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Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein

20.03.2013 | 09:04 Uhr
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Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
Ärger nach Ablauf der Garantie: Bislang bleiben Verbraucherschützer den Beweis für den geplanten Verschleiß schuldig.Foto: Thinkstock

Essen.  Die Hersteller elektrischer Geräte bauen absichtlich Schwachstellen in Geräte ein, damit diese nach kurzer Zeit den Geist aufgeben. Zu dieser Erkenntnis kommt eine Studie der Grünen, die am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt werden soll. Bislang gibt es aber keinen Beweis für den geplanten Verschleiß.

Hersteller von elektronischen Geräten wie Drucker, Kopfhörer, Waschmaschinen oder Elektrozahnbürsten sorgen offenbar immer häufiger für Schwachstellen in ihren Geräten, damit diese schneller verschleißen oder kaputt gehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine im Auftrag der Grünen erstellte Studie.

In dem Gutachten seien zahlreiche Produkte aufgeführt, bei denen die Industrie täuscht oder trickst, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“. Laut Studie bauten die Hersteller in Druckern Zähler ein, die nach einer bestimmten Anzahl von gedruckten Seiten das Gerät lahmlegen. Nach Zurückstellen des Zählers funktioniere der Drucker aber wieder einwandfrei.

Elektrozahnbürsten enthielten oftmals Akkus, die nicht ausgewechselt werden können und deren Ladefunktion rasch erschöpft ist, so die Zeitung weiter. Weitere Beispiele: Laptops, die sich nur schwer reparieren lassen, weil ihre Bauteile nicht miteinander verschraubt, sondern verklebt sind. Oder aber Handy-Akkus, die nicht ohne Weiteres problemlos getauscht werden können, weil sie fest verbaut sind.

Schwierige Reklamation von Produkten

Co-Autor der Grünen-Studie ist der Diplom-Betriebswirt Stefan Schridde. Schridde betreibt die Internetseite murks-nein-danke.de, auf der Verbraucher Geräte melden können, von denen sie glauben, dass sie einen eingebauten Defekt haben – oder zumindest schnell verschleißen. Bislang konnte Schridde allerdings nur Einzelfälle zusammentragen. 2000 sollen es mittlerweile sein. Auch Schridde bleibt den Beweis für den Defekt mit System (bislang) schuldig.

Trotzdem will der selbstständige Berater nicht klein beigeben: „Ist es purer Zufall, dass die Hersteller auf Elektronikplatinen wärmeempfindliche Bauteile neben Wärmequellen verbauen“, fragt Schridde unlängst im Gespräch mit der WAZ Mediengruppe .

"Geplante Obsoleszenz"
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Für Schridde sind Konstruktionsfehler ein Hinweis auf eine Strategie der Firmen, Produkte auf den Markt zu bringen, die nicht lange halten. „So wollen sie den Umsatz ankurbeln. Dabei geht das doch auch anders“, so Schridde. Gebe es mehr Geräte mit langer Lebensdauer, könnten Konsumenten das Geld in andere Produkte stecken.

Wenn er die geplante Obsoleszenz, so der Fachausdruck für den eingebauten Verschleiß, schon nicht beweisen könne, so wolle er doch für mehr Kundenfreundlichkeit bei den Herstellern trommeln. Käufern werde es extrem lästig gemacht, Produkte zu reklamieren. „Damit man sich etwas Neues kauft, anstatt Altes zu reparieren.“

Grüne wollen Garantierecht überarbeiten

Hier sehen auch die Grünen Handlungsbedarf. Sie fordern eine zügige Überarbeitung des Gewährleistungs- und Garantierechts und wollen sogenannte Reparaturnetzwerke ins Gespräch bringen. Die Grünen-Politikerin Dorothea Steiner nannte die Strategie der Hersteller, auf immer kürzere Produktzyklen zu setzen, eine „Schweinerei“. Frühzeitiger Verschleiß verursache „auch immense Müllberge“.

