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Nur soviel Hilfe wie nötig

13.08.2008 | 19:59 Uhr

SOZIALES. Die erste Oberhausener Demenz-WG füllt sich mit Leben. Drei Mieter sind an der Danziger Straße schon eingezogen.

Der Rasen vorm Haus sprießt, das Haus füllt sich nach und nach: Die erste Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz nimmt Formen an - die ersten drei Mieter sind eingezogen, bis Ende September wird die WG komplett sein und dann acht dementen Menschen ein Zuhause und Betreuung rund um die Uhr bieten.

Eine Spülmaschine sucht man in der schönen neuen Gemeinschaftsküche an der Danziger Straße vergebens - aber nicht aus Sparsamkeitsgründen: "In unserer Demenz-WG in Mülheim haben wir eine, aber die läuft nie. Das Spülen von Hand funktioniert - und das wollen die Bewohner dann auch tun", hat Pflegedienstleiterin Gabi Hartmann von der Ruhrwerkstatt festgestellt.

Die ambulante Kranken- und Altenpflege der Ruhrwerkstatt stellt die 24-Stunden-Betreuung sicher. Tagsüber sind je zwei Betreuer vor Ort, die den Bewohnern die Hilfen angedeihen lassen, die nötig sind und sie möglichst an allen hauswirtschaftlichen Tätigkeiten beteiligen, um sie aktiv zu halten. Auch nachts ist eine Betreuungsperson anwesend - für die Angehörigen der Mieter ein gutes Gefühl: "Die Krankheit unseres Vaters, der bis zuletzt allein gelebt hat, ist schnell fortgeschritten. Wir Geschwister haben ihn mehrmals täglich besucht - und abends ist man trotzdem mit einem schlechten Gefühl nach Hause gefahren", erzählt Maria Theißen. Jetzt sind sie froh, dass ihr Vater Karl-Heinz Hungenbach (74), gut versorgt ist und seinen Alltag immer noch weitgehend selbst gestalten kann - zum Beispiel aufstehen und frühstücken, wann er will. Der frühere Küster von St. Joseph Styrum sei immer sehr aktiv gewesen: "Das wollen wir so lange wie möglich erhalten und dafür ist's wichtig, dass er nicht alleine ist."

Auch Helga Kurth ist froh, dass ihre MutterHertha Espitte (97) einen Platz in der WG erhalten hat: "Im Altenheim würde sie total untergehen, bei den vielen Menschen könnte man sich nicht so intensiv um sie kümmern wie hier."

Voraussetzung für die Aufnahme in die WG ist mindestens Pflegestufe 1 und attestierte Demenz. Miete und Betreuungskosten summieren sich alles in allem auf etwa 2600/2700 Euro pro Monat.

Wer sich für das Projekt interessiert, erhält bei Ulrike Elsenrath von der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft, die den aufwändigen barrierefreien Umbau gestemmt hat und jetzt Vermieter ist, nähere Infos: Tel: 998 68 21.

MARTINA NATTERMANN

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