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Euro-Krise

Menschen in Zypern distanzieren sich von Griechenland

05.08.2012 | 18:08 Uhr
Menschen in Zypern distanzieren sich von Griechenland
Auf die Hilfe der europäischen Partner ist Zypern derzeit angewiesen.Foto: Getty Images

Brüssel.  Die Menschen in Zypern leiden unter der Verbandelung ihrer Banken mit Griechenland. Dabei ist ihnen wichtig, nicht mit den Griechen in einen Topf geworfen zu werden: „Wir zahlen Steuern. Und wir arbeiten hart. Und wir betrügen unsere Regierung nicht.“

Maria-Christina Tchopourian (40) ist Angestellte beim Arbeitsamt in der zypriotischen Hauptstadt Nikosia. Sie weiß, was die Flaute mit den Menschen macht: „Es ist definitiv schwieriger geworden, einen Job zu finden“, sagt die Arbeitsvermittlerin. „Die Zahl der offenen Stellen ist voriges Jahr um 20 Prozent gesunken. Für dieses Jahr gibt es keine Anzeichen einer Besserung.“ Die Arbeitslosigkeit steigt laut Prognose in diesem Jahr von 7,8 auf 9,8 Prozent.

Vor allem für junge Menschen gebe es wenig Arbeit, sagt Tchopourian, doch auch für Ingenieure, Wirtschaftsfachleute oder Architekten sei es mittlerweile schwierig. „Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders.“ Heute sei ihr Arbeitsalltag „emotionaler“ als früher. Arbeitslose weinten in ihrem Büro, andere seien verärgert. Sie denken, erzählt Tchopourian, dass Zypern seinen Arbeitsmarkt nicht gleich ganz hätte öffnen sollen, als sich der Kreis der EU-Mitgliedsländer 2007 vergrößerte. Seither seien vor allem Bulgarien und Rumänen zum Arbeiten nach Zypern gekommen.

"Jeder hat ein Gefühl der Unsicherheit"

Die Arbeitsvermittlerin merkt auch in ihrem Privatleben, dass Zypern schwächelt. „Unsere Gehälter wurden dieses Jahr um zehn Prozent gekürzt – zugleich stieg die Mehrwertsteuer. Ich muss meine persönlichen Ausgaben einschränken“, sagt sie. „Jeder hat ein Gefühl der Unsicherheit. Niemand weiß, was die nächsten Monate bringen.“

Video
Nikosia, 26.06.12: Zypern will mit dem Geld aus den Euro-Rettungsschirmen den angeschlagenen Bankensektor des Landes stabilisieren – und so die Auswirkungen der Krise in Griechenland auf die drittkleinste Volkswirtschaft der Eurozone mildern.

Sie selbst versucht, optimistisch zu sein. Sie hofft, dass die Europäer Zypern im Gegenzug für Notkredite „korrigierende Reformen“ auferlegen, aber keinen allzu harten Sparkurs. „Ich weiß nicht, ob Lohnkürzungen nützen, dann haben die Menschen ja weniger Geld zum Ausgeben.“ Besser und fairer fände sie es, wenn im öffentlichen Dienst weniger Menschen als bisher befördert würden.

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Kommentare
06.08.2012
08:27
Menschen in Zypern distanzieren sich von Griechenland
von donfernando | #1

In Zypern arbeiten jetzt Bulgaren und Rumänen und man will mit den Griechen am liebsten nichts mehr zu tun haben.
Es ist schon erstaunlich, was was der Euro und die Europapolitik alles bewirken können, seitdem sie außer Kontrolle geraten sind.

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