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Josef Ackermann

Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht

29.05.2012 | 18:32 Uhr
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Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
Der Ex-Chef der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, bescheinigt Ackermann (Foto), alles richtig gemacht zu haben. Foto: dapd

Frankfurt.  Josef Ackermann hinterlässt nach 16 Jahren an der Spitze der Deutschen Bank eine durchwachsene Bilanz. Der Aktienkurs ist im Keller. Für seine Verlässlichkeit aber lobt ihn sogar der Chef der IG Metall.

Kritiker wollen das Ende der Ära Josef Ackermann bei der Deutschen Bank für eine Abrechnung nutzen: Sie werfen dem größten deutschen Geldhaus vor, dass es unter der Führung des Schweizers weiter Geschäfte mit Rüstungsherstellern gemacht habe, die völkerrechtswidrige Streumunition herstellten.

Bei der Hauptversammlung am Donnerstag muss sich Ackermann also auf kritische Fragen gefasst machen. Es wird sein letzter großer Auftritt als Vorstandschef der Deutschen Bank sein. Vor der Staffelübergabe an seine Nachfolger Jürgen Fitschen und Anshu Jain ist es ruhig geworden an der Spitze des größten deutschen Geldhauses. Nur einer hat sich zu Wort gemeldet: Ex-Deutsche-Bank-Chef Hilmar Kopper. Der Mann, der Ackermann 1996 in die Bank geholt hat.

Kopper von Doppelspitze überzeugt

Heute klopft sich der 77-Jährige indirekt selbst auf die Schulter: Ackermann, sagt er, habe alles richtig gemacht. Nur eines hält er dem Schweizer vor: Dass er sich vom Vorstandssprecher zum Vorstandsvorsitzenden hat küren lassen. Erst das hat, so Kopper, das Theater um die Nachfolge von Ackermann möglich gemacht. „Früher hat der Vorstand seinen Sprecher selbst aus seiner Mitte bestimmt. Da hatte der Aufsichtsrat nichts mit zu tun.“ Einen Vorstandsvorsitzenden aber muss das Kontrollgremium küren.

Trotzdem: Die Lösung mit der Doppelspitze – von Ackermann nicht favorisiert – ist nach Ansicht von Kopper die schlechteste nicht. Kopper hat keine Zweifel, dass sich der 49-jährige Jain und der 63-jährige Fitschen bestens verstehen. „Die können miteinander“. Dass ein Inder, der kaum Deutsch spricht, mit an der Spitze stehe – kein Problem. „Das ist nicht ganz normal, aber wir werden damit fertig.“

Sein Victory-Zeichen wird ihm nach wie vor angekreidet

„Joe“ Ackermann selbst gibt sich in diesen Tagen betont gelassen, ist auch jetzt noch fast pausenlos für die Bank unterwegs. Nach 16 Jahren endet für den Schweizer das Kapitel Deutsche Bank. Kopper bewundert Ackermann und das Tempo, das er vorgebe. Er habe die Bank endgültig in die Riege der global führenden Investmentbanken gebracht, sie unbeschadet durch die Finanzkrise geführt. Fehler? Kopper schüttelt den Kopf.

Es sind nicht nur Banker, die Ackermann loben. Daimler-Chef Dieter Zetsche bezeichnet ihn, nicht überraschend, als Banker von internationalem Format, der sich auch bei Kritikern ein Höchstmaß an Respekt erarbeitet habe. Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker bescheinigt ihm „knallharten Charme“, Solidität und Selbstkritik. IG Metall-Chef Berthold Huber, kein Freund von Spekulanten und Investmentbanken, nennt Ackermann einen verlässlichen Menschen. „Es braucht solche Leute, die auch in schwierigen Situationen gerade stehen.“

Das widerspricht dem öffentlichen Bild von Ackermann, der oft als typischer, gieriger Vertreter seines Faches gebrandmarkt wird. Die von ihm lange geforderte Eigenkapitalrendite von 25 Prozent allerdings war auch in den Augen von Branchenexperten überzogen. Sein Victory-Zeichen zu Beginn des Mannesmann-Prozesses wird ihm nach wie vor angekreidet, obwohl er, wie Kopper sagt, doch nur eine Geste von Pop-Star Michael Jackson nachmachen wollte.

Mit den Zahlen der Bank ist Ackermann seinem Anspruch nicht gerecht geworden. Der Aktienkurs ist heute – auch Kapitalerhöhungen eingerechnet – im Keller. Gewinn und Rendite sind nicht dort, wo er sie den Aktionären versprochen hat.

