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Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler

31.07.2012 | 19:45 Uhr
Funktionen
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
Ab dem 1. August gilt: Jeder Online-Händler muss Kunden detailliert über das Zustandekommen eines Geschäfts informieren. Foto: Getty

Essen.   Internet-Händler müssen ab dem 1. August sehr deutlich darauf hinweisen, wenn ein Vertrag im Netz zustande kommt. Das ist bei seriösen Anbietern schon lange der Fall. Die Neuregelung soll vor allem unseriöse Anbieter einbremsen.

Nun gilt, worauf Verbraucherschützer schon seit Jahren gepocht haben: Seit dem 1. August müssen Händler im Internet unmittelbar vor Abschluss des Bestellvorgangs wesentliche Informationen über den Vertrag deutlich angeben. Das gilt vor allem für den Preis. Und: Falls ein Mausklick für Nutzer Kosten verursacht, müssen die Buttons, die darauf hinweisen, eindeutig beschriftet sein, heißt es bei der Verbraucherzentrale NRW.

Der Bezahlknopf ist bei seriösen Internethändlern Normalität. Windigen Geschäftemachern, die auf die Ahnungslosigkeit der Netzgemeinde setzen, dürfte die Neuregelung allerdings das Geschäftsmodell verderben. Hatte der Nutzer das Kleingedruckte nicht gründlich gelesen, tappte er bislang in die Kostenfalle.

Macht der Händler nicht mit, ist der Vertrag ungültig

Die Händler müssen künftig nicht nur sehr deutlich auf den Preis einer Ware oder Dienstleistung hinweisen, sondern auch auf deren Beschaffenheit und auf etwaige Versand- und Verpackungskosten. Bei Dienstleistungen muss zusätzlich angegeben sein, auf welchen Zeitraum sich diese beziehen. Sind all diese Punkte erfüllt, muss der Käufer dann einen Bestell-Button anklicken. Der muss laut Verbraucherzentrale nun gut lesbar und mit eindeutigen Formulierungen wie „kostenpflichtig bestellen“, „zahlungspflichtigen Vertrag schließen“ oder schlicht „kaufen“ beschriftet sein.

Kommt der Händler genau diesen Auflagen nicht nach, sei der Bestellvorgang nichtig, so die Verbraucherschützer: „Falls Online-Händler sich die Zahlungspflicht nicht bestätigen lassen oder einen falsch beschrifteten Bestell-Button verwenden, kommt kein Vertrag zustande.“

Hilfe gegen unberechtigte Forderungen

Interessant auch: Stellen Händler nicht auf den neuen Bestell-Knopf um, können sich Kunden ab sofort besser gegen unberechtigte Forderungen zur Wehr setzen. Auch hier hilft die Verbraucherzentrale NRW. Sie hält passende Musterschreiben bereit, mit denen sich Betroffene gegen die meist überzogenen Forderungen wehren können. Die stehen ab sofort zum Herunterladen bereit.

Die Verbraucherschützer versprechen, gemeldete Verstöße abzumahnen und so komplett zu stoppen.

Sven Frohwein

Kommentare
01.08.2012
13:14
Nein Hirn einschalten ist die richtige Lösung
von cgehrling | #6

Ich möchte niemandem zu Nahe treten, aber wie schon in meiner Antwort auf meinen eigenen Kommentar: Die beste Lösung ist einfach mal darüber nachzudenken was man im Internet tut. Wenn etwas kostenlos ist, muss ich weder meine Adresse noch meinen Namen angeben. Erst recht sollten bei den Leuten alle Alarmglocken leuten, wenn nach Bankdaten gefragt wird.

Genauso sieht es mit den ganzen Leuten aus, die alles über sich bei Facebook und anderen sozialen Netzwerken preisgeben. Anschließend wundern sie sich warum bei Ihnen eingebrochen wird wenn sie in Urlaub fahren , warum sie ständig Absagen auf Bewerbungsschreiben bekommen (weil der zukünftige Chef die Fotos vom letzten Saufgelage gesehen hat) .....

