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Der Immobilien-Freiherr

30.11.2009 | 17:38 Uhr
Der Immobilien-Freiherr

Hueth. Er ist kein Fürst, nur Freiherr, wohnt aber in einem Schloss. Und er handelt mit Immobilien. Eigentlich hatte Friedrich Freiherr von Wittenhorst-Sonsfeld gar keine Lust, sich die TV-Premiere „Der Immobilienfürst – unverkäuflich gibt's nicht” anzusehen.

„Das ist für dich Pflichtprogramm”, hatte ihn seine Frau vor den Fernseher zitiert. „Fast wäre ich weggelaufen”, schwankt der Freiherr zwischen Belustigung und Spott. "Die Sendung war völlig unrealistisch, aber gut aufgemacht."

In der neuen „Kabel eins” Doku-Reihe hilft Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn-Wittgenstein, adliger Immobilienhai, verschuldeten Hausbesitzern aus der Klemme. Und führt vor, wie man seine Immobilie so verpackt, dass ein Käufer darauf anspricht. Während der Fürst sein Geld mit dem Verkauf von Luxusvillen auf Mallorca verdient hat, bescheidet sich der Freiherr von Schloss Hueth mit Restbauernhöfen und landwirtschaftlichen Flächen.

„Eigentlich wollte ich gleich im Bautreff Borgers anrufen, ob ich meine Immobilien auch mal durch die Lautsprecheransage anbieten kann”, unkt von Wittenhorst, in Anlehnung an von Sayn-Wittgenstein, der in einem Baumarkt im Westerwald das Eigenheim bewarb. Der TV-Immobilienmann setzt darauf, das Haus in eine edle Schale zu werfen. Der Garten wurde umgekrempelt, die Tapeten abgerissen, alles hell gestaltet. Natürlich „für lau”, denn Gartenbauunternehmer und Malermeister waren gerne bereit, fürs „Help-TV” kostenlos zu arbeiten. Der Baumarkt verlieh Gartenmöbel und für die Innenausstattung gab's kostbares Mobiliar. „Stattdessen wäre es sinnvoller gewesen, den Keller trocken zu legen und den Pilz zu entfernen, denn darüber stolperten die Interessenten”, empfahl der Reeser Schlossherr. „Und: Ein Haus muss ehrlich sein.” Es sei seriöser, es im unrenovierten Zustand zu zeigen, auf Mängel hinzuweisen und zu erklären woher der Schaden stammt. So kann man ihn eingrenzen. Sonst folgt der Ärger später.

„Beim Verkauf ist die Lage des Hauses entscheidend”, weiß von Wittenhost. Dann folgen Größe und Zuschnitt. „Es lässt sich eher ein Haus mit einem alten Bad verkaufen, das der Käufer erneuern muss, als eines mit neuem 30 000-Euro-Bad, das nicht gefällt, dessen Kosten der Verkäufer im Preis aber wiederfinden möchte.” Auch von Wittenhorst gibt Tipps, wie man am besten sein Haus präsentieren soll. „Es muss alles so hell wie möglich sein. Im Notfall müssen dunkle Vorhänge abgenommen oder verdunkelnde Pergolas entfernt werden.”

Sein „von” im Namen, so der Freiherr, hilft ihm im Job wenig. Auch als Fürst würde er kein anderes Klientel ansprechen. „Wenn man eine Immobilie nicht nur verkauft, sondern sie auch gut abgewickelt hat, spricht sich das herum. Das ist die beste Werbung.”

Die Immobilienpreise sind derzeit im Keller, die Branche krankt. Auch weil die Nachfrage aus den Niederlanden ausbleibt. In Rees werden derzeit Gebraucht-Immobilien über 150 000 Euro kaum noch verkauft.

Von Wittenhorst hat sich auf Ländereien spezialisiert. Die Käufer sind weniger Landwirte als Kunden, die eine sichere Anlage schätzen. Die aber trifft man selten im Baumarkt.

Elisabeth Hanf

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