70 Prozent mehr als vor zehn Jahren – Sprit so teuer wie nie
12.07.2012 | 08:50 Uhr 2012-07-12T08:50:00+0200
Saarbrücken. Der Benzinpreis hat in den vergangenen zehn Jahren um rund 70 Prozent zugelegt. Laut einem Bericht haben Autofahrer in Deutschland noch nie so viel für Sprit bezahlt wie zurzeit. Grund dafür sei der stark gestiegene Rohölpreis.
Autofahrer haben in Deutschland noch nie so viel für Benzin und Diesel bezahlen müssen wie in diesem Jahr. Die „Saarbrücker Zeitung“berichtet unter Berufung auf Zahlen der Bundesregierung, der Preis für einen Liter Superbenzin sei in den vergangenen zehn Jahren um rund 70 Prozent gestiegen, für einen Liter Diesel sogar um 80 Prozent.
Im Jahr 2002 habe der Liter Super-Benzin noch 1,05 Euro gekostet, schrieb das Blatt. Im März 2012 habe der Preis bei 1,72 Euro gelegen. Für Diesel mussten die Autofahrer vor zehn Jahren demnach 84 Cent bezahlen, im März 2012 waren es schon 1,53 Euro pro Liter.
Rohölpreis hat sich verdreifacht
Verantwortlich für die Entwicklung sei nach Ansicht der Regierung der steigende Rohölpreis, schrieb die Zeitung. Der Importpreis habe sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdreifacht, heiße es in der Antwort auf eine Parlamentsanfrage der SPD.
Auch in den vergangenen sieben Tagen zog der Spritpreis deutlich an. Im Vergleich zur Vorwoche verteuerte sich Super E10 durchschnittlich um 3,2 Cent und Diesel um 2,9 Cent, wie die am Mittwoch in München veröffentlichte Auswertung der ADAC-Kraftstoffpreisdatenbank ergab. Super E10 kostete danach zuletzt 1,57 Euro und Diesel 1,43 Euro.
ADAC beklagt überteuerten Sprit
Trotz des gestiegenen Rohölpreises sei der Sprit überteuert, beklagte der ADAC. Wer in Urlaub fährt, sollte frühzeitig vor dem Reiseantritt tanken und günstige Gelegenheiten nutzen. Erfahrungsgemäß seien die Preise vor dem Wochenende höher als danach. Auch innerhalb der Städte gebe es oftmals erhebliche Unterschiede. (dapd)

00:28
E10 kostet heute 1,57 Euro.
Davon sind 65,49 Cent Energiesteuer und 25,07 Cent Mehwertsteuer.
Würden Mehrwertsteuer und Energiesteuer des Jahres 2000 noch gelten, wäre
der Preis heute 1,42 Euro, etwa 10% weniger.
Damals kostete das entsprechende Super-Benzin etwa 0,85 Euro.
Das ist - im Vergleich zum Jahr 2000 - eine durchschnittliche jährliche Steigerung von
5,5%.
Im Jahre 2000 kostete das Barrel Rohöl 28 USD (= etwa 0,18 USD je Liter bzw. etwa 0,17 Euro je Liter ). Heute etwa 110 US (= etwa 0,69 USD je Liter bzw. 0,56 Euro je Liter)
Aus diesen Zahlen ergibt sich: theoretisch läge der Preis heute bei 0,72 Euro je Liter, wenn Rohölpreis, Energiesteuer und MwSt das Niveau von 2000 hätten.
20:44
Echt? Ich kann mich noch vage erinnern, für 70 oder 80 Pfennige pro Liter bei Goldin in Herne getankt zu haben. Naja, is ein paar Jahr mehr her und der Herr Goldbach ist wohl noch auf seiner Insel? ;-)
18:58
Die 70% mehr sind nur Gewinn für die Öl-Multis... das konnte man gut bei BP sehen, als das Unglück im Golf vom Mexiko war... wie leicht konnten die Geld locker machen für die Aufräumarbeiten, für Chemikalien (die den Golf endgültig vergiftet haben) und für einige Entschädigungen.
Andere Unternehmen, die nicht diese riesige Gewinnspanne haben, wären an diesem Unglück insolvent gegangen.
Aber der Bürger kann sich nicht wehren, der ADAC meckert nur, das Kartellamt prüft nur und die Politik hält maximal Sonntagsreden.
09:43
...bei den Preisen geht es natürlich um den Euro-Kurs und nicht um den Rohölpreis je Barrel
09:41
"Verantwortlich für die Entwicklung sei nach Ansicht der Regierung der steigende Rohölpreis, schrieb die Zeitung"
...ziehen wir mal Erhöhung der Mineralölsteuer, die Neuerschaffung der Öko-Steuer, die Erhöhung der Mehrwertsteuer raus, wäre der Anstieg nur 48%, also "fast moderate" 5% pro Jahr.
Der Roholpreis ist nicht wichtig, bei allem Gestöhne um den Euro lag dieser damals bei 86 US-ct heute aber 1.24$ (mit Höchstständen bei 1.50$), so dass der Rohölpreis sich im Schnitt nur verdoppelt hat, was immer noch viel ist -
aber: die Preissteigerung ist hier entstanden, der Rohölpreis beträgt max. 20% der Kalkulation des Benzinpreises