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Die Problem-Immobilie

18.11.2010 | 18:01 Uhr
Die Problem-Immobilie
Seit 2000 steht der Saalbau an der Dorstener Straße in Recklinghausen leer. Der Zahn der Zeit, Witterung und Vandalismus ließen ihn zerfallen. Foto: Reiner Kruse

Recklinghausen. Saalbau und kein Ende. Seitdem die Wiege der Ruhrfestspiele, bis 2000 attraktiver Veranstaltungssaal für Kultur und Vereine am Fuße des Festspielhügels, aus Brandschutzgründen geschlossen wurde, hat nicht ein Plan zur Sicherung des Baus gegriffen.

Jetzt klappt nicht einmal der Abriss.

Wie bereits gestern gemeldet, muss die Abrissbirne vorerst auf ihren Job warten. Das hat, so die Stadtverwaltung, vor allem wirtschaftliche Gründe. „Mal eben abreißen und fertig, das funktioniert nicht“, sagt auch Benno Portmann, der Vorsitzende der CDU-Fraktion. Ein solcher Schritt würde nämlich nicht nur den maroden Bau einreißen, sondern auch dicke Löcher in den städtischen Haushalt.

Das liegt vor allem an der Hanglage des einstigen Kulturzentrums. Lothar Langenkamp von der Hochbauverwaltung: „Bislang dient der Saalbau als eine Art Stützkorsett für den Hang.“ Fiele das weg, fiele sozusagen auch der Hang. Langenkamp rechnet vor: „Würde die Stadt den Bau jetzt abreißen, würde das rund 350 000 Euro kosten. Für die notwendige Sicherung des Hangs kämen sicherlich noch mal 100 000 Euro dazu.“

Ein weiterer Bremsklotz ist die Bunkeranlage, die in langen Gängen unter dem Saalbau verläuft. Eine Anlage, die heute wegen der hohen Pilzbelastung nur mit ganz speziellen Schutzanzügen betreten werden kann. Diese Bunkeranlage befindet sich nicht im Besitz der Stadt, sondern des Bundes. Langenkamp: „Mit der Liegenschaftsverwaltung in Dortmund werden wir jetzt Kontakt aufnehmen.“ Die Gänge des Bunkers schlängeln sich wie ein Labyrinth bis unter Privatgrundstücke.

Der Plan für die Problem-Immobilie sieht nun so aus: Eine von Bürgermeister Wolfgang Pantförder einberufene Arbeitsgemeinschaft entwickelt ein städtebauliches Konzept für das Gelände. Für diese Pläne wird dann nach Investor gesucht. Portmann fordert: „Hier sollte kein Discounter entstehen, sondern hochwertige Wohnbebauung.“

Mit einem möglichen Investor will die Stadt dann über das weiterer Vorgehen verhandeln. Langenkamp: „Möglicherweise kann ein Investor billiger abreißen als die Stadt.“

So heißt es vorerst noch: abwarten. Langenkamp rechnet nicht damit, dass die Abbruchbagger noch im nächsten Jahr anrollen werden: „Das wird frühestens 2012 der Fall sein.“

Die UBP-Fraktion im Rat reagiert inzwischen empört auf die neueste Entwicklung. Ratsherr Tobias Köller: „In zwölf Jahren kommunalpolitischer Arbeit habe ich einen derartigen Dilettantismus noch nicht erlebt.“ Man hätte schon vorher wissen können, dass das Gebäude einen Teil der Cäcilienhöhe stütze.

Elisabeth Höving



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