Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Hemer.

Japaner kauft Grohe für 2,7 Milliarden

27.09.2013 | 00:21 Uhr

Hemer. Grohe wird japanisch. Neun Jahre, nachdem zwei internationale Finanzinvestoren den Sanitärarmaturenhersteller aus Hemer übernommen hatten, wechselt das Unternehmen nun erneut den Besitzer. Käufer sind die Lixil Corporation mit Sitz in Tokio und die japanische Entwicklungsbank. Kaufpreis: 2,7 Milliarden Euro. Das ist die größte Investition, die ein japanisches Unternehmen je in Deutschland getätigt hat. Lixil ist nationaler Markenführer in der Baubranche. Im Geschäftsjahr 2013 erzielte der börsennotierte Konzern nach eigenen Angaben einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro. Groß eingekauft hat Lixil zuletzt bereits in den USA mit der Übernahme von American Standard. Nun steigen die Japaner in den europäischen Markt ein.

„Das ist eine gute Nachricht“

„Das ist eine gute Nachricht für Grohe“, sagte Vorstandschef David Haines gestern in einer Telefonkonferenz. Bei beiden Unternehmen stehe „das Wachstum an erster Stelle“. Grohe werde auch in Zukunft „relativ unabhängig“ arbeiten können. Kartellrechtliche Probleme erwarte er nicht. Haines’ Vertrag an der Grohe-Spitze wurde um fünf Jahre verlängert. Unklar blieb gestern allerdings, wie es um die Grohe-Schulden bestellt ist. Das Unternehmen hat angeblich Verbindlichkeiten in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro. Ob dieser Batzen nun von Lixil übernommen wird oder im deutschen Unternehmen bleibt, konnte oder wollte Haines nicht sagen. Er verwies allerdings darauf, dass die Zinsen in Japan deutlich niedriger seien als in Europa.

Die Grohe-Gruppe ist nach eigenen Angaben der größte Hersteller von Sanitärarmaturen in Europa. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 9000 Mitarbeiter, 2300 davon in Deutschland. 2012 erzielte die Gruppe einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Grohe verfügt über drei Fertigungsstätten in Deutschland: Hemer, Porta Westfalica und Lahr.

Für die Mitarbeiter habe der Deal keine Folgen, „insbesondere keine negativen“, sagte Haines. Mögliche Synergieeffekte sehe er auf der Umsatzseite, nicht aber bei den Kosten. Sprich: „Die Mitarbeiter können sich freuen.“ Ähnlich äußerte sich Grohe-Betriebsratsvorsitzender Peter Paulokat. Entscheidend sei, ob der neue Besitzer die Eigenständigkeit von Grohe garantieren könne und dass weder Personalabbau noch Werksschließungen geplant seien.

Martin Korte



Empfehlen
Lesen Sie auch
Kommentare
Kommentare
autoimport
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

 
Aus dem Ressort
Ruhr-Unternehmen ärgern Mindestlohn und die Rente mit 63
IHK-Umfrage
Unternehmen an Rhein und Ruhr beschreiben ihre aktuelle wirtschaftliche Lage mit großer Mehrheit als robust. Von den Industrie- und Handelskammern nach der Zukunft befragt, zeigen sich aber Sorgenfalten. Die Laune der Revier-Unternehmen sinkt vor allem wegen der Rente mit 63 und des Mindestlohns.
Geplanter Neovia-Verkauf beunruhigt Beschäftigte
Opel
Auf 700 Mitarbeiter soll das Warenverteilzentrum von Opel nächstes Jahr wachsen. Nun bahnt sich an, dass der Betreiber Neovia Logistics einen neuen Eigentümer erhält. Beschäftigte und Betriebsrat von Opel fürchten nun, dass könnte Konsequenzen für den Standort Bochum haben.
Gelsenkirchen ist Vorreiter beim Klimaschutz
Auszeichnung
Dafür wurden nun sechs Projekte von der KlimaExpo.NRW Gelsenkirchen gemeinsam ausgezeichnet.Wir stellen vor, was die einzelnen Projekte ausmacht. Oberbürgermeister Frank Baranowski nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Duisburgs Call-Center bei Revierstädten gefragt
Bürgerservice
Fast eine Million Anrufe gehen im Jahr bei dem Duisburger Call-Center ein. Dort gibt’s Rat bei Passfragen, auch der Sperrmüll kann geordert werden. Aber auch für andere Revierstädte ist das Call-Center eine gute Adresse, schon im Einsatz ist es für Dinslaken, auch Bottrop und Bochum haben Interesse.
Online-Klamottenbörse "Kleiderkreisel" reagiert auf Kritik
Second-Hand
Die Verbraucherzentrale bezeichnet das Bewertungs- und Bezahlsystem von "Kleiderkreisel" als verlockend für Betrüger. Vor allem das Bewertungssystem steht in der Kritik. Nutzer können sich dort bewerten obwohl sie gar nicht miteinander gehandelt haben. Nun reagiert Kleiderkreisel auf die Kritik.