RAG-Betriebsratschef lobt die Wirkung der Kohlesubventionen

22.03.2013 | 06:00 Uhr
RAG-Betriebsratschef lobt die Wirkung der Kohlesubventionen
Nach über vierzig Jahren bei der RAG geht Ludwig Ladzinski jetzt in den Ruhestand.Foto: Kai Kitschenberg

Essen  Ludwig Ladzinski ist ein Urgestein des Kohlenbergbaus im Revier. Seit 43 Jahren bei der RAG, seit 15 Jahren Betriebsratschef auf der Zeche Prosper Haniel in Bottrop, seit 2001 Chef des Gesamtbetriebsrats. Am Dienstag hat Ladzinski seinen letzten Arbeitstag. Im Interview spricht er über den Strukturwandel und Milchmädchenrechnungen

Ludwig Ladzinski ist seit 43 Jahren bei der RAG, seit zwölf Jahren Chef des Gesamtbetriebsrats. Jetzt geht er in den Ruhestand. Wie es im dabei geht, verriet er im Gespräch mit Thomas Wels.

Freuen Sie sich auf den Ruhestand?

Ludwig Ladzinski: Freuen? Nee. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich fühle mich wie jeder andere Mitarbeiter auch in der Pflicht zu gehen, wenn man ein gewisses Alter erreicht hat. Ich kann doch von anderen nicht verlangen zu gehen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllt haben, aber für mich gilt das nicht.

Manch einer bezeichnet Sie als einen der einflussreichsten Strippenzieher im Revier.

Ladzinski: Ach, wissen Sie, das ist so eine Bezeichnung …

... vielleicht gefällt Ihnen Königsmacher besser.

Ladzinski: Könige werden nicht gemacht, Könige gibt’s hier nicht. Jeder versucht seine Arbeit so gut wie möglich zu machen, zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens. Da habe ich meine Gelegenheiten genutzt. Fertig.

2007, als es um den Ausstiegsbeschluss und die Trennung der Steinkohle von der Chemie und Energie ging, saßen Sie mit am Verhandlungstisch. Wie sehen Sie die Lösung im Nachhinein? Ein Jahrhundertvertrag?

Ladzinski: Ich bleibe dabei: Die Grundsatzentscheidung zum Ausstieg halte ich persönlich für falsch, aber nach wie vor halte ich das, was vereinbart wurde, für den richtigen Weg, so einen Prozess zu begleiten. Wir beerdigen hier einen Industriezweig, und das ohne viel Wirbel und soziale Verwerfungen.

Die Verhandlungslinie von Ministerpräsident Rüttgers war damals: Ausstieg 2014 statt 2018. Sie haben nach einer Verhandlungsnacht binnen sechs Stunden 10 000 Bergleute für eine Demonstration in Düsseldorf mobilisiert. Hat Sie die Mobilisierungsfähigkeit überrascht?

Ladzinski: Nein. Im Gegenteil. Wir haben gesagt, wenn wir demonstrieren, dann einmal und das muss dann sitzen. Wir konnten ja nicht alle zwei Tage nach Düsseldorf fahren. Ich musste aber schon Druck aus der Belegschaft aushalten, weil die gesagt haben: Wie lange willst du noch warten? Irgendwann ist es zu spät.

Dann standen alle bereit?

Ladzinski: Ja. Die standen alle in den Startlöchern. Das war auch ein Risiko, denn wir wussten selber nicht, wie viele kommen würden, als wir um halbzwei nachts entschieden haben: wir fahren, 11 Uhr in Düsseldorf, fragt nicht wie: macht einfach. Das war logistisch eine Meisterleistung der Kollegen.

Was hat’s gebracht?

Ladzinski: Wenn wir nicht gegangen wären, wäre es so nicht gekommen. Da bin ich fest von überzeugt. Da hat keiner mit gerechnet, auch nicht, dass wir das so schnell auf die Straße gekriegt haben.

Kommentare
24.03.2013
03:40
RAG-Betriebsratschef lobt die Wirkung der Kohlesubventionen
von buerger99 | #2

GLÜCK AUF
Wenn man bedenkt wie viele Menschen Arbeit bei der RAG hatten und wie viel Steuern die RAG gezahlt hat und sich den Zustand der ehemaligen...
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2013-03-22 06:00
Ladzinski,Bottrop,Prosper,RAG,Gesamtbetriebsrat,Interview
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