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Einen Beweis für eingebauten Verschleiß konnte bislang niemand führen, auch die Stiftung Warentest nicht. „In all unseren Tests haben wir keinen Hinweis darauf finden können“, sagte Jürgen Nadler, wissenschaftlicher Leiter des Teams Multimedia der Stiftung, der WAZ Mediengruppe bereits im Januar dieses Jahres . Nadler möchte die Hersteller aber nicht in Schutz nehmen. Fest verbaute Akkus in Handys, elektrischen Zahnbürsten oder Navigationsgeräten seien sehr wohl ein Ärgernis.

Verbraucherzentrale sucht Beweis

Auch die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen würde gerne den Beweis für die geplante Obsoleszenz führen. „Es gibt Dinge, die sind merkwürdig. Es gibt Dinge, die stinken zum Himmel. Aber die Beweisführung ist schwierig“, sagt Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale.

Müller würde nur zu gern eine Verbandsklage durchfechten, wenn er einen Beweis dafür finden würde, dass ein Hersteller ein Gerät absichtlich so konstruiert hat, dass es kurz nach Ablauf der Garantie den Geist aufgibt. Doch dafür bräuchte Müller nicht einen, nicht zwei, am besten gleich 20 Fälle, wo ein Produkt unter ähnlichen Bedingungen innerhalb eines bestimmten Zeitraums streikt. Auch der Verbraucherschützer wartet darauf bislang vergeblich. (mit AFP)

Sven Frohwein

Kommentare
20.03.2013
21:16
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von scouti | #34

Demnächst mit Warnhinweis "Dieses Gerät zerstört sich nach Ablauf der Gewährleistungsfrist in wenigen Stunden selbst." Bei Klapprechnern & Co mit dem Zusatz "Bitte sichern Sie Ihre Daten" ...

20.03.2013
15:05
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von unwitz | #33

Habe ich das jetzt richtig verstanden? Eine von den Grünen in Auftrag gegebene "Studie" durch den Betreiber der Internetseite "murks-neun-danke", der aber keine Beweise vorlegen kann?

Das Niveau in diesem Land sinkt unaufhörlich.

1 Antwort
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von Klug99 | #33-1

Nein, es sinkt nicht! Es ist seit Jahren so unsagbar niedrig! Nehmen Sie doch den grünen Blödsinn, alles nicht durchdacht! Biosprit kostet Lebensmittel und Urwälder, Grüner Punkt und Dosenpfand macht Konzerne reich und bringt der Umwelt nichts und und und ....

20.03.2013
14:22
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von ellerw1 | #32

#31, genau, aus diesem Grund hat Frau Cosima Dannoritzer ein Film zu diesem Thema gedreht.

20.03.2013
14:11
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von DoNo-74 | #31

Kein Wunder, dass die Beweisführung schwierig ist: Wie will man beweisen, dass ein Konstruktionsfehler nicht auf die Dummheit des Ingenieurs zurückzuführen ist?

Das Unterschied zwischen "geplante Obsoleszenz" und nur "schlecht konstruiert" liegt doch im Kopf des Entwicklers. Absichten sind eben schwer nachzuweisen.

20.03.2013
13:54
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von ellerw1 | #30

Mir ist jetzt auch ein Rätsel, wieso die Grünen mit so einer alten Leier daher kommen. Man braucht nur mal die Suchmaschine seines Vertrauens das Wort Obsoleszenz eingeben. Da wird sogar der "Erfinder" dieses Treibens genannt. Das gilt auch für die Verbraucherzentrale. Und dann sind da sogar noch Literaturhinweise genannt. Übrigens, Herr Schridde, Sie sind ein Hans-Dampf-in-allen-Gassen, dann hätten Sie doch bei den ein oder anderen Projekt Ihre beratertechnische Funktion richtig ausspielen können. Hat sich aber irgendwie nicht rumgesprochen, oder? Zwischenzeitlich habe ich mal das Internet bemüht um nach Begriffen wie transfererfolg und Grüne zu suchen. Den Kommentar spare ich mir jetzt, wieso Sie den Zuschlag für diese Studie erhalten haben.

