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Vergessene Orte

25.02.2011 | 17:14 Uhr
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Haltern am See. Idyllisch liegt das Gebäude inmitten der Natur, nicht weit vom Stausee entfernt. Einige Fenster und Eingänge sind mit Brettern vernagelt. Das Gebäude ist eingezäunt. Am Zaun ist ein Schild angebracht „Betreten streng verboten!“ Hier hat Carsten (40) eine Serie morbid-schöner Fotomotive gefunden. Seine Bilder sind Trophäen, denn nicht viele werden die Gelegenheit haben, diese Orte nach ihm zu entdecken.

„Lost Places“ sind die Orte, die den Halterner faszinieren. Abseits ausgetretener Wege geht er auf Motivsuche, findet Ecken, in die sich kaum jemand verirrt, die aber bizarre Bilder liefern. Manchmal sind alte Industrieruinen oder Bunker Ziel der Erkundungstouren. Die außergewöhnlichen Motive, der Kontrast zwischen Modernem und Vergänglichem, die Faszination des Verfalls locken den Hobbyfotografen an entlegene Orte und in düstere Winkel.

Tipps in Internet-Foren

Manche Adressen sind Insider-Tipps, werden über Internet-Foren gehandelt. Das ehemalige Hotel „Seestern“ am Halterner Stausee ist ein „Lost Place“. Wenn auch längst kein Geheimtipp mehr, so ist die Hotelruine trotzdem eine Wundertüte für Fotografen.

Ein brauner Schrank steht mit offenen Türen verloren im Zimmer. Auf einem weiß gedeckten Tisch scheint erst kürzlich jemand eine Bratpfanne abgestellt zu haben. Vor Kopf gammeln die Reste eines Aquariums vor sich hin. „Lost places“ zu fotografieren, ist kein ungefährliches Hobby. Bröckelnde Bausubstanz, morsche Treppen oder kaputte Leitungen können für Überraschungen sorgen.

Seit dem neunten Schuljahr fotografiert der 40-Jährige leidenschaftlich. Damals noch analog und in der Foto-Arbeitsgemeinschaft seiner Schule, inzwischen digital und mit einer Canon 7 D. „Die Möglichkeiten sind auch für Hobbyfotografen enorm“, schwärmt Carsten. Es müsse aber nicht eine vergleichsweise teure Spiegelreflexkamera sein. Ein herkömmliches Kompaktmodell, an dem sich Blende und Belichtungszeit manuell einstellen lassen, reicht vollkommen.

„Die Motive liegen auf der Straße, der Fotograf muss nur den Blick dafür haben.“ Seine Bilder in der Fotocommunity belegen, dass der 40-Jährige diesen Blick hat. Atemberaubende Naturschönheiten, surreale HDR-Fotos, ausgefallene Perspektiven und immer wieder schwer zugängliche, verlassene Orte. „Lost Places“.

Irene Stock

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