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Traditon wird fortgesetzt: Es gibt weiterhin Wildbraten im Agnes-Heim

14.12.2009 | 23:01 Uhr

Rees. Jeder in Rees erinnert sich an den 11. November 2003. Damals hatte sich eine Wildsau im Bäckerladen von Hans Gerads verirrt. Stunden warteten damals die Jäger auf das Okay der Polizei, um das Tier in der Innenstadt erlegen zu dürfen.

Die Sau schaffte es damals in die überregionalen Medien. Ein zweites Mal glückte ihr der Sprung in die Presse, als sie zu Gulasch verarbeitet auf dem Tisch des Agnes-Heims landete, spendiert vom Hegering Emmerich-Rees. Damit setzte eine schöne Tradition ein: Fünf Jahre lang schenkte der Hegering dem Altenheim einen wilden Braten, Bäckermeister Hans Gerads öffnete seine Geldbörse für die festliche Nachspeise.

2008 war damit Schluss. Hans Gerads erfuhr dies auf einer Party seines Berufskollegen Helmut Terhorst. Sofort war man sich einig. „Jetzt übernehmen wir!” Wir das waren nicht nur Gerads und Terhorst, sondern neun weitere Herren des Stammtisches „Der Chaoten-Club”, die seit mehr als 30 Jahren in der Gaststätte Tillmann tagen. Nur: Für 2008 kam ihr Entschluss zu spät: Altenheim-Heimleiterin Ingrid Mierzwa hatte schon für die Festtafel eingekauft.

Nun gibt es – nach Reh, Hirsch und Elch, wieder eine Wildsau. Gerads hat 35 Kilo davon bei einem befreundeten Jäger aus Marienbaum geordert, die elf Herren haben die Rechnung längst beglichen. Die Sau wartet derweil auf ihren letzten Auftritt in der Truhe von Helga und Hans Gerads. Dafür wird Andrea Collins sie im großen Topf mit Wein, Lorbeer, Wacholder und Piment „parfümieren”.

„Der Chaoten-Club” wird auch die Kosten für die Nachspeise tragen, zubereiten wird ihn erstmals Helmut Terhorst.

„Was gibt's denn?”, wollte gestern Agnes-Heimleiterin Ingrid Mierzwa wissen, die gerade dabei ist, die Speisekarte fürs Festessen zu gestalten.

„Schokopudding mit Vanillesauce”, haben sich die Bäckermeister verständigt. Und Ingrid Mierzwa hatte zuvor entschieden, dass nach mehrmaligem Wildgulasch nun ein echter Braten auf den Tisch kommen soll. Das große Festessen der Heimbewohner mit ihren Angehörigen startet am Dienstag, 22. Dezember, 17.30 Uhr - natürlich mit weihnachtlichem Programm.

Übrigens: Zum Chaoten-Club gehören neben Terhorst und Gerads Manfred Arendsen, Jürgen Braam, Rainer Buschmann, Peter Dahmen, Rolf Diederichs, Mecki Giese, Rolf Hartung, Hans Pohle und Henneke Tiggelbeck an.

Maria Raudszus

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