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Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn

03.01.2013 | 08:00 Uhr
Nimmt das Lesegerät des Kontrolleurs das Ticket an? Manchmal fallen sehr zum Ärger der Kunden auch gültige Tickets durchs Raster. Ein Mülheimer wurde deswegen mehrfach aus der Straßenbahn geschickt.Foto: Sebastian Konopka

Oberhausen/Mülheim.  Immer wieder hatte Stoag-Fahrgast Christian D. Probleme mit seinem Fahrschein. Obwohl der in Ordnung war, musste der Azubi aus Mülheim die Linie 112 im Vorjahr fast zehn Mal als vermeintlicher "Schwarzfahrer" verlassen. Auch eine Bestätigung der Stoag hielt die Kontrolleure nicht auf.

„Fahrkarten bitte.“ Bei dem normalen Stoag-Fahrgast löst das Aufkreuzen von Kontrolleuren in Bus und Bahn gemeinhin keinen Angstschweiß aus. Schließlich hat man ja einen Fahrschein gelöst. Anders jedoch bei Christian D., und das, obwohl der Auszubildende immer ein bezahltes Ticket mit Chipkarte in der Tasche hat. Doch regelmäßig wenn er auf dem Weg zur Arbeit in der Straßenbahn überprüft wurde, zeigte das Kontrollgerät einen Fehler an: Ticket ungültig.

An die zehn Mal habe der junge Mülheimer im vergangenen Jahr deshalb früh morgens aus der Line 112 steigen müssen – mehr als nur ärgerlich, denn „ich muss um sieben Uhr bei meinem Ausbildungsbetrieb sein und komme immer wieder zu spät“, erzählt Christian D. genervt. Er weiß sich langsam einfach keinen Rat mehr. Bereits drei Mal hat er das Ticket sogar ersetzen lassen, in zwei Fällen auf eigene Kosten. Genützt hat es jedoch wenig, der Fehler tauchte auch danach wieder auf.

Weitere Informationen

Grundsätzlich übernimmt die Stoag die Kosten für eine neue Chipkarte, wenn es sich um einen unverschuldeten technischen Defekt handelt.

Nur wenn der Kunde das Ticket beschädigt hat, muss er auch dafür zahlen – zehn Euro sind dann fällig.

Seit der Vordereinstieg in Stoag-Bussen und Bahnen gilt, verzeichnet das Verkehrsunternehmen einen Rückgang an Schwarzfahrern. 2011 gingen bei Stichproben nur 3834 ins Netz, 2010 waren es noch 6994.

Für 2012 rechnet die Pressesprecherin mit einem weiteren Rückgang. Die Auswertungen der Fahrscheinkontrollen sind aber noch nicht abgeschlossen.

Und auch ein von der Stoag ausgestelltes Schreiben, das die Gültigkeit des Tickets bestätigen soll, findet im Ernstfall vor den Kontrolleuren keine Gnade, „die gucken nicht mal drauf“, erzählt der Azubi. Das könne ja jeder fälschen, bekommt er meist als Antwort mit auf dem Weg an die frische Luft. Manche Antworten seien allerdings auch unfreundlicher: Immer wieder als „Schwarzfahrer“ dazustehen, obwohl er ja ein bezahltes Ticket besitze, ärgert ihn am meisten. „Um ehrlich zu sein: Allmählich stinkt mir die Situation.“

Fehler bei den Lesegeräten?

Hinzu kommt der Aufwand für den Azubi: Erst am Freitag vor Weihnachten musste er wieder mal die Bahn verlassen, doch als er wenig später im Kundencenter der Stoag das Ticket prüfen ließ, war dort einfach kein Fehler zu finden. Ob der vielleicht bei den Lesegeräten der Kontrolleure liege? Man wolle sich bis Heiligabend um das Problem kümmern, hieße es. Gemeldet hat sich bei ihm dann aber doch niemand.

Was tun, wenn das Ticket Zicken macht? „Das Bestätigungsschreiben haben die Kollegen sicher gut gemeint“, findet die Pressesprecherin der Stoag, Sabine Müller, aber das sei letztlich keine vernünftige Lösung der Situation, und die Kontrolleure müssten sich nun einmal auf ihre Geräte verlassen, die jeden Tag mit neuen Daten bespielt und dabei geprüft würden. „Der Kunde braucht aber ein verlässliches funktionierendes Ticket“, hat Müller Verständnis für Christian D. Er soll nun kostenlos sein Ticket austauschen können. Der Auszubildende hofft sehr, dass der monatelange Ärger damit endlich vorbei ist.

Leser zu Gast bei der Stoag

 

Dennis Vollmer


Kommentare
05.01.2013
03:10
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von timothylovejoy | #31

Da fälscht der Bub ein Ticket und erdreistet sich auch noch, sich zu beschweren. Die Stoag sollte ihn wegen versuchten Betruges anzeigen!

