Das aktuelle Wetter Witten 10°C
Kriminalität

NRW-weite Razzia gegen die sizilianische Baumafia

17.01.2013 | 13:06 Uhr
NRW-weite Razzia gegen die sizilianische Baumafia
Auch diese Villa auf Sizilien wurde bei der Razzia gegen die sizilianische Baumafia beschlagnahmt.-Mafia ausgeholt.Foto: Polizei

Dortmund/Witten.   Bei einer Razzia von Steuerfahndung und Polizei gegen die sizilianische Baumafia wurden auch Wohnungen und Geschäfte in Witten durchsucht. Ein 55-Jähriger Sizilianer soll im Gebiet Dortmund/Witten Strohmannfirmen organisiert haben. Der Gesamtschaden soll sich auf über 30 Millionen Euro belaufen.

Seit Donnerstagmorgen durchsuchen mehr als 400 Polizisten und Steuerfahnder mit Unterstützung von Spezialeinheiten Privatwohnungen und Geschäftsräume italienischer Baufirmen in ganz NRW, darunter auch in Witten . Im Bereich Dortmund/Witten soll ein 55-jähriger Sizilianer mit seiner Gruppierung den Betrieb von Strohmannfirmen organisiert haben. Ein weiterer Schwerpunkt ist Köln.

Die Beschuldigten sollen insgesamt 24 so genannte „Strohmannfirmen“ gegründet haben, über die Schwarzarbeit und Steuerstraftaten mit einem Gesamtschaden von mehr als 30 Millionen Euro abgewickelt wurden. Bislang haben die Ermittler elf von zwölf Haftbefehlen in NRW und sechs Haftbefehle auf Sizilien vollstreckt. Spezialisten in NRW und Italien sind zur Stunde damit beschäftigt, die von den überwiegend sizilianischen Verdächtigen erwirtschafteten illegalen Gewinne abzuschöpfen. Unter anderem wird eine Luxus-Villa auf Sizilien beschlagnahmt.

Hinterleute stellten Geld zur Verfügung

Das illegale Geschäftsmodell lief so ab: Die Gruppierung gründete Unternehmen oder kaufte bereits existierende Firmen auf. Als Geschäftsführer dieser Firmen wurden Strohmänner eingesetzt, die am Donnerstag in Italien festgenommen wurden. Gelder zum Kauf dieser Firmen wurden durch Hinterleute zur Verfügung gestellt. Diese besorgten die für die Strohmanngesellschaften erforderlichen Urkunden und Nachweise zur Teilnahme am Wirtschaftsverkehr.

Razzia
Mafia war von Dortmund und Witten aus aktiv

Bei einer Razzia gegen die italienische Baumafia wurden am Donnerstag elf Personen festgenommen. Eine der Mafiagruppen soll von einem Sizilianer aus dem Raum Dortmund/Witten angeführt worden sein. Ein weiterer Hauptverdächtiger soll von Köln aus aktiv gewesen sein.

Nach Gründung der Strohmannfirmen verkaufte die Gruppierung verschiedenen „Nutzerkreisen“ vor allem Rechnungen dieser Firmen, ließ die Rechnungsbeträge über die Konten der Strohmannfirmen laufen und zahlte die Summe abzüglich einer Gebühr an die Nutzer in bar aus. So wurde zum Beispiel illegalen Bauarbeiterkolonnen ermöglicht, mit ihren Auftraggebern über die Strohmannfirmen Aufträge zu vereinbaren und abzurechnen, gleichzeitig aber sämtliche anfallenden Steuern und Sozialabgaben nicht entrichten zu müssen.

Am Markt etablierte Baufirmen enttarnt

Auch am Markt etablierte Baufirmen wurden als Kunden der Baumafia enttarnt. Sie kauften Scheinrechnungen, um damit in den eigenen Bilanzen tatsächlich nicht entstandene Kosten vorzutäuschen und so Steuern und Sozialabgaben zu sparen. Das erhaltene Bargeld nutzen die Firmeninhaber für eigene Zwecke, bezahlten eigenen Arbeitern einen zusätzlichen Schwarzlohn oder heuerten illegale Arbeiterkolonnen an.

Redaktion



Kommentare
17.01.2013
17:54
NRW-weite Razzia gegen die sizilianische Baumafia
von Mirindu | #2

Ja sowas aber auch... Hieß es nicht bisher von offizieller Seite, die italienische Mafia stelle kein Problem in NRW dar? Wie schön, daß endlich mal ein paar Scheuklappen fallen. Ob das ergaunerte Vermögen direkt eingefroren bzw. -gezogen wird? In Italien immerhin wäre so etwas ohne Umschweife möglich.

17.01.2013
16:53
NRW-weite Razzia gegen die sizilianische Baumafia
von Entschuldigung | #1

Wann beginnen eigentlich endlich mal Akltionen gegen die Bankenmafia?

Aus dem Ressort
Wittens Museumsehe mit Hattingen steht vor dem Aus
Kultur
Nach drei Jahren endet die Kooperation von Märkischem Museum mit dem Stadtmuseum in Blankenstein. Kulturforumsvorstand Dirk Steimann verkündete das Aus am Freitag (22.8.) in der Verwaltungsratssitzung. Was einst als Sparmaßnahme gedacht war, scheitert nicht zuletzt an den verschärften Sparauflagen.
Wittener Studenten bauen Ebola-Isolationsstation
Uni Witten/Herdecke
Die drei Medizinstudenten sollten eigentlich nur eine Fortbildung machen, als das Virus im Juli „ihre“ Klinik in Sierra Leone erreichte. Das Konzept, das sie daraufhin entwickelten und dann auch gleich umsetzten, ist nun Vorbild für das ganze Land.
Unbekannte stiegen in Reihenhaus in Witten ein
Einbruch
Noch unbekannte Täter sind in ein Reihenhaus in der Stockumer Straße eingebrochen. Sie verschafften sich über einen Gartenschuppen Zugang. Was sie dort erbeutet haben, steht noch nicht fest. Das Fachkommissariat für Wohnungsdelikte bittet um Hinweise.
Pilot in Witten mit Laserpointer geblendet
Polizei
Zu einem gefährlichen Eingriff in den Luftverkehr kam es am Donnerstagabend. Gegen 22.30 Uhr war der Pilot (45) eines Passagierflugzeuges im Landeanflug auf den Düsseldorfer Flughafen. Dabei wurde der 45-Jährige mit einem Laserpointer geblendet. Dennoch konnte der Pilot die Maschine sicher landen.
Die Beschwerden über die Telekom in Witten reißen nicht ab
Netz-Probleme
Nicht nur die Störungen im Telekom-Netz verärgern Kunden seit knapp vier Wochen. Es gibt immer mehr Beschwerden über den unfreundlichen Umgang der Mitarbeiter mit den Anwohnern. Einige Leser berichten. So soll ein Techniker nach einer Beschwerde über seine Verspätung einfach wieder gegangen sein.
Umfrage
Die Schadstoffwerte in der Ruhrstraße verschlechtern sich . Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um die Luft zu verbessern?

Die Schadstoffwerte in der Ruhrstraße verschlechtern sich . Welche Maßnahmen schlagen Sie vor, um die Luft zu verbessern?

 
Fotos und Videos
Schüler im Dorneywald
Bildgalerie
Umweltforscher
Oldtimerschau Muttental
Bildgalerie
Witten
Große DLRG-Übung
Bildgalerie
Witten
Das war das Zeltfestival 2013
Bildgalerie
Rückblick