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Soziales Engagement

Initiativpreis NRW geht an ein Unternehmen mit Herz

27.12.2012 | 18:23 Uhr
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Initiativpreis NRW geht an ein Unternehmen mit Herz
ONI-Chef Wolfgang Oehm setzt auf ältere Mitarbeiter und gibt auch jungen eine Chance.Foto: Matthias Sandmann

Lindlar.   Schon als Kind lernte Wolfgang Oehm, dass sich soziales Engagement lohnt. WGZ Bank und WAZ Mediengruppe zeichneten seine ONI Wärmetrafo GmbH in Lindlar deshalb mit dem Initiativpreis NRW aus. Das Unternehmen setzt auf ältere Mitarbeiter und gibt auch jungen eine Chance.

Das Jahr 2012 war für Wolfgang Oehm nicht nur wirtschaftlich erfolgreich. Auf ihn und seine ONI Wärmetrafo GmbH, die sich auf energiesparende Technologien spezialisiert hat, ging ein wahrer Regen von Auszeichnungen nieder. Auch WGZ Bank und WAZ verliehen dem 74-Jährigen in Anerkennung seines sozialen Engagements den Initiativpreis NRW.

Wolfgang Oehm stellt gerne ältere Mitarbeiter ein, gibt benachteiligten jungen Leuten eine Job-Chance und spendete allein im vergangenen Jahr 235 000 Euro für gute Zwecke wie den Schul-, Krankenhaus- und Brunnenbau in Afrika. Der Gründer und Gesellschafter von ONI hat ein großes Herz.

„Sozialer Touch“

„Unser sozialer Touch zieht sich durch die ganze Familie“, erzählt Oehm. Den Rat seiner Großmutter, den er als 14-Jähriger erhielt, hat er sich vorgenommen zu beherzigen: „Nutze Dein Geld und Deinen Einfluss, um Gutes zu tun.“ Nach fast 30 Jahren als selbstständiger Unternehmer hat der Mann aus dem Oberbergischen Kreis den Beweis angetreten, dass soziales Engagement und wirtschaftlicher Erfolg keine Widersprüche sein müssen. 1983 mit dreiköpfiger Belegschaft auf 60 m2 gegründet, beschäftigt ONI inzwischen 320 Mitarbeiter. Rund die Hälfte sind Menschen, die vor ihrer Einstellung in Lindlar arbeitslos waren und über 50 Jahre alt sind.

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„Für mich sind ältere Mitarbeiter Edelstähle und kein altes Eisen“, sagt Oehm selbstbewusst. Peter Krümmel ist die Rührung bis heute anzumerken. Der Schaltschrank-Monteur war 2008 als 56-Jähriger Opfer eines Stellenabbaus bei seinem früheren Arbeitgeber. Zwei Jahre schrieb er eine Bewerbung nach der anderen, erhielt aber nur Absagen. „Das war beschissen und frustrierend“, erinnert sich Krümmel. Bis er dann von der Firma ONI erfuhr. „Das war ein Glücksgriff. Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben“, so der heute 60-Jährige. Krümmel integrierte sich problemlos in die eingespielte Mannschaft. Auch sein Chef Wolfgang Oehm ist zufrieden: „Ältere Mitarbeiter bringen ein wahnsinniges Fachwissen mit.“

Ausbildungsplatz mit 27 Jahren

Aber auch Junge sollen in Lindlar eine Perspektive erhalten. Nexhat Bajrami kam 2010 nach NRW. Der Liebe wegen. Seine Frau Ardita arbeitet in einer Apotheke im benachbarten Frillingsdorf. Sie hatte vom sozialen Engagement der Firma ONI gehört und sprach Wolfgang Oehm, der als Kunde in die Apotheke kam, einfach darauf an, dass ihr Mann vergeblich nach Arbeit sucht. Ardita Bajrami: „Mehr als Nein sagen konnte er ja nicht.“

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Tat Oehm auch nicht. Er stellte Nexhat Bajrami zunächst als Hilfsarbeiter ein, finanzierte ihm einen Sprachkurs, den er mit der Note „sehr gut“ abschloss. Seit 1. August 2012 hat der 27-Jährige, der in der Berufsschule natürlich der Älteste ist, bei ONI eine Lehrstelle und wird zum Mechatroniker für Kältetechnik ausgebildet. Bajrami ist optimistisch, dass er nach drei Jahren eine Festanstellung erhalten wird. „Dann bekommen wir auch Kinder“, plant er schon jetzt.

Technik zum Energiesparen

Oehm macht aber nicht nur mit sozialen Taten von sich reden. Anfang der 80-er Jahre entwickelte er das weltweit erste Wärmerückgewinnungssystem für Kunststoffmaschinen und ließ es sich patentieren. Inzwischen bietet ONI acht Technologien an, die Kunden insbesondere in der Kunststoffverarbeitung, aber auch in der Auto- und Chemie-Industrie beim Einsparen von teurer Energie helfen.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Nach Unternehmensangaben sparen die 3903 ONI-Kunden jährlich knapp über eine Milliarde Euro an Energiekosten und 3,9 Millionen Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid ein. Marketingleiter Rüdiger Dzuban: „Mit der eingesparten Energie könnte man über 800 000 Haushalte mit Strom versorgen.“

Frank Meßing

Kommentare
28.12.2012
15:34
Initiativpreis NRW geht an ein Unternehmen mit Herz
von AuroraBorealis | #1

Liest man obigen Bericht mit Aufmerksamkeit und auch zwischen den Zeilen, so ist klar und eindeutig erkennbar:
Wenn man einem Arbeitsuchenden die Chance auf einen für ihn passenden Arbeitsplatz mit einem von staatlicher Unterstützung unabhängiges Gehalt bietet, wird diese Chance regelmäßig erfolgreich für beide Seiten, also Arbeitgeber- UND (!) Arbeitnehmer-seite, aufgenommen.
Doch wer so menschenverachtend wie die Jobcenter mit Arbeitsuchenden umspringt ist verantwortlich dafür, dass diese Arbeitsuchenden unter der psychischen Last der von den Jobcentern ausgeübten Mitarbeiterschaft aufgibt, zusammenbricht, den Lebensmut verliert.
Aber das ist den Jobcentern völlig egal. Jeder Arbeitsuchende der in von staatlicher Unterstützung befreite Entlohnung kommt gefährdet den Arbeitsplatz des Jobcentermitarbeiters/in. Ergo: Die Jobcenter vermittlen niemanden in entsprechende Arbeitsstellen. Es werden nur sinnentleerte Maßnahmen und weiterhin von staatlicher Unterstützung abhängige Jobs gegeben

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