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Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt

17.05.2010 | 14:15 Uhr
Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt

Wattenscheid. In seinen Spitzenzeiten beschäftigte der Bergbau in Wattenscheid tausende Menschen. Doch mit der großen Krise in den 1960er Jahren machten viele Zechen dicht, zahlreiche Arbeitsplätze gingen verloren.

Manfred Braun aus Leithe hat diesen Umbruch hautnah miterlebt. Von 1951 bis 1963 war er auf Zeche Centrum an der Bochumer Straße beschäftigt. Zunächst, im Alter von knapp 16 Jahren, als Bergjungmann. „Das war damals so vor der Ausbildung.“ Nach einem Jahr begann er dann schließlich seine Lehre als Elektroinstallateur.

„Die Ausbildung auf dem Pütt war gut und umfassend, sie genoss hohe Anerkennung selbst in anderen Branchen“, schwärmt der 74-Jährige noch heute. Er befasste sich mit Signal-, Fernsprech-, Licht- und Kraftanlagen – die erworbenen Fähigkeiten halfen ihm im späteren Berufsleben weiter.

„Die Zeche war unser Glücksfall“, betont Manfred Braun. Und meint damit auch, dass vom prosperierenden Pütt das ein oder andere Freizeithobby profitierte - durch Wissen, Zeit und Material.

Bei ihm war es der Luftsport, gemeinsam mit Freunden hat er Segelflugzeuge in einer Halle an der Hochstraße gebaut. „Kohlenpott“ hieß der Club. Das erste Flugzeug, das damals entstand, trug den bezeichnenden Namen „Ruhrkumpel“. In die Lüfte hoben er und seine Mitstreiter auf dem Flugplatz Borkenberge ab. „Unser Sport wurde von den Zechenverantwortlichen gefördert, damals war ja genug Geld da. Ohne diese Unterstützung wäre das alles gar nicht möglich gewesen.“

Das Aus für die Zeche Centrum-Morgensonne kam Ende März 1963. Nicht plötzlich, die Entwicklung war absehbar. Manfred Braun fand sofort einen neuen Arbeitgeber: Einen Tag später fing er beim Bochumer Verein (später Krupp) an – neben Opel der große neue Brötchengeber für viele Kumpel in Bochum. „Die meisten Kollegen sind dort untergekommen, vor allem bedingt durch ihre gute Ausbildung im Bergbau. Beide Unternehmen hatten damals viele Arbeitskräfte gesucht.“ Bei Krupp blieb Manfred Braun bis zur Rente.

Wenn vom 22. Mai bis 30. Mai im Rahmen der Aktion „Schachtzeichen“ gelbe Heliumballone an ehemaligen Zechenstandorten aufsteigen und dort Programm stattfindet, dann wird Manfred Braun auch der ehemaligen Zeche Centrum einen Besuch abstatten. Und womöglich ehemalige Arbeitskollegen treffen.

Dem Aufruf der WAZ, Dokumente oder Berichte aus der Zeit des Wattenscheider Bergbaus einzureichen, war auch Gerhard Jaskowiak aus Eppendorf gefolgt. Er fand im Nachlass seines Vaters ein informatives Jubiläumsbuch aus dem Jahre 1956 für die Mitarbeiter: „100 Jahre Arenberg – 1856 bis 1956“. Die Arenberg Bergbau GmbH war der frühere Eigentümer der Zeche Centrum-Morgensonne.

Ralf Drews

Kommentare
18.05.2010
09:09
Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt
von Beflissener | #2

Der Malakowturm im Vordergrund müsset der über Schacht 2 an der Hansastrasse sein. Das Doppelbockfördergerüst im Hintergrund müsste m.E. der über Schacht 1 (heute Fegro-Gelände)sein. Das Photo ist also vom Monte Schlacko in Richtung Osten aufgenommen worden.
Glückauf!

17.05.2010
16:55
Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt
von Wattden | #1

Von wo nach wo ist denn das Foto.

Und was ist das für ein Födergerüst links im Hintergrund?

Ich finde die Bergbau Geschichte sehr interessant.

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Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt
Zeche Centrum-Morgensonne im Blickpunkt
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http://www.derwesten.de/nrz/staedte/wattenscheid/zeche-centrum-morgensonne-im-blickpunkt-id3517672.html
2010-05-17 14:15
Wattenscheid