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"Sauerstoff"-Premiere im Theater Oberhausen

03.02.2010 | 11:53 Uhr

Oberhausen. Was treibt uns an, was ist unser Motor? Michael Masberg bringt „Sauerstoff” von Iwan Wyrypajew in den Malersaal am Theater Oberhausen. Dabei verzichtet er gänzlich auf Spielereien. Die Premiere des modernen russischen Klassikers ist am Samstag.

Verglichen mit dieser Inszenierung ist wahrscheinlich selbst der dichte, eindringliche „Törleß”, der derzeit ebenfalls im Malersaal gezeigt wird, ein Spektakel. Auf Videoprojektionen und ähnliche Spielereien hat Regisseur Michael Masberg jedenfalls ganz verzichtet bei seiner Umsetzung von „Sauerstoff”, eines modernen russischen Klassikers.

Radikales Wirklichkeitsbild

Das Stück stammt aus der Feder von Iwan Wyrypajew und entstand um das Jahr 2000 – zu einer Zeit, erklärt Michael Masberg, in der sich in Russland „eine große Frömmigkeit breitmachte, auch unter jungen Leuten”. Wyrypajew stelle in seinem Werk deshalb „der Bergpredigt ein radikales Wirklichkeitsbild entgegen” und werfe Fragen auf nach Religion und anderen möglichen Lebenselixieren. „Was treibt uns an und wozu neigen wir, wenn das ausbleibt?”, formuliert Masberg, Nachwuchs-Regisseur aus Oberhausen, der den Malersaal bereits mit „Das Herz eines Boxers” und „Messer in Hennen” bespielt hat.

Der Autor
Iwan Wyrypajew

Der 1974 im sibirischen Irkutsk geborene Dramatiker Iwan Wyrypajew hat in Russland „Kultstatus”, sagt Michael Masberg. Wyrypajew ist Regisseur, Schauspieler und Autor. Nach seinem Schauspielstudium begann er eine Regieausbildung an der Moskauer Theaterhochschule Schukin. Augezeichnet wurde er mit dem Volodin-Preis als „Hoffnung der russischen Dramatik”.

In „Sauerstoff” gestaltet sich die Sinnsuche extrem: Ein Mann namens Alexander greift zu tödlicher Gewalt, um seiner neu gefundenen Liebe Alexandra nahe sein zu können. Das alles wird erzählt in einer kargen Kulisse – ein Tisch und drei Stühle reichen aus –, begleitet von den Klängen einer Akustikgitarre. Als „schlank, pur, direkt” beschreibt Masberg das Szenario, verspricht „einen direkten, unmittelbaren Theaterabend”.

In dessen Mittelpunkt stehen Angela Falkenhan und Caspar Kaeser. Das ursprünglich für zwei Charaktere und einen Discjockey angelegte Stück, hat man um eine dritte Figur erweitert. Folkwang-Absolventin Gabriela Ryffel übernimmt diesen Part.

Premiere am Samstag, 6. Februar, 19.30 Uhr im Malersaal Theater Oberhausen. Karten unter Tel. 02 08/85 78 184.

Helen Sibum

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