Experte: Arbeitslosigkeit ist Gefahr für Demokratie
13.07.2009 | 13:29 Uhr 2009-07-13T13:29:00+0200
Essen. Wer arbeitslos ist, verliert das Interesse an politischen Fragen und zweifelt am Ende sogar an der Funktionsfähigkeit der Demokratie, so der Politikwissenschaftler Thorsten Faas. Seine These: Erwerbslose wenden sich allzuoft von der Politik ab - und die Politik von ihnen. Mit fatalen Folgen.
Arbeitslosigkeit demoralisiert und entpolitisiert – und gefährdet so langfristig die Stabilität der Demokratie. Das ist die Schlussfolgerung des Politikwissenschaftlers Thorsten Faas. Wer arbeitslos ist, verliert das Vertrauen in die Politiker und das Interesse an politischen Fragen und zweifelt am Ende sogar an der Funktionsfähigkeit der Demokratie, so der Wahlforscher.
Eine weitere These des jungen Wissenschaftlers: Hohe Arbeitslosigkeit schadet der SPD – vor allem, wenn sie in der Regierung ist. Die SPD sei in den Milieus, in denen Arbeitslosigkeit gehäuft auftritt, eher überrepräsentiert. Deswegen schadet ihr die überdurchschnittlich hohe Wahlverweigerung der Arbeitslosen besonders. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren: Die SPD kann nicht – wie vor 1998 – von ihrem Bonus als Oppositionspartei profitieren.
Wer als Arbeitsloser eine andere Regierung will, wich in der Vergangenheit gern nach links aus, wenn die SPD an der Regierung war. In den achtziger Jahren profitierten davon die Grünen, so Faas, und in der Gegenwart die Linkspartei. Vor allem weil durch die Hartz-IV-Gesetze das Vertrauen der Arbeitslosen in die SPD-Politik umso stärker gestört ist.
Kein Vertrauen in die SPD
Vor fünf Jahren sei es der SPD noch gelungen, von diesen Auswirkungen der Agenda 2010 abzulenken, es sei die Frage, ob das auch in diesem Wahlkampf gelingen werde. „Die Störung zwischen dieser eher linken Bevölkerungsgruppe der Arbeitslosen und der SPD ist massiv und mit Steinmeier, Müntefering, Steinbrück sind auch noch die Leute aktiv, die damals die Agenda 2010 mit durchgesetzt haben. Das zu beseitigen, schafft man nicht in zwei, drei Monaten”, so der 35-Jährige.
Worauf fußen seine Erkenntnisse? Nun, Faas hat sich die Wahlergebnisse der letzten 30 Jahre genau angesehen und dazu soziologische Untersuchungen über die Arbeitslosigkeit – ein Feld, das nach seinen Angaben erstaunlich wenig beackert wird. Trotz einer nach Millionen zählenden Gruppe wird das soziale Leben der Arbeitslosen in der Forschungslandschaft wenig beachtet.
Faas' Erkenntnisse: Zumindest in Ostdeutschland ist direkte und indirekte Arbeitslosigkeit weit verbreitet – beinahe jeder kennt jemanden, der aktuell arbeitslos ist. „In der ehemaligen DDR gab es schon 1992 eine extrem hohe Arbeitslosigkeit. Das war verheerend für die Menschen, die in einem Staat lebten, der das Arbeitsethos hochhielt und in dem es zumindest offiziell keine Arbeitslosen gab.”
Folge: Wer arbeitslos ist, fühlt sich entwertet und häufig schuldig, erfährt in vielen Fällen Skepsis aus dem sozialen Umfeld – ob er oder sie sich denn auch ernsthaft um Arbeit bemüht habe – und im politischen Raum. „Das findet sich in Formulierungen wie denen vom ,Freizeitpark Deutschland'. Auch in Formulierung vom ,Fördern und Fordern' schwingt mit, dass jeder, der sich lange genug fordert, schon etwas findet.”
Die De-Politisierung durch Arbeitslosigkeit hat nach Faas' Beobachtung zur Folge, dass Arbeitslosigkeit auch nur noch vordergründig politisches Thema ist. „Politiker handeln rational. Warum also sollten sie sich um eine Klientel bemühen, die ihnen keine Stimmen bringt?”, fragt der Politikwissenschaftler. Dabei seien Arbeitslose in ihrem Leben viel direkter von politischen Entscheidungen abhängig als die arbeitende Bevölkerung. Insofern sei die Abkehr der Arbeitslosen von der Politik fatal, so Thorsten Faas. NRZ

14:55
...für mich wird, auch mit Arbeit, der Sinn dieser Demokratie immer schwerer erkennbar. Da ich von den Politikern als blöd angesehen werde, weil ich mich nicht über Euro, Europa oder sonstwas einlesen kann, müssen sie auf meine Mitwirkung bei dem Theater, welches sie Wahlen nennen, verzichten. 30 Jahre Verarschung reichen ! ! !
14:01
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14:17
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21:57
Will denn die sFD/cDU/FDP überhabt noch eine funktionierende Demokratie? Erst werden Wählerstimmen gesammelt und nach der Wahl werden die Parteiprogramme geleugnet.......
abartig
Da kann man nur Links wählen!
20:33
jetzt wissen wir auch weshalb es für Politikwissenschaft keinen Nobel-Preis gibt und auch nie geben wird
20:00
Experte: Arbeitslosigkeit ist Gefahr für Demokratie
Mensch - was für eine tiefgreifende und vor allem neue Erkenntnis dieses Experten!
19:10
Experte: Arbeitslosigkeit ist Gefahr für Demokratie
Was ist Demokratie???
Ist das das, was wir zur Zeit in D haben???
Wo jeder kleiner Mensch, der etwas nicht richtig gemacht hat, mit der ganzen MAcht des Staates bestraft wird.
Und die, die Milliarden verzockt oder hibnerzogen haben, gehen als EHRENLEUTE durch???
DAS IST KEINE DEMOKRATIE
Und, was soll das für eine Demokratie sein, wo Arme, Arbeitslose, Alte, Rentner usw. fast täglich von der Politik und deren Konsorten AN DEN PARNGER gestellt werden???
D ist schon lange keine Demokratie mehr, es ist ein Spielplatz für die REICHEN UND KONSORTEN und ihren Gönnern von der Politk...
18:08
Im nächsten Jahr wird die SPD Rosa Luxemburg auspacken und dann kann der Oskar mal sehen wo er bleibt.
18:07
@33 Ich wiederhole mich gerne für Begriffsstutzige. Gehörst Du dazu?
17:56
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