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Abitur 2012

Regen und Bier flossen in Strömen

20.06.2012 | 20:37 Uhr
Regen und Bier flossen in Strömen
Gut beschirmt auf den Abifaxen 2012. Trotz Regen feierten die Abiturienten ausgelassen auf dem Kahlen Plack. Fotot: privat

Witten. Woodstock ist wieder da! Konnte man zumindest meinen, wenn man am Mittwoch auf dem Kahlen Plack in Annen war.

Die Abiturienten feierten ihren bestandenen Abschluss - aufgrund des andauernden Regens überwiegend im Matsch.

Schon am Schwedenheim kann man die Bässe wummern hören, die vom Kahlen Plack dröhnen. Jugendliche kommen den steilen Berg herunter, manch einer schwankt, andere schunkeln zur Musik. Oben angekommen, ruft eine junge Dame von der Security: „Hey, den Ausweis bitte einmal vorzeigen.“ Sicherheit geht vor. Wohin man schaut, tummeln sich Jugendliche. Um die 200 Abiturienten und ihre Freunde feiern in den Holzhütten, auf der Tanzfläche oder direkt auf der Bühne. Fast jeder hat Bier in der Hand. Mal in Plastikgläsern, andere haben direkt Messbecher oder Eimer mitgebracht.

3000 Liter Freibier haben die fünf Schulen organisiert. Thomas Levermann vom Albert-Martmöller-Gymnasium freut sich: „Alle haben Spaß und das Bier fließt. So soll’s sein.“ Und das, obwohl nicht annähernd so viele Leute gekommen sind, wie man angemeldet hatte. „Das Wetter ist nicht so toll. Da haben viele keinen Bock“, meint der 18-Jährige, der gemeinsam mit Vertretern des Ruhr- und Schiller-Gymnasiums, der Hardenstein- und der Holzkamp-Gesamtschule die diesjährigen Abifaxen vorbereitet hat. Er bleibt im Gegensatz zu seinen Mitschülern nüchtern. „Da bin ich vermutlich der Einzige heute hier“, sagt Thomas schmunzelnd.

Jedes Jahr aufs Neue feiern die Abiturienten ihren Abschluss gemeinsam. Mittlerweile in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt, dem Jugendamt und dem Deutschen Roten Kreuz sowie einer Sicherheitsfirma. Silvia Eilhardt (55) vom Jugendamt kann in diesem Jahr nicht meckern über die Schüler: „Zweimal mussten wir den Rettungswagen rufen, weil Schüler aus den Latschen gekippt sind. In diesem Jahr kommt es mir dennoch friedlicher vor als sonst.“ Nur einige wenige stören die Party. Bedroht worden sei sie wohl mit den Worten, dass „man mir einen aufs Maul haue“, so Eilhardt, „aber ein paar Chaoten gibt es immer wieder.“ Für solche Momente gibt es die Securitymänner. Sie fackeln nicht lange und verweisen die Störenfriede des Platzes.

Alle anderen genießen ihre Party. Patrick (19) vom Ruhr-Gymnasium hat immer einen Stift in der Hosentasche und lässt alle, denen er über den Weg läuft, auf seinem T-Shirt unterschreiben. Platz hat er kaum noch unter der Motto-Schrift „How I met my Abi“. Aber genauso möchte er es auch. „Heute feiern wir alle zusammen und haben einfach Spaß“, so der 19-Jährige, schnappt sich seinen Becher Bier und verschwindet auf der Tanzfläche. Was morgen kommt, darüber macht sich hier keiner Gedanken.

Bis 21 Uhr ließen die Abiturienten es krachen. Dann war Schluss. Die größtenteils friedlichen Abifaxen 2012 sind vorbei. Die nächsten sind vermutlich schon in Planung!

Franziska Bombach



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