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Velberter Taxi-Fahrer auf neuen Wegen zum Verdienst

11.01.2012 | 16:37 Uhr
Velberter Taxi-Fahrer auf neuen Wegen zum Verdienst
Die Taxi-Zentralen in Velbert klagen über den hohe Kosten und sinkende Umsätze. Durch den Wegfall der Zivildienstleistenden sehen sie allerdings in der älteren Kundschaft Potenzial. Foto: H.W. Rieck

Velbert. Erhöhte Spritpreise, Reifen- und Werkstattkosten: besonders betroffen von diesen Faktoren sind Taxifahrer. „Die Preise laufen uns davon“, stellt Ulrich Heuer, Geschäftsführer der Velberter Taxizentrale, fest. Ihr gehören 20 Unternehmer mit jeweils ein oder zwei Fahrzeugen an.

Über spritkostensparende Ratschläge wie nur noch samstags zu tanken, kann auch der Taxiunternehmer Michael Böttcher nur lachen. „Wir tanken fast täglich, ich kann ja schlecht unsere Autos den Rest der Woche stehen lassen.“ Mit einem weinenden Auge sieht er vergangenen Zeiten nach: „Der Verdienst in Taxiunternehmen war mal sehr gut und ist auch heute noch vertretbar.“

„Niedergang der Gastronomie“

Die Gründe dafür, dass es nicht mehr ganz so rosig um das Taxigewerbe bestellt ist, liegen für Böttcher auf der Hand: „Wir haben hier in Velbert einen Niedergang der Gastronomie zu verschmerzen“, bedauert er, „es gibt keine Diskotheken mehr und auch die meisten Kneipen klappen um 22 Uhr die Bordsteine hoch.“ Ausgeglichen werde diese Entwicklung ein bisschen durch ältere Menschen, die seit dem Wegfall vieler Zivistellen häufig Taxiunternehmen für Einkäufe, Botengänge und Arztbesuche in Anspruch nehmen. „Das unsere Taxifahrer diesen Service bieten, ist ein wichtiger Faktor für uns“, betont Heuer. Um so mehr ist er erbost über schwarze Schafe der Branche, die es beispielsweise ablehnen, älteren Menschen nach der Fahrt zum Einkauf auch die Taschen ins Haus zu tragen. „Wir haben hier vierzig verschiedene Taxis unter der Gemeinschaftszentralennummer 4004 gebündelt, da gibt es natürlich auch Fahrer, die sagen, dass mache ich nicht.“ Beide Taxiunternehmer empfehlen beim Einsteigen ins Auto, auf das Schild des Taxiunternehmens zu achten, und sich auch die Ordnungsnummer des Gefährts, die sich am Heck befindet, zu merken.

„Die Fahrgäste brauchen keine Scheu zu haben und können uns ruhig sagen, wenn sie mit dem Service eines Fahrers nicht zufrieden waren“, so Böttcher, dem aber nicht nur Kritik willkommen ist. „Die Fahrer freuen sich natürlich auch darüber, wenn sie mal ein Lob hören.“

Beide hoffen auf eine baldige, wenn auch moderate Erhöhung der Gebühren: „Das ist den Menschen angesichts der hohen Benzinkosten für Diesel auch zu vermitteln“, ist sich Ulrich Heuer sicher.

Birgit Hölker-Schüttler

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