Bundeshaushalt
Von der Staatsverschuldung profitieren die Reichen
04.01.2010 | 08:21 Uhr 2010-01-04T08:21:00+0100
Berlin. Deutschland muss sich 357 Milliarden Euro borgen im laufenden Jahr. Doch wer streicht eigentlich die Zinsen der Staatsverschuldung ein? Die Spur der Profiteure führt zu großen Banken und wohlhabenden Privatiers. Die Last dagegen werden einst Rentner und Arbeitslose tragen.
Deutschland rutscht immer tiefer in die Schuldenfalle. Allein der Bund wird im kommenden Jahr wegen der Wirtschaftskrise rund 100 Milliarden Euro neue Schulden anhäufen. Der Schuldenberg des Bundes klettert 2010 auf gut eine Billion Euro. Diese Zahlen sind der Öffentlichkeit weithin bekannt. Wer aber finanziert die Schulden, wer kassiert die Zinsen, oder zugespitzt gefragt: Wem gehört Deutschland?
Auf der Suche nach einer Antwort erfährt man vor allem, dass es sich hierbei um eines der bestgehüteten Geheimnisse der Bundesrepublik handelt. Anders als ein börsennotiertes Unternehmen legt der Staat seine Eigentümer- und Schuldnerstruktur nicht offen. Ausgangspunkt für 2010 ist die Zahl 357.
Deutschland gilt als erstklassiger Schuldner
357 Milliarden Euro frisches Kapital muss Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) im kommenden Jahr an den Kapitalmärkten einsammeln, um alte Schulden zu tilgen und neue Haushaltslöcher zu stopfen. Das Finanzministerium regelt das Schuldenmanagement nicht selbst. Das übernimmt die „Bundesrepublik Deutschland-Finanzagentur GmbH”, ein bundeseigener Dienstleister mit Sitz in Frankfurt, der jeden Tag Milliardendeals „im Namen und für Rechnung des Bundes” an den Kapitalmärkten abwickelt.
So kann man zum Beispiel der „Emissionsplanung des Bundes 2010” entnehmen, dass sich Schäuble am 6. Januar über eine Bundesanleihe zu 3,25 Prozent Zinsen sechs Milliarden Euro beschaffen will, um damit Kurzarbeit, neue Straßen oder vielleicht auch Zuschüsse für die Krankenkassen zu finanzieren. Dabei wird er keine Schwierigkeiten haben, im Gegenteil.
Deutschland gilt weiterhin als erstklassiger Schuldner, und die Ratingagenturen bestätigen das gerne. Bundesobligationen („Bobls”) mit einer Laufzeit von fünf Jahren oder Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn bis 30 Jahren gehen noch immer weg wie warme Semmeln.
60 Auktionen jährlich
Wer aber kauft die Papiere, welche Firmen, Bürger, Banken oder Versicherungen investieren in das Unternehmen Bundesrepublik? Bei der Finanzagentur in Frankfurt erfährt man wenig. Zum Beispiel, dass im Grunde jeder Bürger dort Bundesanleihen kaufen kann. Der weitaus größte Teil der Bundeswertpapiere geht aber bei jährlich rund 60 Auktionen an die Banken.
Zu den wichtigsten Abnehmern für Staatspapiere zählen die amerikanische Citigroup, die Deutsche Bank, das US-Investmenthaus Merill Lynch und die Schweizer UBS. Auch die teilverstaatlichte Commerzbank und einige Landesbanken finden sich auf der Liste der „Bietergruppe Bundesemissionen”.
Wem die Banken ihre Bundespapiere verkaufen, fällt unter das Bankgeheimnis. Man kann also nur mutmaßen, wer 2010 in den Genuss der knapp 40 Milliarden Euro Zinsen kommen wird, die der Finanzminister aus der Schatulle der Steuerzahler an die Gläubiger des Staates überweisen muss.
Profitieren dürften die Reichen
Auch die Bundesbank führt eine Statistik, jedoch auch hier erfährt man lediglich, dass Geldinstitute für gut 400 Milliarden Euro deutsche Staatspapiere halten, „inländische Nichtbanken” für gut 300 Milliarden Euro und etwa 900 Milliarden Euro im Ausland liegen. Wer dahinter steckt, wem die Depots gehören, erfährt man auch hier nicht.
Damit bleibt nach Durchsicht der offiziellen Statistiken auch die spannende Frage offen, wer von den hohen Staatsschulden profitiert. Es gibt allein Anhaltspunkte: Nur wer Geld hat, kann sich Staatsanleihen kaufen – und damit wird die These plausibel, dass nicht Arbeitslose, mittellose Rentner oder Minijobber, sondern vermögende Bürger von den Zinsen aus der Staatskasse profitieren. Sie zahlen zwar auch am meisten Steuern, wer aber viel Geld in Staatsanleihen investiert, dürfte unterm Strich mehr Zinserträge einfahren als er Steuern zahlt.
Ein bombensicheres Geschäft
Die größten Profiteure hoher Staatsschulden sind jedoch die Banken. Sie können sich Geld für ein Prozent bei der Notenbank leihen – und es ohne jedes Risiko in deutsche Staatsanleihen investieren, die noch immer ein paar Prozentpunkte mehr abwerfen. Ein bombensicheres Geschäft, finanziert vom Steuerzahler.
