Mittendrin statt nur dabei
18.01.2009 | 18:43 Uhr 2009-01-18T18:43:00+0100
Mülheim. Beim Narrenfest der MüKaGe kamen 270 Jecken am Samstagabend im Dümptener Autohaus Extra erst langsam, aber dann gewaltig in Schwung.
„Ich will Spaß. Ich gebe Gas” trillerte Schlagersänger Markus in den frühen 80er Jahren, als die neue deutsche Welle über das Land schwappte. Genau nach diesem Motto feierten am Samstagabend auch 270 Jecken bei der närrischen Gala, zu der die Erste Große Mülheimer Karnevalsgesellschaft MüKaGe ins Dümptener Autohaus Extra euingeladen hatte.
Zwar ging es dabei nicht um PS, sondern um den Spaß an der Freude und das ganz ohne Tempolimit, doch auch die diesmal einfallsreich kostümierten Narren brauchten an diesem Abend erst mal Zeit, um richtig auf Touren zu kommen. Die ersten Akteure auf der Bühne, einschließlich der Tollitäten, hatten es schwer. Viele Jecken wollten sich wohl lieber unterhalten, als sich unterhalten lassen. Eine nicht gerade optimal funktionierende Tontechnik tat ein übriges. Dabei gaben Tanzmariechen, Tanzgarden und der neue Spielmannszug der MüKaGe Mit Spiel voran ihr Bestes, um das Publikum in Schwung zu bringen. Peter Scheer (Los Fackellis) erstaunte zwar mit seiner Fähigkeit, gleichzeitig Trompete und Klarinette spielen zu können, ließ aber bei einer Tellerjonglage vor allem ausgewählte Jecken auf der Bühne arbeiten.
Kleeblätter bringen Glück
Doch als die Showtanztruppe der MüKaGe und die ebenfalls zur Gesellschaft gehörende brasilianische Sambatänzerin Loris Siepmann von den Caribenas auf die Bühne kamen, kippte die Stimmung in den grünen Bereich, gaben die Jecken doch richtig Gas, sangen, tanzten und klatschten mit und ließen sich sogar zu einer Polonaise animieren. Passend zur Finanzkrise traten die Showtänzerinnen an diesem Abend mit Euro-Zeichen, Rettungsschirm und grünen Kleeblättern auf. Grün ist bekanntlich die Farbe der Hoffnung und Kleeblätter sollen Glück bringen. Mal sehen, ob es hilft.
Als Stimmungskanonen fast unbezahlbar waren last, but not least auch die Musiker vom Oh-weih-Quartett, das mit „Schön ist das Leben. Scheiß egal, wie alt wir sind. Wir sind immer mitten drin” das verspätete Mottolied der Karnevalsparty auf die Bühne brachten. Da waren selbst die Ehrengäste von Ehrengarde der Karnevalshochburg Düsseldorf begeistert. „Ganz hervorragend, was hier geboten wird. Besonders erstaunt mich die Leistung der Tanzgarden. Und die Stimmung könnte bei uns auch nicht besser sein”, waren sich Kommandeur Manfred Kaiser und Ehrengardistin Susanne Spies am späten Abend einig.
Ganz ohne Gage, aber mit viel Temperament heizte auch eine 20-köpfige Clownstruppe, die nicht nur bei der Saarner Altweiberparty und beim Rosenmontagszug immer mit dabei ist, als musizierende, tanzende und klatschende Fankurve die Stimmung im Saal an. Ihre närrischer Elan machte selbst vor dem Mann von der NRZ keinen Halt, den sie kurzerhand in ihre Schunkel- und Tanzaktivitäten mit einbezogen. Da staunte der Pressemann, wie schnell man im Karneval vom Beobachter zum Akteur werden kann.
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