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Nur mit geschultem Personal

29.05.2012 | 17:59 Uhr
Nur mit geschultem Personal
Die Betreuung von Kinder unter drei Jahren bleibt eine Baustelle.

Schwerte. Die Idee, ungelernte Kräfte in Kindertagesstätten einzusetzen, stößt auf heftigen Widerstand. Am Wochenende hatte der Städte- und Gemeindebund den Vorschlag ins Spiel gebracht, zur Aushilfe ungeschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einzusetzen. Auf diese Weise solle der Personalmangel in der Betreuung von Kindern unter drei Jahren behoben werden.

Die Leiterin des Schwerter Jugendamtes, Charlotte Schneevoigt, macht vor allem rechtliche Aspekte geltend. „Es gibt das Kibiz, also das Kinderbildungsgesetz, an das ich mich zu halten habe. Darin ist glasklar festgeschrieben, dass in den Kindertageseinrichtungen ausschließlich ausgebildete Kräfte zum Einsatz kommen dürfen. Schneevoigt sieht im Gegensatz zum Städte- und Gemeindebund auch überhaupt keine Personalengpässe auf „uns zukommen“. Eine solche prekäre Lage zeichne sich überhaupt nicht ab.

Ungeschultes Personal einzusetzen würde auch zu einem Missverhältnis gegenüber den Tagesmüttern führen, erklärt die Jugendamtsleiterin und erhält Rückendeckung von Martin Krehl, Sprecher des Jugendamtsbeirates. „Die Tagesmütter sind verpflichtet an Qualifzierungskursen teilzunehmen, müssen Fortbildungen besuchen.“ Wenn eine solche Vorschrift für Frauen gelte, die kleinere Gruppen von Kindern betreuen, dann „können doch nicht in Kita-Gruppen plötzlich Helfer gefragt sind, die möglicherweise vorher noch nie etwas mit Erziehungsfragen zu tun hatten“. Er, Krehl, vergleiche Kindergärten auch gern mit Schulen. Auf das vorliegende Thema übertragen würde es doch bedeuten, dass auf einmal der Hausmeister den Unterricht übernehmen könne. In Zeiten, in denen der Ruf nach einer hochwertigeren Ausbildung für Erzieherinnen und Erzieher immer lauter werde, wirke der Vorschlag des Gemeindebundes als ein Versuch, das Rad zurückdrehen zu wollen.

Martin Lübking, Leiter des Pädagogisches Instituts der ev. Landeskirche in Haus Villigst sieht den Bund am Zuge, sich um eine passende personelle Lösung zu kümmern und das Geld bereitzustellen.

Z Dieser Vorstoß hat weder Hand noch Fuß. Die Kinder, aber auch die Eltern haben ein Anrecht auf qualifiziertes Personal und dafür hat ein Jugendamt zu sorgen.

Z Bisweilen ist nur eine einzige Kraft in einer Kita-Gruppe. Und die soll dann auch noch ungelernt sein? Nein, das kann nicht angehen. Der Vorschlag gehört in den Rundordner.

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