Handel
Trotz Internet: „Der Katalog bleibt unverzichtbar”
29.07.2009 | 06:53 Uhr 2009-07-29T06:53:00+0200
Düsseldorf. 69 Prozent der Internetkunden blättern vor der Buchung in gedruckten Prospekten. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels verkündet eine optimistische Jahresprognose: Um 1,7% soll der Umsatz im Katalog-, Internet-, Teleshopping- und sonstigen Versandgeschäft auf 29,1 Mrd € steigen.
Während Ökonomen und der Einzelhandelsverband HDE düster ins zweite Halbjahr schauen und als Nachwirkungen des Wirtschaftsabschwungs eine steigende Arbeitslosigkeit, geringere Kaufkraft und so erstmals krisenbedingte Einbußen im Einzelhandel erwarten, ist der Versandhandel deutlich optimistischer. Um 1,7% soll der Umsatz im Katalog-, Internet-, Teleshopping- und sonstigen Versandgeschäft in diesem Jahr auf 29,1 Mrd € steigen, erwartet der Bundesverband deutscher Versandhandel (BVH). Pro Kopf kauft jeder Deutsche demnach für 354 € bei Versandhändlern ein (2008: 346 €). Dem stationären Handel wollen die Versandhändler damit erneut ein Stück vom Einzelhandelsgeschäft abnehmen. Statt 7,2% im vergangenen Jahr sollen nach der BVH-Prognose 2009 nun 7,4% aller Einzelhandelsumsätze über Versandhändler laufen.
Online-Handel soll um 15 Prozent zulegen
Wachstumsmotor schlechthin ist das Internet. Der Online-Handel soll um 15% auf gut 15,4 Mrd € zulegen und so erstmals mehr als die Hälfte des gesamten Versandhandelsumsatzes ausmachen, erwartet der BVH. Zu den Umsätzen im klassischen Internet-Handel - also etwa dem Kauf von Büchern, Computern oder Waschmaschinen - erwartet der BVH auch bei den Umsätzen mit Online-Dienstleistungen wie Reise- oder Konzertbuchungen ein Plus von 8,5% auf rund 6,4 Mrd €.
Trotz des Internet-Booms hält die Versandbranche weiter am Katalog fest, sagt BVH-Hauptgeschäftsführer Thomas Steinmark. „Vor allem als Element der Bedarfsweckung ist der Katalog unverzichtbar”, beschreibt er den Effekt, dass Unternehmen, die auf verschiedenen Wegen Bestellungen annehmen auch im Internet ein Auftragsplus verzeichnen, wenn der schriftliche Katalog verschickt wird. 69% der Internetkunden geben zudem an, vor einem Kauf auch im Katalog geblättert zu haben. 2008 waren dies indes noch 73%. Kein BVH-Mitglied habe bislang die Katalog-Produktion eingestellt, so Steinmark. „Im Gegenteil: Mancher reine Internetversender veröffentlicht jetzt auch einen Papierkatalog.” Egal ob am Strand oder im heimischen Garten – anders als Internetpreislisten könne man einen Katalog schließlich überall mit hinnehmen.

22:02
Also ich habe noch keinen annähernd guten Online-Katalog gefunden...
18:47
Klar bleibt der unverzichtbar. Mit einem fetten Katalog im Ofen wird es beim Online-Shopping erst so richtig gemütlich. Dank Altpapier spare ich schon heute gut 30% Heizunkosten.
11:11
@Manollo:
Stimmt. Aber das dezente Logo des Marktführers kommt irgendwie besser rüber, oder?
10:18
Eine interessante Kombination aus Internet und katalog bietet das kostenlose Katalogportal Flipedia.de