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Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse

15.10.2012 | 18:53 Uhr
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
Strom wird in den kommenden Monaten teurer.Foto: dapd

Essen.   Die Verbraucher in Deutschland sollen im nächsten Jahr deutlich mehr für die Förderung des Ökostroms bezahlen. Viele Stromkunden aus dem Ruhrgebiet müssen sich auf höhere Preise einstellen. „Wir gehen davon aus, dass wir die Preise erhöhen müssen“, teilten zum Beispiel die Stadtwerke Essen mit.

Viele Stromkunden aus dem Ruhrgebiet müssen sich auf höhere Preise einstellen, denn die Verbraucher in Deutschland sollen im nächsten Jahr deutlich mehr für die Förderung des Ökostroms bezahlen .

Dass die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien im Jahr 2013 um 47 Prozent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen wird, ist nun offiziell. Das große Rechnen und Taktieren bei den Energieversorgern beginnt. Kurz nach der Entscheidung kündigten Stadtwerke aus der Region an, ihre Kunden kräftiger zur Kasse zu bitten.

"Wir müssen jetzt erstmal rechnen"

„Wir gehen davon aus, dass wir die Preise erhöhen müssen“, teilten zum Beispiel die Stadtwerke Essen mit. Auch beim Hagener Energieversorger Enervie zeichnen sich steigende Preise ab. Die EEG-Umlage werde voraussichtlich „vollumfänglich“ an die Kunden weitergereicht. Der Dortmunder Energieversorger DEW 21 erklärte: „Wir müssen jetzt erstmal rechnen.“ Auch die Stadtwerke Duisburg wollen „die gesetzlich festgelegte Umlage“ einkalkulieren. Wie sich die Preise verändern werden, sei aber noch unklar.

Hintergrund
Ökostrom-Umlage - Warum Strom wieder teurer wird

Die am Montag bekannt gegebene gestiegene Umlage für Öko-Energie bekommen früher oder später auch die Verbraucher zu spüren. Subventionen für Solardächer im Süden Deutschlands lösen Streit in NRW aus.

Der Essener Energiekonzern RWE will die Strompreise trotz höherer EEG-Umlage vorerst nicht anheben. „Wir halten die Preise bis ins Jahr 2013 stabil“, sagte RWE-Sprecher Sebastian Ackermann. Ironischerweise müssen sich aber RWE-Kunden mit dem sogenannten „Festpreis-Tarif“ auf eine höhere Rechnung einstellen. Hier werde die höhere EEG-Umlage, so wie es in den Verträgen mit den Kunden vorgesehen sei, „eins zu eins“ weitergereicht. Immerhin jeder fünfte RWE-Kunde hat einen „Festpreis-Vertrag“.

Mehr Energie aus Sonne, Wind und Biomasse

Die Ökostrom-Förderung steigt im Jahr 2013 auf ein Rekordniveau. Wie die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, Tennet, 50Hertz und TransnetBW mitteilten, erhöht sich die EEG-Umlage von derzeit 3,6 Cent auf rund 5,3 Cent je Kilowattstunde. Demnach müsste ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden für die Förderung der Energie aus Sonne, Wind und Biomasse rund 185 Euro zahlen – rund 60 Euro mehr als bislang.

Hintergrund: Der Ökostrom wird den Produzenten zu garantierten Preisen abgenommen, die über den Markttarifen liegen. Die Differenz wird über die EEG-Umlage von den Verbrauchern bezahlt. Die Gesamtsumme steigt, da mehr Energie aus Sonne, Wind und Biomasse produziert worden und zugleich der Börsenpreis gesunken sei, erläuterten die Netzbetreiber.

Ulf Meinke



Kommentare
17.10.2012
10:24
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von darum | #43

Ab 2013 soll es kostenlose Energieberatung für Privathaushalte geben.

Man wenn ich das lese könnte ich "Kotzen"
Das gibt es schon lange haben das schon vor 3 Jahren machen lassen (kostenlos) Alle Birnen durch Energiesparbirnen ersetzt neuen Kühlschrank geholt A+++ Abschaltbare Steckdosen (nicht ein Gerät mehr Nachts und Teilweise am Tag auf Stand- By) und was bringt es?

Nichts da man einfach nicht mehr Stromsparen kann. Es sei den man mag es romantisch mit Kerzen und Wollmütze. Würde Arbeit für Feuerwehr und Bestatteter bringen denke ich.

Liebe Politiker schiebt den Versorgern und euch doch mal einen Riegel vor z.B. könnte man die Mehrwertsteuer auf Strom genau so handhaben wie Katzenfutter einfach mal auf 7% kürzen und den Versorgern sagen das es keine Erhöhung mehr geben darf (sonst machen die das nämlich um ihren Gewinn noch weiter zu Maximieren)

Ach so und schafft das Kartellamt ab die sind so überflüssig wie mancher Bericht in der WAZ

16.10.2012
21:44
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von ro1011eis | #42

Unsere Re*gier*ung hatte uns mal erklärt wenn unsere Energie Werke die mal dem Bürgern und Steuerzahler gehörten RWE oder ARAL oder Bundesbahn oder .... privatisiert sind, gibt es Wettbewerb und die Preise werden sinken.
Und jetzt? Privatisierung gelungen, Tafelsilber verschleudert, der Bürger hat jetzt Monopolunternehmen die sich Vorstände leisten mit Horror Gehältern und Plätze in diesen für Politiker.
Die Staatsschulden sind ins uferlose explodiert und Gewinne dieser Betriebe werden an Aktienzocker verschenkt.
Wer glaubt das diese Mafiastukturen etwas für uns Bürger machen wird, außer uns abzuzocken, ist ein Träumer.

