Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Wirtschaft

Lagarde sieht Weltwirtschaft weiter vor Herausforderungen

17.01.2013 | 19:56 Uhr

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht für die Weltwirtschaft zwar nicht mehr die Gefahr eines unmittelbaren Finanzkollapses, warnt aber vor einer Verschnaufpause bei den Anstrengungen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Probleme.

Washington (dapd). Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, sieht für die Weltwirtschaft zwar nicht mehr die Gefahr eines unmittelbaren Finanzkollapses, warnt aber vor einer Verschnaufpause bei den Anstrengungen im Kampf gegen die wirtschaftlichen Probleme. Die USA und europäische Länder hätten zwar wichtige Schritte zur Stärkung ihrer Finanzsysteme unternommen, sagte Lagarde am Donnerstag. Sie hätten aber noch viel Arbeit vor sich. "Wir haben den Kollaps aufgehalten. Wir sollten den Rückfall vermeiden", sagte Lagarde. Zuvor hatte der IWF die nächsten Hilfskredite für Griechenland und Portugal freigegeben.

Trotz der ernsthaften Probleme, die 2008 mit dem Zusammenbruch von Finanzinstituten in den USA ihren Lauf nahmen, gebe es Anzeichen für ein Nachlassen der Bemühungen zur Regulierung des Finanzsektors, warnte Lagarde auf einer Pressekonferenz zu ihrer Wirtschaftsprognose für 2013 in Washington. Reformen auf diesem Gebiet seien hinausgezögert und verwässert worden, kritisierte sie.

Mit Blick auf die Finanzkrise in Europa lobte Lagarde Fortschritte bei den Reformbemühungen. Die Europäische Union verfüge über viele neue Werkzeuge im Kampf gegen die Krise. "Und doch haben sich die Brandmauern noch nicht als funktionsfähig erwiesen", warnte die IWF-Chefin. Die EU müsse weiter an ihrer Bankenunion arbeiten, um künftige Probleme zu vermeiden.

Der IWF gab am Mittwochabend (Ortszeit) die nächsten Kredittranchen für Griechenland und Portugal frei. Die Regierung in Athen bekommt nach dem Abschluss wirtschaftlicher Prüfungen erwartungsgemäß 3,24 Milliarden Euro, für Lissabon werden 839 Millionen Euro bereitgestellt.

Die stellvertretende Geschäftsführerin des IWF, Nemat Shafik, sagte, Portugal stehe noch immer vor großen wirtschaftlichen Herausforderungen und müsse seine Konkurrenzfähigkeit stärken. Zwar habe die Regierung eine beeindruckende Leistung vollbracht, aber kurzfristig bleibe der Wirtschaftsausblick für Portugal ungewiss. Das griechische Parlament hatte seinerseits diese Woche mit der Verabschiedung umfassender Reformen die Bedingungen der Kreditgeber erfüllt.

Der IWF legt als Teil der Geldgeber-Troika mit der Europäischen Kommission und Europäischen Zentralbank zusammen die Spar- und Reformauflagen fest, deren Erfüllung sowohl Griechenland als auch Portugal den Zugang zu internationalen Hilfstöpfen ermöglicht.

(Desmond Butler ist Korrespondent der AP)

© 2013 AP. All rights reserved

dapd

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7493847/create

Umfrage
Die Stimmung der Verbraucher hat sich laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK deutlich verbessert. Geben auch Sie derzeit kräftig Geld aus?

Die Stimmung der Verbraucher hat sich laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK deutlich verbessert. Geben auch Sie derzeit kräftig Geld aus?

 
Fotos und Videos
Premiere der neuen S-Klasse
Bildgalerie
Mercedes-Benz
Zwischen Bangen und Hoffen
Bildgalerie
Opel Bochum
Opel-Aus im Jahr 2015
Bildgalerie
Opel
Zyperns Banken geöffnet
Bildgalerie
Euro-Krise
Aus dem Ressort
Händler in Wattenscheid verärgert über "Beratungsklau"
Einzelhandel
Gerlinde Lehrian und Michael Pira vom Spielwarengeschäft „Kleine Raupe“ in Bochum-Wattenscheid sind nicht amüsiert: Einige Kunden kämen ins Geschäft, ließen sich aufwändig ein Spiel erklären, um es dann, wenn möglich günstiger, im Internet zu bestellen. Gerlinde Lehrian nennt das "Beratungsklau".
Klöckner & Co will mehr Stellen abbauen als bisher geplant
Wirtschaftskrise
Der Stahlriese Klöckner & Co baut angesichts der anhaltenden Stahlkrise in Europa noch mehr Stellen ab als bislang geplant. In der laufenden Umstrukurierung wollen die Duisburger bis Ende 2013 jetzt mehr als 2.000 seiner etwa 10.000 Arbeitsplätze streichen. Bisher war von 1800 Stellen die Rede.