20.03.2013
13:17
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von MisterB | #29

Nein, das glaube ich nicht, sind diese Firmenbosse, die soetwas anordnen, den wirklich so schlecht?

Spaß bei Seite:#21#22, es ist ja so, dass der Staat durch die MwSt an jedem neu gekauften Teil mitverdient...


....abgesehen davon, dass nur noch die Dümmsten glauben, dass sich unsere Regierungen für die Masse der normalen Menschen interessieren...

20.03.2013
13:04
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von 2013witten | #28

Na klar hatten wir das alles schon mehr als einmal. Genau so wie die offene Antwort auf die Frage, was das alles mit "Garantie" zu tun haben könnte. Und genau so wie die Vermutung, dass dem Überschriften-Dichter die elementaren Unterschiede zwischen Garantie und Gewährleistung wohl für immer ein Rätsel bleiben werden.

20.03.2013
13:00
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von xIESPPLayErIx | #27

Ein gutes Beispiel ist die XBOX 360. Sie ist so konstruiert, dass kurz nach ablauf der Garantie der allseits gefürchtete "Ring of Death" auftaucht, sprich die Computerchips brennen durch. Das Problem hatten ich sowie mehrere meiner Freunde, die eine XBOX 360 besitzen. Deswegen gehen wir davon aus, dass Microsoft die Konsole mit absicht so konstruiert hat.
Ich finde so etwas einfach nur Skrupellos. *kopfschüttel*

2 Antworten
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von Goldpenis | #27-1

nochmehr Kopfschütteln bereitet mir, daß Leute so einen Sche*ß kaufen. Spielekonsole - auweia...

Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von bluppdidupp | #27-2

Bei der xbox360 ist das ROD-Problem hauptsächlich eins von schlechten Lötstellen. Zu hohe Wärmeentwicklung im Gehäuse entlötet da quasi Chips.
Aktuelle Revisionen sind da unproblematisch, die verursachen schon wesentlich weniger Wärme.
Bei den älteren Revisionen hat Microsoft auch in der Garantiezeit massive Ausfälle gehabt: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Microsoft-gesteht-Probleme-mit-Hardwarefehlern-der-Xbox-360-ein-148100.html

20.03.2013
12:55
@ferdi23 | #17
von vaikl2 | #26

Sie (und die Grünen) unterschätzen den immer größer werdenden Konsumenten-Anteil, der Schweißausbrüche und Sehstörungen bekommt, wenn es nach 6 Monaten noch immer kein Hardware-Update oder kein Nachfolge-Modell für z.B. sein Handy, sein Autoradio oder seinen Laserfarbdrucker gibt.

Für diese meist junge Gruppe von wichtigen, weil zahlenden Konsumenten wird die Industrie dann keine Ersatzteil-Läger mehr aufbauen, die setzt wahrscheinlich jetzt schon auf 3D-Drucker für zuhause zum Selberbasteln.

20.03.2013
12:54
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von Reviercowboy | #25

Zu Verbraucherzentrale sucht Beweis

Einfach mal recherchieren bei den Firmen, in den Abteilungen die die Rückläufergeräte
bearbeiten. Es fällt dann auf, das die Gerätegruppen immer wieder mit den selben Fehlerbeschreibungen reinkommen. Daraus läßt sich dann schließen, daß ein Produktionsmangel oder Qualitätsmangel vor liegt, oder ganz schlimm Fehlkonstruktionen. Eigenerfahrung

1 Antwort
Hersteller bauen laut Studie Schwachstellen in Geräte ein
von vaikl2 | #25-1

Fehlkonstruktionen haben nichts mit Obsoleszens zu tun. Die gab es auch schon, als man "teutsche Wertarbeit" noch für unfehlbar hielt.

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