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Fonds investiert in Thyssen-Krupp

26.09.2013 | 00:21 Uhr
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Essen. Der Thyssen-Krupp-Konzern hat einen weiteren Großaktionär. Der schwedische Investor von Privatkapital, Cevian Capital, hat seinen Anteil an dem angeschlagenen Essener Technologie- und Stahlkonzern von unter drei Prozent auf 5,2 erhöht. Das teilte Cevian gestern in einer Pflichtmitteilung mit. Thyssen-Krupp-Chef Heinrich Hiesinger zeigte sich erfreut: „Wir gewinnen einen renommierten, europäischen Großaktionär, der auch in Deutschland über umfangreiche industrielle Erfahrung verfügt.“

Langfristiger Investor

Cevian Capital ist nach Auskunft von Hermann Reith, Analyst bei der Frankfurter BHF-Bank, ein langfristig orientierter Investor. Die Schweden sind bereits beim deutschen Baukonzern Bilfinger Berger beteiligt, inzwischen mit rund 17 Prozent. Sie waren zudem beim Versicherungskonzern Münchner Rück und dem Maschinenbauer Demag Cranes engagiert und halten Aktien an dem schwedischen Lkw-Hersteller Volvo.

Mit der Aufstockung des Anteils durch Cevian sind nun insgesamt vier Großinvestoren beim Essener Konzern engagiert: neben der Krupp-Stiftung, die 25,3 Prozent hält, besitzen die US-Investmentfonds Franklin Mutual Advisers und Black Rock jeweils mehr als fünf Prozent der Anteile. Diese Investoren könnten möglicherweise im Kreis der größeren Anteilseigner an Bedeutung gewinnen, sollte Thyssen-Krupp wie erwartet mit einer Kapitalerhöhung neue Aktien ausgeben, die Krupp-Stiftung aber mangels Kapital nicht mitziehen könne.

Thyssen-Krupp-Vorstandsvorsitzender Heinrich Hiesinger sagte: „Wir freuen uns, dass Cevian auf den vom Vorstand eingeschlagenen Weg vertraut und damit die strategische Weiterentwicklung des Konzerns unterstützt.“

Cevian teilte mit, man sei „vom langfristigen Potenzial des Unternehmens überzeugt“ und unterstütze den Kurs des Managements. Der derzeitige Börsenwert spiegele nicht den „fundamentalen Wert“ von Thyssen-Krupp wider. Cevian sei als Investor bislang nicht dadurch aufgefallen, dass der Investor gegen das Management agiert habe, sagte auch Analyst Reith.

Dafür spricht zudem die Struktur des Fonds. Cevian Capital wird getragen von 200 großen Investoren, darunter Staatsfonds und der Fonds der schwedischen Beamtenversorgung. Der Investmentfonds agiere langfristig, was durch die Verpflichtung der Cevian-Geldgeber ermöglicht werde, ihre Mittel mindestens drei Jahre lang im Fonds zu halten, so ein Sprecher. Die Investitionsstrategie des Fonds-Managements ziele in der Regel auf Zeiträume von fünf bis sieben Jahren. Insgesamt verwalte Cevian Capital ein Anlagevolumen von neun Milliarden Euro. Der Kauf des Aktienpaketes sei „ausschließlich mit Eigenkapital“ finanziert. Der Fonds arbeite grundsätzlich ohne Fremdkapital und sogenannten Kurssicherungsinstrumenten, wie sie von spekulativen Hedgefonds verwandt werden.

Weitere Aufstockung denkbar

Ein Sprecher von Cevian sagte, eine weitere Aufstockung der Anteile sei denkbar. Man kenne die Strategie des Managements gut und sei von der möglichen Wertsteigerung des Unternehmens überzeugt. Heinrich Hiesinger habe den Knoten bei Thyssen-Krupp zerschlagen und einen Kulturwandel eingeleitet, der tragen werde. Die Frage eines Sitzes im Aufsichtsrat stelle sich derzeit nicht.

Cevian zielt auf Wertsteigerungen. Der Sprecher wies scharf zurück, dass es darum gehen könnte, Kasse zu machen, indem das Unternehmen in Einzelteile zerlegt wird. Der Aktienkurs von Thyssen-Krupp stieg bis zum Abend um 3,5 Prozent.

Thomas Wels

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