Die Leute sollten einfach mal darüber nachdenken, was sie im Internet tun. Was sie ins Netz stellen und was besser nicht.

Genauso bei Bestellungen in Onlineshops, vielleicht vor der ersten Bestellung nach der Firma suchen und schauen ob es im Netz negative Berichte gibt. ......

01.08.2012
12:22
"Arglose Nutzer" ist das richtige Stichwort
von vaikl2 | #5

Für Diejenigen, die in der Vergangenheit auf solche Abo- und Kostenfallen hereinfielen, wird auch das Standard-Widerspruchsschreiben der Verbraucherzentrale ein Buch mit sieben Siegeln sein, da es mit juristisch-verqueren Satzbauten strotzt und außerdem völlig ignoriert, dass man in den allermeisten Fällen nicht direkt mit einer dieser Betrüger-Anbietern kommuniziert, sondern mit den ebenso betrügerischen Abmahn-Firmen und -Anwälten.

Der einfachste und immer noch sinnvollste Tipp ist, solche Mahnschreiben weiterhin zu ignorieren, denn darin gibt es nichts, was irgendein Schuldverhältnis unter deutschem Recht beweisen kann.

01.08.2012
11:32
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
von cgehrling | #4

Dieser neue Bestellbutton wird unseriöse Anbieter, nicht daran hindern arglose Internetbenutzer auszunehmen. Wie soll den der einzelne Nutzer beweisen, das zum Zeitpunkt der Bestellung / der Bestätigung eines Vertrags, kein entsprechender Button auf der Seite vorhanden war. Die unseriösen Anbieter, können in sehr kurzen Abständen die Gestaltung ihrer Seiten ändern. Heute kann dort ein Button mit "weiter" stehen und Morgen einer mit "kaufen". Das ist doch bei Internetseiten Kinderkramm und lässt sich in Sekunden ändern. Somit müsste der Nutzer von allem möglichen Screennshots / Bildschirmfotos als Beweis machen.

1 Antwort
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
von cgehrling | #4-1

Das einzige was wirklich hilft, ist sein Hirn einzuschalten und sich die Frage zu stellen, wozu muss ich persönliche Daten eingeben wenn etwas kostenlos ist. Einfach nicht in jedem Formular, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, persönliche Daten wie Name und Anschrift eintragen. Erst recht sollten alle Alarmglocken läuten, wenn nach der Bankverbindung gefragt wird, wozu wenn es kostenlos ist !!

Als Tipp zu den Downloadseiten, es gibt unzählige seriöse Seiten im Netz, wo man kostenlose Programme herunterladen kann. Dabei sollten die Internetseiten der großen Computerzeitschriften, einem als erstes einfallen: heise, chip, von mir aus auch Computerbild ...

01.08.2012
09:08
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
von Silke075 | #3

Hmm, bei den unseriösen Anbietern, auf die dieses Modell abzielt, kommt doch jetzt auch schon kein Vetrag zustande. Man denke nur an die "kostenlosen" Downloadseiten.

Unseriöse Anbieter werden sich von irgendwelchen neuen Gesetzen auch nicht abschrecken lassen, die machen weiter wie bisher oder suchen sich was neues.



01.08.2012
08:21
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
von r.neuert | #2

Mal sehen wie und wie zügig das von den Seitenbetreibern umgesetzt wird, falls sie ihre Server nicht ins Ausland stellen um das Genze zu umgehen. Über die weniger agilen dürften sich die Abmahnanwälte freuen.

Insgesamt aber ein positives Zeichen.

01.08.2012
07:17
Neuer Bestell-Button gegen unseriöse Internet-Händler
von tomatenkiller_neo | #1

Gute Absicht, die hoffentlich nicht so unterlaufen wird wie bei den reisserischen
Angeboten mit den *Sternchen-Hinweisen in Minimalgröße oder den
heruntergehaspelten Hinweisen auf Arzt oder Apotheker.

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