Rosenmontag ist Günter Jansen geboren
13.02.2010 | 06:00 Uhr 2010-02-13T06:00:00+0100
Rees. Am Rosenmontag ist er geboren, nicht in Mainz, wohl in Rees am Rhein. Und in diesem Jahr hat Günter Jansen wieder Rosenmontag Geburtstag, er wird 84 Jahre alt.
Als seinem Geburtstag im Jahr 1969 ein Karnevalslied gewidmet wurde, freute er sich ganz besonders. Klar, dass er damals Margit Sponheimers Ohrwurm „Am Rosenmontag bin ich geboren” sofort erwarb. In dem Lied besingt Margit Sponheimer ihren Vater, der „Spaß an der Freud'” hatte. Die hatte wohl auch der Vater von Günter Jansen, der Musiker war und in Rees Tanzmusik machte. „Und meine Mutter ist, genau wie ich, am 15. Februar geboren. Das war allerdings nicht Rosenmontag”, schmunzelt Günter Jansen.
Hütchen versteckt
Die Kindheit und Jugend in den Kriegszeiten ließen wenig Raum, um Karneval zu feiern. Doch als Vorstand der Feldmarker Schützen war Günter Jansen bald in Sachen Karnevalsfeste aktiv. „Wenn wir damals zum Feiern ins Hotel Holzum gingen, trugen wir unsere Karnevalskappen versteckt in einer Tasche und wagten erst dort, sie aufzusetzen. An Kostümierung war gar nicht zu denken.”
Natürlich steht heute noch die Single von Margit Sponheimer im Plattenschrank der Jansens. In diesem Lied gibt es die Vorgabe „Rosenmontagskinder müssen närrisch sein.” Diese Verpflichtung ging Günter Jansen allerdings erst 13 Jahre nach Erscheinen des Karnevalshit ein, als er, Sänger der Harmonie, gemeinsam mit seinen Vereinskollegen Viktor Roers, Hermann-Josef Scholten und Paul Pintzke, den ersten Rosenmontagszug in Rees initiierte. Im Jahr 1983 zog der närrlische Lindwurm erstmals. Seitdem ist kein Jahr vergangen, in dem Günter Jansen nicht aktiv am Wagenbau und am Umzug teilgenommen hat. „Wenn ich beim Bauen auch nur der Handlanger bin”, schmälert Jansen, der von Beruf Kaufmann war, seinen Einsatz.
Seine Frau hat bis vor einigen Jahren ebenfalls aktiv am Karnevalszug, in der Truppe der Harmoniefrauen, teilgenommen. „Es machte viel mehr Spaß, als heute am Straßenrand zuzuschauen”, findet Paula Jansen. Das närrische Blut hat sich potenziert. „Unser Sohn Johannes, der als Richter am Sozialgericht in Essen eher einen trockenen Beruf hat, ist ganz verrückt auf Karneval und kommt mit seiner Familie jedes Jahr Rosenmontag nach Rees.”
Als Günter Jansen das letzte Mal Rosenmontag Geburtstag hatte, „da brachte mir die Musikkapelle von Vynen ein Ständchen”, erinnert sich der aktive Sänger noch gerne. Seitdem in Rees der „Zoch kütt”, fiel Rosenmontag lediglich in den Jahren 1988 und 1999 auf den 15. Februar.
Zum Rosenmontagszug füllt sich das Wohnzimmer am Markt 32 nicht nur, wenn Jansen Geburtstag hat. „Es macht uns immer noch Spaß, da wir so viele Freunde und Bekannte haben, die mit uns feiern.”
Günter Jansen ist besonders stolz, dass „der Reeser Rosenmontagszug so gut angenommen wird und in Rees zu einer festen Einrichtung geworden ist, um die man nicht bangen muss.”
Und wenn Günter Jansen am Rosenmontag vom Wagen herunterwinkte, wird er bestimmt viele Gratulationen entgegennehmen. Und dann selbst anstimmen: „Am Rosenmontag bin ich geboren...”
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