Begleichen müssen die rasant steigenden Staatsschulden hingegen die künftigen Generationen und gewiss auch jene, die wenig Geld haben. Denn ausufernde Staatsschulden könnten durchaus eines Tages in einer höheren Inflation münden. Und wer dafür die Zeche zahlt, ist auch klar: Es sind die Lohnempfänger, Rentner und vor allem ärmere Bevölkerungsgruppen, deren kargen Einkommen mit der Entwertung des Geldes dahinschwinden. (NRZ)

13:32
Ich fiinde es erstaunlich, dass die Kritiker dieses Artikels selber das machen, was man dem Autor vorwirft, nämlich sprechblasen zu produzieren, ohne auch nur ein einziges Argument anzubringen^^, aber so sind sie halt....ach jka ich bin ja nur neidisch...:D.
Das man hier den Skandal:
Bund leiht sich sich Geld von den Banken zu 3,5% Zinsen -> Banken nehmen das Geld von der Bundesbank zu unter 1% Zinsen -> Bund gibt das Geld den Banke zu deren Rettung....
Kurz gesagt: Die Banken (bzw. die Aktionäre der Banken) verdienen an Ihrer eigenen Rettung zu Lasten der Steuerzahler...
einfach ausblendet, ist typisch für eine völlig gestörte Wahrnehmung der Realität....
Denn die Leistungsträger, also diejenigen die in ihrer steuerfinanzierten Hängematte liegen, von Zinsen und anderen Kapitalerträgen leben und für annähernd 0 Wertewachstum in der realen Wirtschaft sorgen, haben immer Recht und müssen weiter entlastet werden^^.
13:31
Ein sehr guter Artikel! Warum sitzen Ackermann & Co immer am Tisch der Kanzlerin, ob zu Empfängen oder zur Geburtstags-Party? Weil Ackermann & Co ordentlich mit der BRD-Regierung verdienen! So lange wird Geld gepumpt, bis des Bürgens Vermögen aufgebraucht ist, dann kommt das grosse Culling
22:34
Wie kommen sie darauf, dass der Hahne-Artikel nicht dem Weltbild der Kritiker entspricht? Auch nur so eine unbewiesene Mutmaßung.
Hier geht es allein um den Anspruch des Autors, der mit Titel und Einleitung seines Artikels suggeriert Beweise für seine These vorzulegen. Dumerweise findet sich dazu im Text kein Anhaltspunkt. Und für das Äußern solcher Weisheiten, wie sie sie formulieren, dass die Staatsverschuldung den Reichen nutzte, wollen sie einfach nicht einsehen, obwohl das jedem Idioten klar sein sollte, brauchts nicht so einen aufgeblasenen Artikel, der darüber hinaus auch nichts weiter aussagt. Das schaffen wir doch in vier oder fünf Zeilen, gelle...
15:46
Der Staat sollte selbst bei der Notenbank Geld zum derzeitigen Leitzins anfordern, da muss sich doch was regeln lassen...
09:23
@SupaTypAusderEonWerbung
Sie werden lachen: der Wert des Geldes hat sich seit 1948 um den Faktor 4 verringert. Und haben wir damit ein Problem?
09:05
Da scheinen ja einige hier versucht zu sein, ihr neoliberales Weltbild geradezurüclen.
Der Beitrag von Hahne schmeckt ihnen nicht, weil es nicht ihrem Weltbild entsprucht..
Vor allem die Aussage, dass die Staatsverschuldung den Reichen nutzte, wollen sie einfach nicht einsehen, obwohl das jedem Idioten klar sein sollte: der Staat hat ja eigentlich nur zwei Alternativen: er erhebt hohe Steuern von den Reichen, oder er erhebt niedrige Steuern und leiht sich das Geld stattdessen von den Reichen.
22:31
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21:23
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18:04
@19 Genau deshalb werden die Zinsen nie mehr steigen!
Und an alle, die hier behaupten, 3 Prozent seien wenig. 3 Prozent Zinsen bedeutet eine Verdoppelung alle 30 Jahre. Inflation ist ja z.Z. nicht und wenn die Inflation anzieht, ziehen auch die Zinsen an.
Im übrigen. Wenn ich 100 Mio. Euro dem Staat leihe, bekomme ich jedes Jahr bei 3 Prozent Zinsen 3 Mio. Euro. Davon kann ich als Reicher gut leben.Weltweit gibt es etwa rund 10 bis 20 Tausend Superreiche leben, mit einem Vermögen von jeweils über 500 Millionen Dollar.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31762/1.html
Ich kann mir vorstellen, dass die einen großen Teil davon in sicheren Staatsanleihen parken, denn sonst hätten sie ein sehr stressiges Leben.
18:03
Alle Staatsschulden sind Reichenbedienung
Für seine Schulden muss der Staat wie jeder andere Kreditnehmer auch Zinsen zahlen. Von denen profitieren jedoch vor allem die Reichen, da sie mit ihren großen Geldvermögen auch die größten Kreditgeber des Staates sind. Die Zinsen für Staatsschulden müssen erarbeitet und in Form von Steuern an den Staat abgeführt werden. Dadurch findet eine permanente, schleichende Umverteilung der Vermögen von unten nach oben statt.
http://www.humonde.de/artikel