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Protest

Lautstarker Kampf für die Tackenberg-Schule

31.05.2011 | 06:00 Uhr
Lautstarker Kampf für die Tackenberg-Schule
Rund 50 Kinder und ebenso viele Eltern demonstrierten am gestrigen Montag für den Erhalt der Tackenberg-Grundaschule.Foto Ulla Emig

Oberhausen.   Eine Gruppe wütender Grundschüler und deren Eltern zog durch den Oberhausener Norden. Vor dem Rathaus in Sterkrade machten sie Schuldezernent Reinhard Frind lautstark klar, dass sie sich mit der geplanten Schließung ihrer Schule abfinden wollen.

Mit Trillerpfeifen und Vuvuzelas bewaffnet ist am Montag ein Trupp von wütenden Grundschülern und deren Eltern durch den Oberhausener Norden gezogen. Von der Tackenbergschule machten sie sich auf den Weg zum Technischen Rathaus in Sterkrade, wo sie Schuldezernent Reinhard Frind lautstark klarmachten, dass sie sich mit der geplanten Schließung ihrer Schule nicht zufrieden geben wollen.

Die Einrichtung an der Dinnendahlstraße ist eine von insgesamt acht Grundschulen , die laut Schulentwicklungsplan bis zum Jahr 2015 auslaufen soll. „Nicht mit uns!“, finden allerdings die Betroffenen und wollen für den Erhalt der Schule in Sterkrade kämpfen.

Die Demonstration soll deshalb nur eine Aktion von vielen sein, heute trifft sich die Elternschaft , um den weiteren Protestplan zu erarbeiten. „Wir geben nicht auf, die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Sabine Bönning, die gestern mitdemonstrierte.

Ärger hallte durch die Flure

Da hat sich die Auszeichnung als bewegungsfreudige Schule und der Sieg im Sportabzeichenwettbewerb bezahlt gemacht: Den Paternoster links liegen lassend, sind die rund 50 Schüler der Tackenberg-Grundschule gestern in die sechste Etage des Technischen Rathauses marschiert. Am Ende blieb gar noch genug Luft, um Schuldezernent Reinhard Frind ein schallendes Trillerpfeif-Konzert zu geben.

Die Stadt habe den Rotstift willkürlich angesetzt und spare auf Kosten der Kinder, so der Vorwurf von Ulla Koconrek, die im Namen der Tackenberg-Eltern ihren Ärger per Megafon durch die Flure des Rathauses schickte.

Kinder der Siedlung müssten in Zukunft kilometerlange Schulwege in Kauf nehmen - mit mehrere Kilo schwerem Tornister auf dem Rücken. Andere Eltern fürchten, die Ausweich-Grundschulen hätten nicht genügend Räumlichkeiten, um alle Schüler ausreichend versorgen zu können.

Bei so viel aufgestautem Ärger hatte es Reinhard Frind nicht leicht, versuchte aber trotzdem zu beruhigen: „Alle Kinder, die jetzt die Tackenberg-Schule besuchen, können dies so lange tun, wie die Schule es möchte“, versprach er. Und: Bei einer Schließung sei weiterhin gewährleistet, dass kein Kind mehr als zwei Kilometer Schulweg in Kauf nehmen müsse. An jedem Schulstandort solle zudem der Ganztagsbetrieb gewährleistet sein.

„Eine Schule ist für Kinder da“

„Eine Schule ist für die Kinder da“, so Frind weiter. Doch wenn keine Kinder mehr geboren werden, mache es wenig Sinn, weiterhin so viele Schulen zu betreiben wie es Oberhausen derzeit noch tue.

Am Ende einigte man sich auf ein klärendes Gespräch aller Beteiligten in den kommenden Tagen in der Schule. Zufriedenstellend sei das Ergebnis allerdings nicht, zeigte sich Sabine Bönning etwas enttäuscht. Am liebsten sei der betroffenen Mutter gewesen, „wir kommen hier hin und es stellt sich heraus, dass alles nur ein riesengroßes Missverständnis war“.

Nadine Gewehr



Kommentare
31.05.2011
13:17
Lautstarker Kampf für die Tackenberg-Schule
von badchefin | #2

Welche Eltern von Kindergartenkindern waren denn mit im Rathaus? Das ist doch die anzusprechende Gruppe, oder? Nostalgie (meine alte Grundschule), oder Aktualität (mein Kind soll die Schule nicht wechseln) haben sich mehr oder weniger in spätestens 4 Jahren erledigt.
Ich kann mich an eine Diskussion erinnern, die für die Aufhebung der Schulbezirke votierte, damit die lieben Kleinen möglichst auf eine Schule mit gutem Ruf gehen könnten. Der Schulweg spielt (übrigens auch für Kinder der konfessionellen Grundschulen!) nur eine untergeordnete Rolle.
Wohlgemerkt, ich bin für kurze Schulwege und dafür, dass Kinder aus der gleichen Nachbarschaft die selbe Schule besuchen, damit Freundschaften und soziale Kontakte geknüpft und gestärkt werden.
Klar, wichtig ist die individuelle Lernförderung der Kinder! Auch diese Überfrachtung der Schultornister muss gelöst werden (Bücher können sicherlich mit etwas Nachdenken teilweise in der Schule verbleiben), das betrifft aber ALLE KINDER!!!!

31.05.2011
10:40
Lautstarker Kampf für die Tackenberg-Schule
von NiAnLa | #1

Ich war schon sehr erschrocken, als ich leider bedingt durch eine Abwesenheit erst durch die DEMO am Montag erfuhr, dass meine alte Grundschule geschlossen werden soll. Aber nicht nur die Geschichte der Schule lässt diese Planung in Frage stellen, sondern vielmehr die Frage, wo sollen die 6-10 Jährigen am unteren Tackenberg und Klosterhardt denn dann hin. Vielleicht ja mit dem Bus zu den nächsten Schulen an der Arenbergtraße oder bis fast zur Grenze Bottrop? Alles wird daran gesetzt, dass beide Eltern schnellstmöglich wieder arbeiten gehen sollen und dann nimmt man zentrale Einrichtungen weg – EIN WIDERSPRUCH IN SICH!

In diesem Gebiet ist die Tackenberg-Schule sehr zentral für ein (zum Glück) noch sehr kinderreiches Gebiet. Hat sich die Demographie des Stadtteils Tackenberg mal jemand der Planer angesehen?

Schön, dass die Eltern endlich mal auf die Straße gehen und den Unmut kundtun, SCHADE, dass die Ergebnisse nicht zielführend sind. WEITER so liebe Eltern, wir sind dabei!

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