16.10.2012
19:56
Teil 2
von bearny | #41

kann man das Zeug dann immer noch, indem man den Müll in die Sonne schießt. Kostet zwar ein paar Überstunden in Gorleben, aber weg isses.
dixi

1 Antwort
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von Jorgel | #41-1

Zustimmung - bis auf den letzten Teil. Das "Zeug" in die Sonne zu schießen oder sonstwohin, würde die ganze Angelegenheit so verteuern, dass sie gänzlich unbezahlbar würde:

"Dem stehen allerdings die beim gegenwärtigen Stand der Technik immensen Kosten der raketenbasierten Raumfahrt entgegen, die schon allein für das Erreichen der Erdumlaufbahn anfallen würden. Beispielsweise mit einer Proton-Rakete betragen die Kosten etwa 4000 Euro für ein Kilogramm Nutzlast. Um die jährlich anfallende Menge von 12.000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls ins Weltall zu befördern, müssten jedes Jahr 2.000 Raketen starten, etwa sechs pro Tag. Die etwa 300.000 Tonnen, die bis heute schon weltweit angefallen sind, müssten zusätzlich entsorgt werden."
http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktiver_Abfall

Dieser Vorschlag ist also weniger ein Schuß in die Sonne, als ein Schuß in den Ofen...

16.10.2012
19:54
Okö? Pffffffffff
von bearny | #40

Ich habe nicht ganz unbeabsichtigt einen Brief an meinen Stromversorger geschickt mit der Bitte, mich nur mit Atomstrom zu versorgen, da dieser viel preisgünstiger ist.
Leider abscheidig beschieden.
Allerdings: das Elektron, das durch die Steckdose kommt, hat keine Aufschrift "ich bin aus Windkraft". Wie der Rest auch nicht. Warum soll ich auch dann Öko nehmen?
Wenn hier alles an AKW dicht gemacht wird, und meinzwegen 2000 km weiter 20 neue AKW entstehen, so ist für mich die Sicherheitslage in etwa identisch. Also kann ich mir die paar Euro auch sparen, ärgere die PR- Abteilung der Stromproduzenten und bin im Endeffekt genauso tot, wenn ich entweder am Zwischenfall in Lahague, einer Explosion in Tschechien oder den Langzeitfolgen von Tschernobyl etc. den Löffel abgebe.
Oder, anders gesagt: ein paar hundert Kilometer bieten keinen Schutz. Und solange alle Länder nicht bereit sind, auf nukleare Energie zu verzichten, ist es einfach nur dämlich, auf die Vorteile zu verzichten. Loswerden

16.10.2012
17:09
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von altesholz | #39

in nrw sind die aufsichtsräte und vorstände der meisten energie- und versorgungsunternehmen mit spd-genossen besetzt. diese quelle steter nebeneinkünfte darf bei der nächsten wahl nicht vergessen werden!

16.10.2012
16:24
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von CaptainFuture | #38

Ich hoffe wir können dann auch den billigen Atomstrom aus Frankreich und den Niederlanden kaufen. Die Atomangst der Deutschen ist in der Tat irrational. In Japan ist kein Mensch bisher an der Strahlung gestorben. Alle Opfer wurden von dem Tsunami getötet.
Und in Tschernobyl ist heute wieder ein Paradies für Tiere (die interessanterweise relativ strahlungsresistent geworden sind und so lange leben wie ihre anderen Artgenossen).

16.10.2012
15:12
#29
von popeye2 | #37

Selbstverständlich speisen Photovotaik Anlagen und auch z.B. kleine Blockheizkraftwerke unmittelbar in die Verbrauchernetze. Hierfür wird zur Abrechnung der Vergütung ein Zweiwege-Stromzähler genutzt, der sowohl entnommene als auch die eingespeiste Energie zählt.

16.10.2012
14:39
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von michalek | #36


Es kann und darf nicht sein das in unserem Land Energie für die Bürger zu einem nicht mehr bezahlbaren Luxusgut wird und sie kein Geld mehr für den Erwerb andere lebenswichtige Produkte haben.
Die großen Energieerzeuger haben mit Atomstrom über Jahrzehnte Milliardengewinnen eingefahren und hatten die Möglichkeiten für eine absehbare spätere Energiewende Rücklagen zu schaffen.

1 Antwort
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von DrDr | #36-1

D.h. in ihrer Logik, dass Energieversorger nun gezwungen werden sollen, Verluste zu machen?

Apropos, ich glaube kein einziges Energieunternehmen konnte eine Einspeisevergütung für Ökostrom vorhersagen.

16.10.2012
13:45
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von Broncezeit | #35

Ulf Meincke schrieb.
Ironischerweise müssen sich aber RWE-Kunden mit dem sogenannten „Festpreis-Tarif“ auf eine höhere Rechnung einstellen. Hier werde die höhere EEG-Umlage, so wie es in den Verträgen mit den Kunden vorgesehen sei, „eins zu eins“ weitergereicht. Immerhin jeder fünfte RWE-Kunde hat einen „Festpreis-Vertrag“.

Und ist das falsch? Soll das RWE nicht selbstverschuldete Mehrkosten auf Kunden umlegen, die keinen Festvertrag haben?

16.10.2012
13:16
Ökostrom - Große Stadtwerke bitten Stromkunden zur Kasse
von Broncezeit | #34

Die Anfänge der Elektrizitätsversorgung bestand aus lauter Bürgerkraftwerken. Weshalb haben sich diese Dummköpfe nur zu einem immer größer werdenden RWE zusammengeschlossen?

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