Foodwatch unterliegt im Rechtsstreit über "becel-"Margarine
14.12.2012 | 16:19 Uhr 2012-12-14T16:19:01+0100
Hamburg. Unilever spricht von einer "Schmierenkampagne", Foodwatch von "Humbug": Der Margarine-Streit zwischen dem Lebensmittelkonzern und der Verbraucherorganisation kocht seit Monaten hoch. "becel"-Produzent Unilever hat vor Gericht gewonnen, doch mit diesem Urteil dürfte Streit nicht vorbei sein.
Schlappe für die Verbraucherschützer von Foodwatch im Margarine-Streit mit Unilever: Der Lebensmittelkonzern darf weiter behaupten, es gebe keine Hinweise auf mögliche Gesundheitsrisiken seiner cholesterinsenkenden Margarine "becel pro.activ". Die Pressekammer des Hamburger Landgerichts wies am Freitag eine Klage von Foodwatch ab. Die Verbraucherorganisation hatte Unilever vorgeworfen, Nebenwirkungen der mit Pflanzensterinen angereicherten Margarine zu verschleiern.
Urteil sagt nichts über Schädlichkeit von "becel" aus
"Das Gericht hat aber nicht darüber entschieden, ob die betroffene Margarine schädliche Nebenwirkungen hat oder nicht", betonte Conrad Müller-Horn, Sprecher des Landgerichts. In dem seit Monaten laufenden Verfahren ging es lediglich darum, ob eine Aussage des Gießener Mediziners Prof. Hans-Ulrich Klör in einer Mitteilung von Unilever zulässig ist. Klör wird darin zitiert, aus wissenschaftlicher Sicht gebe es keinen Hinweis, dass der Verzehr Pflanzensterin-angereicherter Produkte mit Nebenwirkungen in Verbindung zu bringen sei. Diese Aussage wertete das Gericht nun als Meinungsäußerung - und nicht als Tatsachenbehauptung. "Unilever kann sich damit im Ergebnis auf die Meinungsfreiheit berufen", erklärte Müller-Horn.
Foodwatch erwägt Berufung im Margarine-Rechtsstreit
Foodwatch beklagte, das Gericht habe die Behauptungen von Unilever "gar nicht erst einem Faktencheck unterzogen". "Das Abstreiten von wissenschaftlichen Hinweisen auf Nebenwirkungen ist Humbug, aber Unilever darf diesen Humbug weiter verbreiten", sagte Sprecher Martin Rücker. Er forderte einen Verkaufsstopp von "Becel pro.activ" , bis die Sicherheit des Produkts in Langzeitstudien belegt sei. Die Organisation will nun prüfen, ob sie in Berufung geht.
Der Hersteller solle eine Zulassung der Margarine als Arzneimittel beantragen, sagte Oliver Huizinga von Foodwatch. "Aus unserer Sicht ist es so: Wer krank ist, sollte zum Arzt gehen, und wer Hunger hat, in den Supermarkt - und nicht andersherum."
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Foodwatch hat an allem etwas zu meckern und möchte den Menschen verbieten, zu essen, was ihnen schmeckt.