Rolf Obertreis

Kommentare
31.05.2012
08:03
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von TVtotal | #9

Was macht Merkel denn jetzt...ach der wird bestimmt weiter bestimmen wie in Deutschland Politik gemacht wird

30.05.2012
21:26
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von kuba4711 | #8

Was den knallharten Charme des Herrn Ackermann betrifft , so hat dieser Charme nicht nur im Inland gewaltet .
Viele Mitkommentatoren haben ja schon auf einige Clous zu Lasten des deutschen Steuerzahlers -vor allem in Sachen HRE - verwiesen.
Aber auch das Ding zum Auftakt des helvetischen Raubzuges -nämlich die Akte IKB - war zwar nicht in der Größenordnung ,aber in der Raffinesse der Durchführung - auch nicht von schlechten ackermännischen Eltern!
Auch viele US -amerikanische Freunde leiden derzeit unter dem rigorosen Vorgehen der deutschen Bank in Sachen " Zwangs - Räumung " von Immobilien.
Für die deutsch -amerikanische Freundschaft -auf der Ebene des Normal -Bürgers - wird da an bleibenden Eindrücken gearbeitet!

30.05.2012
15:56
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von Plem | #7

Merkel, Steinbrück und Asmussen dazu zu überreden, sich an der Rettung der Hypo Real Estate (HRE) zu beteiligen, war aber Ackermanns größter Erfolg. Denn damit wurde das große Bankenrettungskarussell in Gang gesetzt, das den deutschen Haushalt noch heute mit 291 Milliarden Euro belastet. Die Banken konnten daraufhin ihre faulen Derivatpapiere in reale, echte Euros umwandeln - der größte Bankraub aller Zeiten in dem Sinn, daß es die Banken sind, die rauben.

Dafür sollte ihm die Finanzindustrie vor der Frankfurter Börse ein überlebensgroßes Denkmal setzen.

30.05.2012
15:54
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von wilbec | #6

Wir brauche erfolgreiche Banker, wie die der Pleitelandesbanken,. Dann geht es wieder aufwärts (mit der Arbeitslosigkeit) in Deutschland.

1 Antwort
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von wkah | #6-1

Dann gebe ich einen Tip:
z.b. Skybridge, gibt aber noch genügend andere.....................

und dann denken sie nochmals nach..............

Wie heisst es so schön : Vor Inbetriebnahme des Mundwerkes(Tastatur) - Gehirn einschalten

30.05.2012
15:31
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von kritischerzausel | #5

#Sahneschnittchen
"Ihren Einwand verstehe ich nicht - selten so einen guten satirischen Artikel
gelesen ! ( Ironie aus )"
Menschen, wie Herr Ackermann haben die Welt verändert - aber leider
nicht im positiven Sinnne + Traurig aber wahr !

30.05.2012
14:39
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von B.Schmitz | #4

Danke Herr Ackermann, sie haben es mit dem sprechenden ********** geschafft Deutschland runter zu wirtschaften. Die gute Mutti gibt ja noch auf Kosten des Steuerzahlers ein Abendessen für Ackermännchen. Sie muss sich wohl schon einmal ein Pöstchen sichern wenn sie aus der Politik verschwindet.

2 Antworten
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von wilbec | #4-1

Genau die Arbeitslosigkeit steigt und steigt. Nicht wahr?

Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von ZebraGiggs | #4-2

# wilbec

Ja klar- und wg. Zeit- und Sklavenarbeit bzw. sinnfreier Maßnahmen haben wir demnächst Vollbeschäftigung, guter Joke!

30.05.2012
14:24
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von worldsaway | #3

Es gibt wohl kaum einen der die korrupte und maßlos gierige Geld- und Machtelite welche die Medien im Griff und die Demokratie ausgehölt hat so repräsentiert wie Ackermann. Eine kritische Analyse über diesen (Un)menschen und die Folgen seines Handelns für unser Land und die Welt wäre Mal eine wünschenswerte Sache für einen Artikel auf derWesten, ist aber bei einer weitgehend auf Gefälligkeitsjournalismus gegenüber jener (Pseudo)elite ausgerichteten WAZ-Mediengruppe wohl kaum zu erwarten.

30.05.2012
13:38
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von wohlzufrieden | #2

Demnächst wird er vom Papst empfangen...

1 Antwort
Abschied von Josef Ackermann - Der Banker mit dem „knallharten Charme“ geht
von Humankapital | #2-1

... und heilig gesprochen!

30.05.2012
13:25
Lieber Herr Obertreis
von Sahneschnittchen | #1

ich habe da mal eine Frage :-) Spiegelt Ihr Artikel wirklich Ihre eigene Meinung wieder oder wurde Ihnen, als lohnabhängiger Journalist, die tendenziöse Richtung vorgegeben?

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