Das aktuelle Wetter Oberhausen 11°C
Gericht

Raser wollten Starenkasten in Oberhausen abbauen

17.01.2013 | 14:00 Uhr
Raser wollten Starenkasten in Oberhausen abbauen
Ertappt: Um an das Beweisfoto zur Temposünde heranzukommen, versuchten zwei Männer, den Starenkasten an der Konrad-Adenauer-Allee abzumontieren. Was ihnen aber nicht gelungen ist.Foto: Ulla Emig

Oberhausen.  Um an das Beweisfoto in der Radarfalle zu kommen, versuchten zwei Temposünder in Oberhausen kurzerhand den Starenkasten abzumontieren. Geklappt hat das nicht: Wegen versuchter Urkundenunterdrückung wurden Fahrer und Beifahrer zu einer Geldstrafe verurteilt. Nun gingen die Männer in Berufung.

Was tun, wenn man gut 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs war und in eine Radarfalle geraten ist? Die meisten Menschen würden sich wohl zunächst ärgern und dann zahlen. Zwei junge Männer aus Dinslaken und Essen, die gestern in zweiter Instanz vor dem Landgericht Duisburg standen, hatten am 14. Januar 2011 etwas anderes getan: Sie versuchten, den Starenkasten an der Konrad-Adenauer-Allee in Oberhausen abzumontieren, um an das Beweisfoto zu kommen.

„Wir waren das nicht“

Wegen versuchter Urkundenunterdrückung hatte das Amtsgericht Oberhausen den 25-jährigen Fahrer aus Essen und den 26-jährigen Beifahrer aus Dinslaken im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe von jeweils 1800 Euro (60 Tagessätze zu je 30 Euro) verurteilt. Dagegen zogen beide vor das Landgericht. Der Essener schwieg gestern vor der Berufungskammer zu dem Vorwurf. Der Dinslakener brachte nur den Satz „Wir waren das nicht“ heraus.

Tatsächlich sah die Beweislage zunächst etwas dünn aus. Bei der Oberhausener Feuerwehr war am späten Abend des Tattages ein Alarmsignal des eigens für solche Fälle in die Blitzer eingebauten „Schlagsensors“ eingegangen. Der Bereitschaftsdienst der Bußgeldstelle und die Polizei machten sich auf den Weg. Doch außer, dass man am Starenkasten frische Spuren eines Aufbruchsversuchs fand, der Wagen des Esseners der letzte gewesen war, der in die Falle getappt war und die Polizei die Angeklagten in der Nähe des Standortes sah, gab es wenig belastende Indizien.

Zweifelhafte Aussagen

Ein junger Kumpan der Angeklagten, der sein Verfahren vor dem Jugendrichter zu erwarten hat, und in der Tatnacht ebenfalls bei der Aktion dabei gewesen sein soll, ließ den Prozess schließlich kippen. Statt einfach gar nichts zu sagen, reihte der 21-jährige Oberhausener im Zeugenstand eine zweifelhafte Aussage an die nächste: Der Autofan konnte sich angeblich nicht mehr erinnern, dass sein Kumpel einen schicken Sportflitzer gesteuert hatte, kannte die Konrad-Adenauer-Allee in Oberhausen angeblich nicht und hatte keine Ahnung, wozu ein Starenkasten eigentlich gut ist. Ihn erwartet nun auch noch ein Verfahren wegen Falschaussage.

Das Verfahren gegen den Dinslakener stellte das Landgericht mit Blick auf weitere jüngst gegen ihn ergangene Verurteilungen kurzerhand ein. Der Essener nahm seine Berufung ganz schnell zurück und muss nun zahlen.

Bodo Malsch



Kommentare
18.01.2013
08:31
Raser wollten Starenkasten in Oberhausen abbauen
von watti69 | #3

"Das Verfahren gegen den Dinslakener stellte das Landgericht mit Blick auf weitere jüngst gegen ihn ergangene Verurteilungen kurzerhand ein."

