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Euro-Krise

SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren

17.02.2012 | 08:19 Uhr

Berlin.  SPD-Chef Sigmar Gabriel hat vorgeschlagen, die Konten von reichen Griechen im Ausland zu sperren - zumindest von jenen, die ihre Steuerschuld in der Heimat noch nicht beglichen haben. Man müsse Steuerflucht unterbinden. Gabriel sieht die EU in der Pflicht, entsprechende Maßnahmen zu verabschieden.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hat eine Sperrung ausländischer Konten von reichen griechischen Steuerflüchtlingen angeregt. "Warum sollte es nicht möglich sein, sich als EU darauf zu verständigen, die Konten wohlhabender Griechen zu sperren, bis diese Personen in ihrer Heimat ausstehende Steuern bezahlt haben?", sagte Gabriel der "Rheinischen Post" laut Vorabbericht. Die EU müsse Steuerflucht unterbinden können, wenn sie gleichzeitig Milliardenhilfen in Aussicht stellt . Zugleich warnte der SPD-Vorsitzende vor weiteren Sparauflagen, die vor allem Rentner und Arbeitnehmer in Griechenland treffen würden. "Ich glaube, die Grenze der Belastbarkeit ist in diesem Land ohnehin erreicht."

Trotz wachsender Misstöne zwischen Deutschland und Griechenland befürwortet einer Umfrage zufolge knapp jeder zweite Bundesbürger weitere Hilfen für Athen . In einer am Freitag veröffentlichten Erhebung von Infratest dimap im Auftrag der ARD sprachen sich 48 Prozent der Befragten dafür aus, dass die Euro-Länder Griechenland weiterhin unterstützen. Dagegen seien 43 Prozent der Meinung, dass die EU Griechenland pleite gehen lassen sollte.

In der Koalition wird Rauswurf Griechenlands aus Euro-Zone diskutiert

Video
Dortmund, 14.02.11: Klartext für Dortmund zu Griechenland.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte zuvor die griechischen Politiker nach ihrer harschen Kritik an Deutschland zur Zurückhaltung aufgerufen. Mäßigung sei das Gebot der Stunde. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias hatte mit heftigen Worten Deutschland, Finnland und die Niederlande als zu streng kritisiert. Er warf Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vor, mit seinen öffentlich geäußerten Zweifeln an der Zuverlässigkeit der Griechen das ganze Land beleidigt zu haben.

In der Koalition wurden unterdessen Rufe nach einem Rauswurf Griechenlands aus der Euro-Zone laut. "Wir müssen uns für den Fall wappnen, dass Griechenland die versprochenen Reformen nicht umsetzt", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der "Bild"-Zeitung (Freitagausgabe). "Dann muss ein Notfallplan greifen, dass Griechenland aus dem Euro austritt, und ein EU-Marshallplan zur Sanierung Griechenlands kommt." Ähnlich äußerten sich die bekannten Eurorettungskritiker Frank Schäffler (FDP), Wolfgang Bosbach (CDU) und Klaus-Peter Willsch (CDU).

(rtr)



Kommentare
19.02.2012
00:19
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von karlosdallos | #19

Die künstlich in Datenbanken der Börsen generierten Gelder

machen hie Wohnungen teuer.

Kein Wunder, wenn man hier demnächstr im Zelt wohnt, oder im Schlafsack.

18.02.2012
19:50
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von klarsicht0815 | #18

Das hätte vor der ersten Zahlung längst erfolgen müssen ... jetzt kaufen die Griechischen-Wulffer Häuser in London und Berlin und zahlen keine Steuern an ihren Staat .... das mache die Deutschen unter Merkel für diese Absahner aus dem Lager Nimm !

18.02.2012
17:32
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von teamtronic | #17

Ein kluges Kerlchen der Herr Gabriel, er glaubt die reichen Griechen sind so dumm ihr Geld auf Konten zu lagern auf die die EU Zugriff hat!

18.02.2012
17:15
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #16

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

18.02.2012
09:55
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von wohlzufrieden | #15

Wo und wann wurden denn schon mal die Reichen mit zur Verantwortung gezogen? Das Volk ist die Vollkaskoversicherung dieser Personengruppe. Und nichts anderes sind auch die Griechenland-Milliarden.

18.02.2012
00:25
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von Rally8 | #14

Als möglicher KK hat er schon abgehoben, denn seine Vorschläge sind nicht umzusetzen und er weiß es, ja wie denn? - Somit bleiben von ihm nur Sprüche, auf die kein Wähler bei der nächsten Wahl hört. Ein neuer Rücktrittskandidat neben den Steinis.

17.02.2012
18:27
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von berndsteinberg | #13

Es kann nicht sein, dass ein Land seinen Bürgern eine gutes Leben ermöglicht, ohne das der Wohlstand von diesen Bürgern erarbeitet wird, dafür hunderte Milliarden Euro dem Ausland schuldet, diese Schulden aber nicht zurückzahlen will oder kann, viele Griechen aber, die Vermögen besitzen, dieses nicht ihrem Land zur Verfügung stellen sondern es ins Ausland schaffen und die anderen Europäern für die Schulden ihres Landes aufkommen lassen. Es muss daher eine Möglichkeit geschaffen werden, die Auslandsguthaben der Griechen zur Deckung der Griechischen Staatsschulden heranzuziehen. Vorher darf kein gutes europäisches Geld den griechischen Bankrotteuren nachgeworfen werden.

17.02.2012
17:00
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von Klug99 | #12

Ach nee, vor wenigen Monaten wollte er noch unsere Kohle nach Griechenland überweisen und kritisierte Merkel für die zurückhaltende Haltung! Und jetzt den Rambo machen! Das nenn ich "Politik für Blöde"!
P.S. Neben dem "Taxifahrer" hat auch Gabriel als Kabinettmitglied die Griechen in den Euro gelassen!

17.02.2012
16:38
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von guentherschmalza | #11

Leider fehlt uns eine richtige Opposition. Die SPD würde ja alles noch schlimmer machen mit der sogenannten "Solidarität" Wenn Martin Schulz in Brüssel von seinen "Freunden" in Athen spricht, wird mir Angst und Bange. Wo bleibt jemand, der dem Eid entsprechend deutsche Interessen vertritt ?

17.02.2012
15:57
SPD-Chef Gabriel will Konten reicher Griechen sperren
von dummmberger | #10

So logisch dieser Vorschlag auch klingt, ich bin sicher, dass Gabriel ihn nicht geäußert hätte, wenn er nicht genau wüsste, dass er keine Chance auf Umsetzung hat.

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