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Arbeitnehmer und GM nähern sich an

04.12.2009 | 20:48 Uhr Zur Zoomansicht Zum Artikel
Der Leiter des Europageschäfts von General Motors, Nick Reilly (l), schaut am in Rüsselsheim nach einer Betriebsversammlung zu dem Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz. ddp-Bilder
Der Leiter des Europageschäfts von General Motors, Nick Reilly (l), schaut am in Rüsselsheim nach einer Betriebsversammlung zu dem Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz. ddp-Bilder

Rüsselsheim. Die Opelaner in Rüsselsheim haben am Freitag GM-Europachef Nick Reilly empfangen. Ein Ergebnis des Tages: Die 230 Altersteilzeitler werden in Bochum auf den Stellenabbau angerechnet. Und der Getriebebau mit 600 Mitarbeitern bleibt bis Ende 2010 erhalten.

Keine Buhrufe, keine Pfiffe. Mit erstaunlicher Ruhe haben mehr als 9000 Opel-Mitarbeiter am Stammwerk in Rüsselsheim den frisch von der neuen General-Motors-Führung ernannten Europa-Chef Nick Reilly empfangen. Zumindest eine gute Botschaft hatte der Waliser im Gepäck.

Im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim werden 548 Ingenieure ihren Arbeitsplatz doch behalten. Auch der weltweite Verkauf von Opel-Modellen soll nach den Worten von Reilly wieder möglich sein, wenn sich der Export rechnet, was aber wegen des starken Euro schwierig sein dürfte. NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) begrüßte die Klarstellungen. Hervorzuheben sei die Tatsache, dass Opel seine guten Autos überall in der Welt verkaufen könnte.

Opel soll auch mehr Eigenständigkeit erhalten, vielleicht wieder in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz begrüßte diese „positiven” Signale. Die vor Wochenfrist noch schwer gestörte Atmosphäre zwischen Reilly und Franz scheint sich deutlich aufgehellt zu haben. Es zeichnet sich ab, dass die Opel-Mitarbeiter für die Sanierung auf Tarifleistungen verzichten.

Basis der Verhandlungen über eine Arbeitnehmerbeteiligung an der Sanierung muss nach Ansicht von Franz das Konzept sein, das für den geplanten Verkauf an Magna unterschriftsreif ausgehandelt worden sei, auch mit Zustimmung von GM. Demnach sollten über fünf Jahre lang jeweils 265 Millionen Euro Lohnverzicht auf die Mitarbeiter zukommen. Mit den insgesamt 1,3 Milliarden Euro wollte man die Arbeitnehmerseite mit zehn Prozent an New Opel beteiligen.

Konkrete Angaben zum Personalabbau – abgesehen vom Rückzieher bei den Ingenieuren – machte Reilly auch am Freitag nicht. Nach Informationen dieser Zeitung geht der „Viability Plan VP VI”, Stand 30. November, von 8313 zu streichenden Stellen aus. Nach Angaben des Bochumer Betriebsratsvorsitzenden Rainer Einenkel werden 230 Mitarbeiter, die seit dem ersten Dezember in Altersteilzeit arbeiten, auf das Einsparziel von 1800 Stellen im Revier vollständig angerechnet. Der Getriebebau mit rund 600 Stellen bliebe nach vorläufiger Vereinbarung bis Ende 2010 erhalten.

Bei allen Sanierungsplänen wird auch Staatshilfe eine Rolle spielen. GM braucht für die Neuaufstellung von Opel 3,3 Milliarden Euro, 600 Millionen wollen die Amerikaner selbst beisteuern. Vor einer Entscheidung über staatliche Beihilfen einzelner EU-Staaten an Opel muss GM sein Sanierungskonzept der Europäischen Kommission zur Überprüfung vorlegen. Dies erklärte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am gestrigen Freitag nach einem Treffen der EU-Staaten mit GM-Chefsanierer Nick Reilly.

Reilly deutete die Möglichkeit an, dass der endgültige Plan nicht mehr in diesem Jahr in Brüssel vorgelegt wird. Nach Informationen dieser Zeitung wird es erst am 15. Januar so weit sein.

Gerd Heidecke/Rolf Obertreis

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