Aha - keine Strafe für diese Tat, weil er sich ja auch noch wegen anderer verantworten muss ? Sozusagen "Begeh 2 Straftaten, bezahl nur für eine" - der SALE-Gedanke im modernen deutschen "Straf-"recht....da fällt einem nix mehr zu ein...

18.01.2013
08:28
Mich stört in diesem Artikel...
von Wurzelputz | #2

...der Hinweis " Statt einfach gar nichts zu sagen, reihte ..."

Was soll das? Das scheint mittlerweile Mode zu sein, einfach nichts zu sagen, empfohlen von Anwälten und jetzt auch noch in der WAZ?

Das gehört genau so in die Rubrik, wegzulaufen, sich zu vermummen wenn Steine geworfen werden, zu lügen, Steuer zu hinterziehen, schwarz zu arbeiten, Leistungen zu Unrecht beziehen, den Weg zum Arbeitsplatz dem FinA gegenüber zu verlängern, sich zu Unrecht Vorteile zu verschaffen, andere für sich arbeiten zu lassen und in Aufsichtsräten oder politischen Ämtern Steuergelder abzugreifen.

Ganz einfach, es scheint mittlerweile legitim zu sein, sich nicht seiner Verantwortung zu stellen, Lug und Trug ist salonfähig geworden. Alle anderen sind Spießer!

18.01.2013
08:11
Raser wollten Starenkasten in Oberhausen abbauen
von AusOberhausen | #1

Die Strafe kann gar nicht hoch genug sein. Wegen so einem Mist die Gerichte beschäftigen, als hätten die nichts besseres zu tun.

Aus dem Ressort
In Oberhausen droht ein Mangel an Notfallsanitätern
Medizin
Ab 2025 sollen die Rettungsassistenten durch die höher qualifizierten Notfallsanitäter ersetzt werden. Kommunen und Krankenkassen streiten über die Kostenübernahme für die Ausbildung. Um einen Engpass zu verhindern, steigt die Stadt Oberhausen trotzdem in neue Ausbildungsplanung ein.
150 Hooligans prügeln sich in Oberhausen nach RWO-Spiel
Oberhausen
Etwa 150 Hooligans haben sich nach Angaben der Polizei am Freitagabend in Oberhausen eine Massenschlägerei geliefert. Wie ein Sprecher mitteilte, waren die Männer mit Tischen, Stühlen und Flaschen aufeinander losgegangen. Die Polizei nach 31 der Gewalttäter fest und sucht jetzt Zeugen.
Falsche Zeichen der Intoleranz und Unfreiheit
Kommentar
Im Technischen Rathaus in Oberhausen-Sterkrade musste die Künstlerin Maria Mancini vier Aktbilder abhängen, weil sich einzelne Bürger über die dargestellte Nacktheit aufgeregt hatten. Die Oberhausen Stadttochter OGM sah dazu keine andere Alternative. Ein Kommentar.
Ruhrgebiets-Wirtschaft kämpft für Oberhausener Bahn
Nahverkehr
Ein neues Aktionsbündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen will nur eines erreichen: Dass die Oberhausener Bürger mehrheitlich Ja sagen zur einer Linie, die schon seit vielen Jahren geplant wird: Zum Lückenschluss zwischen Essen und Oberhausen.
Breites Echo auf Nacktbilder-Verbot in Oberhausen
Kunst
30 Beschwerden führten zur Entfernung von Bildern der Künstlerin Maria Mancini aus ihrer Ausstellung im Technischen Rathaus. Stadtdechant ruft zu mehr Toleranz für die Kunst auf. OGM-Chef Hartmut Schmidt, der das Abhängen veranlasste: Wir mussten abwägen.
Fotos und Videos
Lenny Kravitz rockt die Arena
Bildgalerie
Konzert
Weekend of  Horrors
Bildgalerie
Turbinenhalle
Stadtprinzenkürung 14/15
Bildgalerie
Karneval
Weihnachtsmarkt im Centro eröffnet
Bildgalerie
Weihnachtszeit