1 Antwort
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von sichau1 | #31-1

Übrigens: Bei Betrug ist schon der Versuch strafbar. Nur: Möglicherweise falsche Verdächtigungen (§ 164 StGB) wie obige sind ebenfalls strafbewehrt (bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe).

Schließlich bleibt zu prüfen, ob die STOAG sich nicht des Betrugs schuldig gemacht hat: Sie hat für eine Leistung die Ticketkosten erhalten, dennoch die Leistung verweigert; der umgekehrte Fall dessen, dass jemand bestellt, erhält und dann nicht bezahlt ....

05.01.2013
01:02
Können Kontrolleure nicht auch einmal telefonieren??
von sichau1 | #30

Eine telefonische Nachfrage beim Verkehrsunternehmen scheint die Kontrolleure wohl überfordert zu haben.
Der - sofern zutreffend - unverschämten Behauptung, dass jeder ja STOAG-Briefe fälschen könne, der sollte das Unternehmen in eigenem Interesse konsequent nachgehen.
Die Polizei zu rufen, das kann der Servicefreundlichkeit des Unternehmens und seiner Kontrolleure möglicherweise aufhelfen - beim vierten Mal mit Sicherheit.

Ich würde jedoch aussteigen, mit einem Taxi weiterfahren und den Rest meinen Rechtsanwalt klären lassen - mit entsprechender öffentlicher Begleitmusik.
Ich denke nicht, dass mich ein Kontrolleur ein drittes Mal bei letztlich gültiger Fahrkarte zum Aussteigen anhält - etwas Nachhilfe ist also einkalkuliert.

Abschließend: Nach 10-maligem Rausschmiß sind auch jetzt noch entsprechende (geldliche) Forderungen gegen die STOAG möglich!

04.01.2013
19:22
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von buntspecht2 | #29

Wenn ich mir dir Uhrzeiten für die abgegebenen Kommentare so ansehe ist vieles einfacher zu verstehen.

04.01.2013
08:05
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von Fynraziel | #28

@Bumsfallera... Meine Frau hat diesen Artikel auch gelesen, und ihr einziger Kommentar war: Der suchte nur ne Ausrede für s Verpennen.
Wie sie drauf kam? Ganz einfach:
Meine Frau ist über ein Jahr lang mit der 122 vom HBF Oberhausen nach Mülheim gefahren, ebenfalls morgens, und hat in der ganzen Zeit einen, höchstens 2 Kontrollen erlebt. Und da will uns also einer weismachen, dass er so oft kontrolliert worden sei?
Sorry, aber da glaube ich meiner Frau mehr.
@Roosterkatze... und alle Anderen, die hier auf die STOAG losgehen: Es wäre vielleicht manchmal ganz gut, sich andere Meinungen anzuhören, bevor man sich eine bildet. Nicht, dass ich die STOAG verteidigen möchte, gewiss nicht. Habe mit dem Verein selber schon so Sachen erlebt. Ich möchte nur ausdrücken, dass man nicht immer alles so glauben soll, was man uns vorsetzt.

1 Antwort
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von Fynraziel | #28-1

..ich meinte natürlich nicht die LInie 122, sondern die 112...

04.01.2013
07:56
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von herbmaier | #27

Einfach nicht aussteigen, mal die ganze Bahn aufhalten.. sollen sie doch die Polente rufen.

04.01.2013
04:36
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von pixi25 | #26

Ein Bekannter von mir hat das neulich ebenfalls erlebt. Beim Kundencenter war die Karte jedoch in Ordnung.

04.01.2013
01:04
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von roosterkatze | #25

@ 24 Bumsfallera

Bei ihnen scheint der Name Programm zu sein. Hätten Sie den Artikel gelesen ( noch besser auch verstanden ) wäre der Kommentar ihr alleiniger geistiger Müll geblieben !!

04.01.2013
00:48
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von Bumsfallera | #24

Ist schon komisch was sich manche einfallen lassen nur weil sie öfter mal den Wecker nicht hören.

04.01.2013
00:21
Im Zweifel bleibt der Kunde der Dumme.
von lospolloshermanos | #23

Wobei das eigentlic noch höflich ausgedrückt ist. Wann wird der Kunde es auch endlich lernen: Die Bahn fährt, auch ohne Insassen. Als solcher hat man sich auch auf gewisse Unannehmlichkeiten einzustellen. Denn Fehler passieren immer nur durch eben diese "Eventualitäten" - sprich Kunden. Ein effizienter Betrieb, computergesteuert und von Fachleuten geplant, mit hochqualifiziertem, linientreuen Personal. Da ist kein Platz für Fehler. Gibbet nicht. Ausgeschlossen. Steht so im Handbuch.

Armer, dummer Kunde.

03.01.2013
23:40
Kontrolleure schickten Stoag-Fahrgast trotz gültigen Tickets mehrmals aus der Bahn
von Xavinia | #22

-Ohne Worte-

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