Leitungswasser oft besser als stilles Mineralwasser
28.06.2012 | 11:39 Uhr 2012-06-28T11:39:00+0200
Berlin. Stilles Wasser ist im Trend. Doch gesünder als Leitungswasser ist es nicht. Im Gegenteil: Die Stiftung Warentest hat 29 Mineralwasser-Sorten untersucht. Zwei Drittel enthielten nur wenig oder sehr wenige Mineralstoffe. Zudem wurden in vielen Wässern Keime entdeckt.
„Stilles Mineralwasser enthält laut Stiftung Warentest häufig weniger Mineralstoffe als herkömmliches Leitungswasser. Ein Vergleich von 29 Mineralwasser-Sorten habe gezeigt, dass fast zwei Drittel der Wässer nur sehr wenig oder wenig Mineralstoffe enthielten, berichtete die Stiftung in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift „Test“. Dennoch sei stilles Wasser ein Trendgetränk. Alleine 2011 sei der Verkauf um 14 Prozent gewachsen. Jede zehnte Mineralwasser-Flasche enthalte heute stilles Wasser.
NRW-Umweltminister Remmel einigt sich nach langem Streit mit den Versorgern über die Moderniseierung der Wasserwerke. Die Unternehmen wollen in den nächsten Jahren mehr als 150 Millionen Euro investieren. Der Preis für die Verbraucher: Die Wasserrechnung der Haushalte wird steigen.
Im Test habe nur ein einziges stilles Wasser mit einem hohen Mineralstoff-Gehalt gepunktet, berichtete die Stiftung. Dieses könne als einziges „einen nennenswerten Beitrag leisten, um Knochen mit Kalzium und Muskeln mit Magnesium zu versorgen“. Jedoch enthalte selbst dieses Wasser nur wenig Natrium, was aber für Sportler wichtig sei, die den Mineralstoff in größeren Mengen durch das Schwitzen verlieren.
Preisunterschiede teils beträchtlich
Auch 24 weitere Wässer enthielten nur wenig Natrium, berichtete die Zeitschrift. Wasser-Hersteller machten aus diesem Mangel eine Tugend und werben mit der Eigenschaft „natriumarm“, was Menschen ansprechen solle, die auf ihren Blutdruck achteten.
Getestet wurden den Angaben zufolge stille Mineralwasser-Sorten von Discountern wie auch von herkömmlichen Supermarkt-Ketten. Dabei seien die Preisunterschiede teils beträchtlich gewesen. Günstiges Sorten hätten um die 13 Cent gekostet, teures Markenwasser teils über 50 Cent pro Liter. Der Grund dafür, dass heute in vielen stillen Mineralwässern nur wenige Mineralstoffe enthalten seien, seien EU-weit gültige Vorschriften. Diesen zufolge ist ein hoher Mineralgehalt - entgegen früherer deutscher Regelungen - nicht mehr notwendig, damit ein Wasser den Namen Mineralwasser tragen darf.
Keime in den Flaschen
Zwölf öffentliche Trinkwasserbrunnen betreiben die Stadtwerke in Bochum. Jetzt gibt’s Ärger: WAZ-Leser wittern Wasserverschwendung, weil die Zapfstellen rund um die Uhr sprudeln.
Weiterhin negativ aufgefallen sei in dem Test, dass bei mehr als einem Drittel der Wasser-Sorten Keime in den Flaschen gefunden worden seien, berichtete die Stiftung. Dies sei kein Problem für gesunde Menschen. Für Ältere und Kranke Menschen sollte das Wasser demnach aber abgekocht werden, ebenso für Babys. Rechtlich sei der Keimgehalt zulässig, solange keine Krankheitserreger enthalten seien.
Rückläufig sei der Bestandteil an Acetaldehyd aus den Kunststoff-Flaschen, berichtete „Test“. Die Substanz kann vom Plastik ins Wasser wandern und den Geschmack beeinträchtigen. Sechs der getesteten stillen Wässer enthielten demnach geringe Mengen der Substanz. Dies sei aber gesundheitlich und geschmacklich kein Problem gewesen. (afp)

13:57
Es mag situative Vorteile für Flaschenwasser gegeben haben, aber das heutige Ausmaß ist absolut irrational. Wasser bringt einen nicht mehr oder weniger gesund nur weil es nicht abgefüllt wurde (in Deutschland). Dann kommen ideologische Argumentationen über homöopathische Verunreinigungen... also wirklich, da könnte man auch gleich den Skandal ausrufen das im Wasser üblicherweise mehr als reines H2O drin ist...
Die Industrie dankt der Irrationaltiät...
17:32
Ich trinke grundsätzlich daheim nur Leitungswasser (Talsperrenwasser). Spart auch das Kistenschleppen.
12:58
Es kommt halt immer drauf an, welche Parameter man bei einer solchen Analyse unter die Lupe nimmt.
Leider wird in dem Artikel nicht darüber berichtet, welche anthropogenen, also vom Menschen eingebrachte, Substanzen unser Leitungswasser enthält.
Ein breiter Cocktail von Medikamentenrückständen fließt leider durch unsere Trinkwasserleitungen, da diese Stoffe in Kläranlagen nicht entfernt werden, weil die notwendigen technischen Maßnahmen nicht ergriffen werden. Das Wasser jedoch geht wieder in den Kreislauf und wird dann z.B. an der Ruhr als Trinkwasser gefördert.
Diese Stoffe muss der mündige Bürger dann selbst aus den Trinkwasser entfernen, indem man das Wasser membranfiltriert und/oder mit Aktivkohle behandelt.
Das das Leitungswasser mehr Minaralstoffe enthält als sog. Mineralwasser, das mag stimmen, aber leider schwimmt da auch noch so einiges anderes mit!